Die für die Sparte Information und Consulting durchgeführte Konjunkturerhebung der KMU FORSCHUNG AUSTRIA zeigt eine grundsätzlich anhaltend positive Entwicklung des bisherigen Geschäftsverlaufs 2006 (1.-3. Quartal), sowie optimistische Erwartungen für den Zeitraum 4. Quartal 2006 - 1. Quartal 2007. Die Auftragslage wurde im Burgenland im Vergleich mit den anderen Bundesländern am vorsichtigsten beurteilt. Allerdings sind die Burgenländer mit der Einschätzung der Erwartungen optimistischer als die anderen Bundesländer. Bei der Anlagendeckung der Sparte Information und Consulting nach Bundesländern liegt das Burgenland mit rd. 73,5% unter dem Österreichschnitt. Unter dem Durchschnitte der anderen Bundesländer lag das Burgenland auch bei der Exportquote. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Anteil der Ein-Personen-Unternehmen im Burgenland mit rd. 85% in der Sparte IC besonders hoch liegt.
Innovatives Unternehmen
Die österreichische Wirtschaft lebt zu einem wesentlichen Teil von KMU und Innovationen werden auch für diese zu einem zentralen Erfolgs- bzw. Überlebensfaktor. Daher brauchen die Betriebe entsprechende Unterstützung und spezielle Förderprogramme. Darauf wurde von Spartenobmann DI Johann Steszgal im Rahmen einer Pressekonferenz im April hingewiesen. Im Rahmen von Innovationsberatungen können sich burgenländische Klein- und Mittelbetriebe auf ihre Innovationskraft durchchecken lassen.
EPUs – Ein-Personen-Unternehmen
Die Zahl der Unternehmen ohne Mitarbeiter ist in den Vorjahren stetig gewachsen. Im Rahmen einer im September 2006 bundesweit gestarteten Offensive wird sich auch die WK Burgenland noch stärker um diese Mitglieder bemühen. Es geht dabei um Information, Betreuung und Vernetzung. Fast 60% der burgenländischen Betriebe sind EPUs. Typische EPU befinden sich etwa in den Dienstleistungsbereichen. Trotzdem ist es überraschend, dass rund 85% der Firmen der Sparte IC im Burgenland Ein-Personen-Unternehmen sind. Über das neue EPU Portal epu.wko.at werden zielgerichtete Informationen zu den Themen Steuern, Recht, Finanzierung, Kooperation etc. angeboten.
Breitbandinternet
Durch die Breitbandinitiative der Landesregierung ist der Versorgungsgrad mit breitbandigem Internet im Burgenland in den Jahren 2005 und 2006 deutlich angehoben worden und liegt nach Angaben des Landes im Herbst 2006 bei nahezu 100 %. Da es aufgrund eines Funkschattens oder einer großen Distanz zur Vermittlungsstelle sein kann, dass Unternehmen bzw. deren Betriebsstätten nicht ans Breitbandinternet angeschlossen werden können, plant die Sparte IC Anfang 2007 eine Umfrage bei den Mitgliedern, um so Problemfälle aufzeigen zu können.
Fachgruppe Finanzdienstleister
2006 fand wieder eine Informationsveranstaltung der Fachgruppe, diesmalin Kooperation mit der Nürnberger Versicherung AG Österreich und der Sozialversicherung d.g.W. (SVA), statt. Thema war „Marktchance Berufsunfähigkeitsversicherung“. Die Veranstaltung wurde in Oberwart durchgeführt und war gut besucht bei durchwegs positiven Rückmeldungen.
Die Fachgruppe Finanzdienstleister kann trotz großer Fluktuation eine Steigerung bei den Mitgliederzahlen verzeichnen.
Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation
Mitte des Jahres 2006 wurde eine Imagekampagne in der Wirtschaftskammer Zeitung gestartet. Die Fachgruppe kaufte für jede 2. Ausgabe eine ganze Seite. Eine halbe Seite wurde von der Fachgruppe mit Informationen der Berufsgruppen befüllt, die zweite Hälfte wurde zu einem äußerst günstigen Preis zu je einer viertel Seite den Mitgliedern zur Verfügung gestellt.
