Leistungsbericht der Sparte Information und Consulting Burgenland
Personelles
DI Johann Steszgal, Obmann der Sparte Information & Consulting in der Wirtschaftskammer Burgenland, wurde zum Präsidenten der Pan European ICT & eBusiness Network for Small an Medium Enterprises, kurz PIN-SME gewählt. Er engagiert sich seit vielen Jahren als Funktionär in der Wirtschaftskammer, u.a. als Obmann der Fachgruppe UBIT.
Als Präsident der PIN-SME steht Steszgal nun an der Spitze einer Interessensvertretung für 750.000 Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche (IKT). Eine wesentliche Aufgabe sieht der Neo-Präsident vor allem in der Rolle „als qualifizierter Ansprechpartner der diversen Europäischen Institutionen“.
5 Jahre Sparte IC
Die Gründung einer zusätzlichen siebenten Sparte Information und Consulting war eines der Kernstücke der Wirtschaftskammerreform 2002. Mit dieser Sparte hat die Wirtschaftskammer der dynamischen Entwicklung der Information zu Beratungsbranchen, die zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden sind, Rechnung getragen. Die wirtschaftsnahen Dienstleister dieser Sparte haben in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zur positiven Konjunkturentwicklung geleistet. Die Dynamik der IC Branchen spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen wider. Innerhalb der vergangenen 5 Jahre ist die Mitgliederzahl von rund 2.000 im Jahr 2002 auf rund 2.500 im Jahr 2007, das sind 25 % gestiegen. Traditionell groß ist in der Sparte IC der Anteil der Ein-Personen-Unternehmen. Über 75 % der Mitglieder beschäftigen derzeit keine Mitarbeiter.
Konjukturerhebung
Die Konjunkturerhebung der KMU FORSCHUNG AUSTRIA, durchgeführt im Auftrag der Sparte Information & Consulting der Wirtschaftskammer Österreich, zeigt für das Burgenland eine anhaltend positive Entwicklung des bisherigen Geschäftsverlaufs 2007 sowie optimistische Erwartungen für den Zeitraum 4. Quartal 2007 – 1. Quartal 2008. Die Ergebnisse der Konjunkturerhebung 2/2007 für das Burgenland basieren auf den Angaben von für die Sparte Information & Consulting typischen Unternehmen. Den Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen 2007 bewerten die Unternehmen der Sparte Information & Consulting im Burgenland positiv. 52 % der Unternehmen meldeten eine Verbesserung gegenüber der Vorjahresperiode, 13 % eine Verschlechterung. Die Auftragslage im 3. Quartal 2007 wird seitens der Unternehmer/-innen im Burgenland insgesamt mit „eher gut“ beurteilt.
97 % der Unternehmen beurteilen die Auftragslage als „sehr gut“ bis „eher gut“. Lediglich 3 % stufen diese als „eher schlecht“ bis „sehr schlecht“ ein. 45 % der Unternehmen der Sparte Information & Consulting im Burgenland erwarten eine positive, 41 % eine konstante Entwicklung. 14 % der Unternehmen rechnen mit Rückgängen.
Arbeitszeitpaket
Die Sozialpartnereinigung zum Arbeitszeitgesetz und damit das neue Arbeitszeitpaket bringen den Unternehmen die Spielräume, die für die Sparte IC dringend nötig sind. Das Abkommen soll vor allem die Flexibilität von Unternehmen im Hinblick auf schwankende Auslastungen erhöhen. Die Möglichkeiten einer Arbeitszeitverlängerung wurden zwar ausgeweitet, die Mitbestimmung der Arbeitnehmer/innen über Arbeitszeitgestaltung und Abgeltung durch Kollektivvertrag bleibt aber auch künftig erhalten.
Breitbandinternet
Immer weniger Unternehmen können es sich leisten, ohne leistungsfähige Internetverbindung auszukommen. Die Standortnachteile für die betroffenen Firmen wären zu groß und die Entwicklung geht gerade in der Sparte IC immer mehr in Richtung Tele-Learning und Teleworking. Mittlerweile geht der landesweite Breitbandausbau im Burgenland weiter und politische Spitzenrepräsentanten des Landes sprechen von einem „flächendeckenden Ausbau“. Das entspricht leider nicht der Realität weil nach wie vor gibt es einige unterversorgte Gebiete und Gemeinden im Burgenland. Ein wesentliches und ehrgeiziges Ziel des Landes muss „Breitband-Internet für jeden Haushalt“ bleiben.
