U-Bahn Projekt Amsterdam in Schwierigkeiten

24.02.2009
Dipl.-Ing. Dr. Karl Schmidt

Kosten explodieren – Inbetriebnahme verzögert sich

Das wichtige Prestigeprojekt in der niederländischen Hauptstadt, die sogenannte Metro-Verbindung vom Nordrand der Stadt zu den Geschäftzentren im Süden, wird noch später als geplant fertig werden und wird auch signifikant mehr kosten. Der zuständige Projektleiter im Stadtrat von Amsterdam, Tjeerd Herema, hat nach Bekanntgabe dieser unerfreulichen Nachrichten seinen Rücktritt verkündet.

 

Von ursprünglich veranschlagten 1,4 Mrd. Euro haben sich die Kosten des Projektes laut neuester Prognose nun auf 2,4 Mrd. fast verdoppelt. Bei Baubeginn war eine Inbetriebnahme der Linie im

Jahr 2011 angestrebt worden, dann 2015. Inzwischen wird es wohl eher 2017 werden, bis die ersten zahlenden Passagiere die Zugsgarnituren besteigen können. Die Verzögerungen im Baufortschritt sind hauptsächlich dadurch bedingt, dass es in den tiefliegenden Tunnelbaustellen immer wieder zu Wassereinbrüchen kommt. Ein guter Teil der Niederlande liegt ja – nomen est omen – tiefer als der Meeresspiegel und dementsprechend ungünstig sind die Bedingungen für Bauarbeiten unter Grund.

 

Trotzdem sind Infrastrukturprojekte wie dieses Voraussetzung und Hoffnung, dass die rasch tiefer greifende Wirtschaftskrise eingedämmt werden kann. Die hinter Amsterdam zweitgrößte Stadt Rotterdam, Europas wichtigster Hafen, hat gerade angekündigt, geplante Bauvorhaben mit Kreditgarantien an Projektentwickler zu fördern. Dadurch soll der Einsatz von zusätzlichen Arbeitskräften ermöglicht und ein stärkeres Ansteigen der Arbeitslosigkeit verhindert werden.

 

Die AHSt. Den Haag bietet interessierten österreichischen Firmen die regelmäßige Zusendung von Informationen über neue Bauprojekte in den Niederlanden an.

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