2006 ging bereits zum 10. Mal der Burgenländische Werbepreis ADEBAR über die Bühne. Die Jubiläumsveranstaltung wurde unter dem Motto „Rück Blick Voraus“ im Messezentrum in Oberwart durchgeführt. „Dr. Kurt Ostbahn“ Willi Resetarits führte durch den Gala-Abend. Unter anderem gab es einen Showact „Willi & The Adebars“ und eine Gesangseinlage vom Überraschungsgast Wolfgang Ambros. Erfreulicherweise gab es heuer wieder einen Rekord von 195 Einreichungen bei 38 einreichenden Firmen. Zur Bewertung kamen 13 Kategorien.
Die Fachgruppe Werbung ist eine dynamisch wachsende Gruppe mit einem Mitgliederzuwachs von 430 Mitgliedern 2005 auf rd. 470 Mitglieder Ende 2006.
Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie
Die Fachgruppe verzeichnete im Jahr 2006 einen Mitgliederzuwachs von fast 5%. Insgesamt hatte die Fachgruppe mit Stand 31.12.2006 950 Mitglieder in den Bereichen Unternehmensberatung, Informationstechnologie und Gewerbliche Buchhaltung.
Durch ein neues Veranstaltungskonzept kamen am Mittwoch, dem 26. April 2006, über 70 österreichische Unternehmensberater und Planer in die Orangerie im Schlosspark Esterhazy zur „Markt-Werkstatt“ nach Eisenstadt.
Die Consultants als Zuhörer und deren Auftraggeber am Podium – nach diesem Muster gestaltete sich die in Kooperation mit der ARGE Planungs- und Beratungsexport und dem Fachverband Unternehmensberatung und IT (UBIT) organisierte Veranstaltung. Gemeinsam wurde die zentrale Thematik dieses Treffens „Was sich Klienten von Consultants wünschen“ erörtert.
Die Zielvorstellung war, zu ergründen, welche Voraussetzungen Consultants jeglicher Fachrichtung mitbringen müssen, um in eine erfolgreiche Kooperation mit Industrieunternehmen treten zu können. Das hochkarätig besetzte Podium, mit dabei waren Geschäftsführer Mag. Friedrich Ebner von der Leier Baustoffe Holding, Mag. Dietmar Müller von Berndorf Hueck Band - und Pressblechtechnik sowie Hannes Takacs von Capmex Unternehmensberatung, stellte sich den versammelten Planer und Beratern vor und legte die jeweiligen persönlichen – positiven wie negativen – Erfahrungen mit Consultants dar.
Unter dem Titel „Jenseits von Austria“ – Exportchancen für Beratung und IT-Dienstleistungen nach Italien stand ein internationales Symposium des Fachverbandes UBIT und der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) der WKÖ. In vier Themenblöcke gegliedert bot das vom 21. zum 22. September 2006 in der Nähe von Verona abgehaltene Symposium reichlich Gelegenheit, Antworten auf diese und viele andere Fragen zum Zielmarkt Italien zu erhalten. 18 hochkarätige Experten aus Italien und Österreich gaben den insgesamt über 90 TeilnehmerInnen aus beiden Ländern einen aktuellen Überblick über den italienischen Beratungsmarkt in den Bereichen e-Government, Human Resources, RFID (Radio Frequency Identification) und Energie. Unterschiede im Entwicklungsstand der beiden Länder kamen dabei ebenso zur Sprache wie Beispiele für erfolgreichen Dienstleistungsexport von Österreich nach Italien.
Heuer wurde zum 1. Mal der burgenländische Quality-Talk/UBIT-Day 2006 im Festsaal der Wirtschaftskammer Burgenland veranstaltet. An 12 Info-Points konnten sich die Mitglieder der Fachgruppe über die verschiedenen Experts-Groups sowie über Incite, Gewerbliche Buchhalter und einem Versicherungsprogramm informieren. Als prominenten Referenten konnte Mag. Christian Hehenberger, Bestsellerautor und Geschäftsführer des Instituts für Marketing und Trendanalysen im oberösterreichischen Gutau, gewonnen werden. Im Rahmen des UBIT-Days wurden auch die Burgenland-Sieger des diesjährigen Constantinus ausgezeichnet.
Nach langen Verhandlungen zwischen dem Fachverband UBIT und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat am 12. Juli 2006 der Nationalrat einstimmig das Bilanzbuchhaltungsgesetz 2006 (BibuG) beschlossen.
Die Regelung vereinigt die bisher getrennten Berufe des selbstständigen und des gewerblichen Buchhalters.
