Wie Sie die neue Zielgruppe erreichen - mit Checkliste
Grün, bunt, fair und bio – mit Shoppen die Welt verbessern lautet die Devise des ökologisch sozial korrekten Konsums. Die neue Ökobewegung vertritt keine Randgruppe mehr und Marketingexperten haben bereits die Powerkonsumenten als die neue Zielgruppe entdeckt. LOHAS heißt das Zauber- und Kunstwort, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Lifestyle of Health and Sustainability. In den USA sollen ungefähr 30 Prozent der Verbraucher dem LOHAS-Typ entsprechen. Auch das Zukunfts-Institut von Mathias Horx hat die Zielgruppe identifiziert und beschreibt, wie der grüne Lebensstil die Märkte erobert.
Lebensstil Gesundheit und Nachhaltigkeit
Was sind die Charakteristika des nachhaltigen Lebensstils. LOHAS steht für
- Naturnähe und Umweltbewusstsein
- Bereitschaft höhere Preise und Steuern für den Umweltschutz zu zahlen
- Aufbau und die Erhaltung dauerhafter sozialer Beziehungen
- hohes soziales Engagement
- hoher Stellenwert der Gleichberechtigung der Frauen in der Arbeit und in Führungspositionen
- ethisches Verantwortungsbewusstsein im globalen Bezug auf Frauen- und Kinderrechten
- Wunsch an politische Entscheidungsträger, für die Kindererziehung und Gesundheit, die Erhaltung von Sozialkapital sowie die Schaffung einer ökologisch nachhaltigen Zukunft zu sorgen.
- tendieren zu optimistischen Zukunftsbildern
- wollen an einer besseren Zukunft mitarbeiten.
Alle diese nicht vollständig aufgezählten Werte und Einstellungen bieten Marktchancen für nachhaltige Produkte. Beispiele von erfolgreichen Unternehmen, die dieses Marktsegment entdeckt haben, zeigen das Potenzial: American Apparel, ein amerikanischer Textilhersteller, der Löhne über den Kollektivvertrag garantiert und Kleidung in Amerika herstellt kann auf ein Dreijahreswachstum von 525 Prozent verweisen. Boomender Versandhandel wie Otto, adili.com, global responsible fashion oder Hess bieten nachhaltige Produkte an, die nach strengen ökologischen Richtlinien sowie fair produziert werden, und beweisen, das Nachhaltigkeit ein gewinnbringendes Geschäftsfeld sein kann.
Shopping Guides
Eine weitere treibende Kraft für nachhaltige Produkte lässt sich unter dem Begriff Ratgeberliteratur zusammenfassen wie „Shoppen hilft die Welt verbessern“ oder „Einfache Dinge, die sie tun können, um die Welt zu retten“. Sie stellen ökologische Produkte und öko-bewusste Unternehmen vor, beschreiben Produktlabels und geben dem ethisch interessierten Konsumenten die ausführlich recherchierten Informationen zu Sozial- und Umweltstandards. Unternehmen mit glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategien können diesen Wettbewerbsvorteil nutzen, speziell wenn auch ihre Produktpolitik auf die Ökobilanz Wert gelegt wird und auf umwelt- und gesundheitsschädigende Substanzen verzichtet werden.
Transparenz durchs Internet
Internet-Testberichte und Produktinformationen werden immer häufiger für Kaufentscheidungen herangezogen. Internetseiten wie Food-watch liefern die entsprechenden Verbraucherinformationen zum Beispiel zu Biolebensmittel oder Gesundheitsgefahren und treten so als gewichtige Meinungsbildner auf. Auf der anderen Seite bieten Internetportale wie der im Aufbau befindliche Lohasguide Chancen und Marktplätze für ethisch ökologisch produzierte Produkte.
Mediale Umweltinformationsflut und Bewusstseinsbildung
In Österreich rangiert nach einer repräsentativen Umfrage des Gallup-Instituts der Klimawandel als Risikothema an erster Stelle. Rund 70% der Befragten sind überzeugt, dass global warming bereits „ernste Folgen“ hat. Die mediale Präsenz von Umweltinformationen schafft Umdenken und Bewusstseinsbildung. In den USA boomen Reality-Shows rund um den Umweltschutz. Beliebte Fernseh-Sendungen wie der Ethical Man von BBC bilden die Ausgangsbasis für breite Internet - Diskussionsforen zu ethischen Konsum. Aber auch Hollywoodstars wie Lopez, Di Caprio und George Clooney werben für umweltbewussten Lebensstil, sei es mit Hybrid-Autos, Solaranlagen oder chlorfreie Windeln für ihre Babys und setzen als Trendsetter und Idole Zeichen zum Bewusstseinswandel. Auf solche Signale lenken sogar Unternehmensvorstände, für die Umweltaktivisten eher Feindbilder waren, ein. Vorstandsvorsitzender Jeffrey Immelt von amerikanischen Mischkonzern General Electric äußert sich dazu folgend: „Ich bin wirklich kein Umweltschützer, aber als Unternehmen muss man merken, in welche Richtung die Gesellschaft sich bewegt.“
LOHAS, oder wie EPUs und kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) diese Zielgruppe erreichen können
Die nachfolgende Checkliste gibt Anregungen und Hinweise, wie Unternehmenskommunikation den Nutzen nachhaltigen Handelns kommunizieren kann. LOHAS bilden dabei eine Kernzielgruppe, die es zu identifizieren, zu beschreiben und hinsichtlich der eigenen Produkte und Dienstleistungen anzusprechen gilt.
Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Rosemarie Pippan
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