Salzburgs Industrie will wieder aufholen – Spartenobmann Rudolf Zrost: „Politik darf den zarten Aufschwung nicht bremsen!“
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Man registriere zwar jetzt einen zarten Erholungsprozess, die Frage ist allerdings, ob er nicht durch falsche Rezepte der Politik und unsachliche Forderungen der Gewerkschaften wieder zunichtegemacht wird, kritisiert der Obmann der Sparte Industrie, IV-Präsident Mag. Rudolf Zrost, die derzeitige Politik der Verunsicherung.
- Mit allem Nachdruck tritt die Sparte Industrie der WKS für die Flexibilisierung der Arbeitszeit ein. Gleichzeitig lehnt die Salzburger Industrie alle Experimente und Forderungen in Richtung Arbeitszeitverkürzung ab, wie sie von den Gewerkschaften in die Verhandlungen eingebracht wurden. „Ich appelliere an die Arbeitnehmervertreter, in dieser tiefgehenden Wachstumskrise nicht auch noch Arbeitskosten verteuernde Forderungen zu stellen, sondern gemeinsam alles zu unternehmen, um aus dem Tief herauszukommen“, sagte Zrost.
Gegen neue Steuerbelastungen – für wirksame Wachstumsimpulse
- Einen Stopp der ständigen Verunsicherung fordert die Sparte Industrie bei den angedrohten Steuererhöhungsplänen. Die Gruppenbesteuerung – in Wahrheit kein Steuerprivileg, sondern beste Internationalisierungsförderung – hat sich außerdem auch zu einem wichtigen Standortvorteil für Österreich entwickelt. Jeder dritte Beschäftigte in Österreich arbeitet in einem Betrieb, der von der Gruppenbesteuerung profitiert.
Auch eine Änderung der Besteuerung von Stiftungsvermögen wird vehement abgelehnt.
SP-Finanzminister Lacina hat die Stiftungen unter anderem mit der Absicht eingeführt, Kapital ins Land zu locken und damit das Steueraufkommen zu steigern. Diese Rechnung ist voll aufgegangen – und darf jetzt nicht durch eine Änderung, die große Vermögen wieder vertreibt, konterkariert werden.
Die Sparte Industrie fordert hingegen wirksame Wachstumsimpulse, die einerseits Investitionen in die Zukunft darstellen, andererseits zügig wieder Rückflüsse für den Staat bringen: etwa die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrags und eine Vereinfachung der kompliziert geregelten Voraussetzungen für die steuerliche Forschungsförderung.
Bildung nicht mit dem „Rasenmäher“ kürzen
Wenig Verständnis hat die Sparte Industrie, dass bei der anstehenden Budgetkonsolidierung „mit dem Rasenmäher“ über alle Ausgaben gefahren werden soll, was auch die Bildung betrifft. In Salzburg würde dies etwa das Laborgebäude „Science City“ in Itzling berühren, das dem drohenden Sparkurs an den Universitäten zum Opfer fallen könnte. „Wir dürfen trotz aller Krisentendenzen gerade jetzt nicht wieder jene Ansätze ausradieren, für die in den Vorjahren intensiv gearbeitet wurde, nämlich den Aufbau der Ausbildung in Naturwissenschaft und Technik. Hier sägen wir buchstäblich an dem Ast, auf dem wir alle sitzen.“
Infrastruktur: „Einigen wir uns auf ein wichtiges Projekt!“
Zu mehr Realismus rät Spartenobmann Zrost in Fragen der Infrastruktur im Bundesland Salzburg. „Es ist natürlich wichtig, dass umfassende Masterpläne produziert werden. Diese Pläne finden jedoch immer nur allzu schnell entweder durch Finanzierungsfragen oder Anrainerproteste ihr vorzeitiges Ende. Sind wir froh, wenn wir auf Basis einer Prioritätenliste wenigstens ein zentrales, wichtiges Projekt durchbringen.“ Und das gelinge nur, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Aus Sicht der Industrie sei es dabei am wichtigsten, die HL-Strecke Salzburg – Attnang-Puchheim voranzutreiben. Derzeit gebe es mehrere Trassenvarianten. Zrost fordert die zügige Festlegung auf eine Trasse, da sonst mittelfristig wieder alle Trassen verbaut sein würden – eine Entscheidung, die noch dazu nichts kostet, aber viel bringt.
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Dr. Maximiliane Laserer
Geschäftsführerin der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Salzburg
Dr. Maximiliane Laserer
Geschäftsführerin der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Salzburg
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