Die Abgrenzung zum Steuerberater bleibt aufrecht, doch wird die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen wesentlich erleichtert.
Ziel der neuen Regelung ist es, einen einheitlichen, qualifizierten Bilanzbuchhaltungsberuf zu schaffen, der vor allem Österreichs kleine und mittlere Unternehmen umfassend und ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützen kann.
Eine Übergangsregelung sichert die Rechte bestehender gewerblicher und selbstständiger Buchhalter und ermöglicht den Umstieg zum Bilanzbuchhalter.
Erstmalig können die Berufsberechtigten zwischen verschiedene Interessenvertretungen wählen.
Je nach individuellen Plänen können die Bilanzbuchhalter sich für die Wirtschaftskammer oder für die Kammer der Wirtschaftstreuhänder entscheiden.
Das BibuG tritt am 1. Jänner 2007 in Kraft.
Fachgruppe Technische Büros/Ingenieurbüros
Die Mitgliederzahl der Fachgruppe Ingenieurbüros steigt kontinuierlich und zählt mit Ende 2006 bereits rd. 185 Mitglieder. Die Kalkulationsempfehlungen des Fachverbandes wurden 2006 erweitert und bestehen nun aus einem Allgemeinen Teil, der auch eine Kalkulationsmatrix enthält sowie den Leistungsbildern für Technische Ausrüstung und Innenarchitektur. Neu darin ist u. a. das Leistungsbild Lanschaftsarchitektur.
Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ist eine gleichmäßig wachsende Branche. So zählt die Fachgruppe Ende 2006 bereits rd. 160 Mitglieder. Am stärksten nach Mitgliederzahlen ist die Berufsgruppe der Immobilienmakler gefolgt von den Bauträgern und Verwaltern gewachsen.
Fachvertretung Druck
Heuer fand der Niederösterreich/Burgenländischer Druckertag in Pamhagen im Seewinkel statt. Im Rahmen des Druckertages wurde auch die Jahreshauptversammlung der Landesgruppe Niederösterreich/Burgenland des Verbandes Druck abgehalten.
Über 3 Tage konnten die Mitglieder der Fachvertretung Burgenland und der Fachgruppe Niederösterreich an interessanten Fachvorträgen teilnehmen, ihre Erfahrungen austauschen und diverse Fachthemen diskutieren.
Fachvertretung Buch- und Medienwirtschaft
Am 3. Mai 2006 fand eine Veranstaltung im Rahmen des „ÖsterreichLeseFest“ in Kooperation mit dem Landesschulrat Burgenland im Rathaus in Pinkafeld statt. Mit der Veranstaltung wollte auch die Fachvertretung der Buch und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Burgenland auf das „ÖsterreichLeseFest“ aufmerksam machen. Vom 2. bis 4. Mai drehte sich in vielen Buchhandlungen und Literaturhäusern österreichweit alles rund um das gute Kinder- und Jugendbuch.
Fachvertretung der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten
Anfang Mai 2006 organisierte die Fachvertretung der Versicherungsmakler eine Informationsveranstaltung in Zusammenarbeit mit ARAG Allgemeine Rechtsschutzversicherungs-AG Österreich zu den Themenbereichen Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, EDV im Maklerbüro, etc.
Eine weitere Infoveranstaltung in Kooperation mit der Cardif – Allgemeine Versicherung im Oktober befasste sich mit den Möglichkeiten des Versicherungsschutzes von Risken im Bereich Berufsunfähigkeit.
Der Arbeitskreis EDV tagte am 9. und 10. Oktober in Großpetersdorf. Arbeitsschwerpunkt der Sitzung war die Effizienzsteigerung für Versicherungsmakler und Versicherungsunternehmen durch direkten Datentransfer.
Die 2006 auf Bundesebene gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft gebildete Reformkommission wird bis zum Frühjahr 2007 den Entwurf einer Regierungsvorlage erarbeiten, mit der die verschiedenen praktischen Probleme der Vermittlerrichtline beseitigt und die Maklerhaftpflicht entschärft werden soll. Anfang November 2006 wurde die Rechtsservice und Schlichtungsstelle der Versicherungsmakler gemeinsam mit acht Versicherungsgesellschaften gegründet. Ziel dieser neuen Institution ist die rasche, kostengünstige und außergerichtliche Streitbeilegung zwischen Makler und Versicherer.