Fachgruppe Finanzdienstleister
Im August 2007 lud die Fachgruppe der Finanzdienstleister Burgenland ihre Mitglieder in Kooperation mit dem Fachverband Finanzdienstleister zu einer Road Show zum Thema „Der lange Weg von der MiFID zum WAG 2007“ in die Wirtschaftskammer Burgenland nach Eisenstadt ein.
Zentrales Thema der Veranstaltung war die neue EU-Richtlinie MiFID (Markets in Fi-nancial Instrument Directive), die mit dem WAG am 1. November 2007 in internationales Recht umgesetzt wurde. Dazu konnten neben Fachverbandsobmann KommR Wolfgang Göltl hochkarätige Finanzexperten gewonnen werden.
Es referierten Mag. Philipp Bohrn (Referent des Fachverbandes) über die Unternehmensformen, Dr. Ernst Brandl (Rechtsanwaltskanzlei Brandl & Talos) zum Thema der Wohlverhaltensregeln des WAG 2007 und Mag. Cornelius Necas (Interfides Wirtschaftsprüfungs- u. Steuerberatungs GmbH) erläuterte die steuerrechtliche Sicht des WAG 2007.
Die Fachgruppe Finanzdienstleister kann trotz relativ starker Fluktuation eine Steigerung bei den Mitgliederzahlen verzeichnen.
Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation
Im Berichtsjahr 2007 wurde vom Ausschuss der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation beschlossen nach dem 10jährigen Jubiläum den burgenländischen Werbepreis ADEBAR nur mehr alle zwei Jahre zu organisieren.
Es wurde überlegt eine kleinere Veranstaltung durchzuführen welche 2007 leider nicht zustande gekommen ist. Also legte man einen Arbeitsschwerpunkt auf die Information der Mitglieder. Es fanden u.a. zwei Workshops statt, einer in Eisenstadt und einer in Oberwart, bei dem die Mitglieder Informationen für die tägliche Arbeit erhielten. Diese Workshops waren sehr gut besucht bei durchwegs positiven Rückmeldungen. Gleichzeitig wurde auch das Interesse an weiteren Workshops erhoben welche im Jahr 2008 durchgeführt werden sollen.
Die Fachgruppe Werbung ist eine dynamisch wachsende Gruppe mit einem positiven Mitgliederzuwachs von 470 Mitgliedern Ende 2006 auf rd. 490 Mitglieder Ende 2007.
Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie
Die Fachgruppe verzeichnete im Jahr 2007 einen Mitgliederzuwachs von fast 4%. Insgesamt hatte die Fachgruppe mit Stand 31.12.2007 rd. 990 Mitglieder in den Bereichen Unternehmensberatung, Informationstechnologie, Gewerbliche Buchhaltung und Bilanzbuchhaltung.
Mit dem neuen Unternehmergesetzbuch ist am 1. Jänner 2007 die große Reform des Handelsgesetzbuches in Kraft getreten. Hauptziel war eine grundlegende Modernisierung des Handelsgesetzbuches und die Vereinfachung des Unternehmerrechtes. Nachdem diese Änderungen bzw. die neuen rechtlichen Gegebenheiten auch für Unternehmensberater von großer Wichtigkeit sind, organisierte die Fachgruppe im März eine gut besuchte Informationsveranstaltung zu diesem Thema.
An die 60 österreichische Consultants nutzten am 26. April 2007 bei der zweiten Markt-Werkstatt in Stift Göttweig die Möglichkeit, direkt von potenziellen Auftraggebern aus Rumänien, der Ukraine und dem Kosovo zu erfahren, welche Beratungsleistungen diese für ihre geplanten Projekte am dringendsten benötigen und wie man am besten mit ihnen in Kontakt und in Geschäftsbeziehung treten kann. Gemeinsam mit vier Repräsentanten erfolgreicher österreichischer Unternehmen wurden darüber hinaus anhand konkreter Projekte exportrelevante Strategien diskutiert. Rund 60 Consulter aus ganz Österreich nahmen an der zweiten Markt-Werkstatt der ARGE P-B-Export im Stift Göttweig teil. Die Themen der beiden Panels, die anschließenden Diskussionen sowie die thematisch dazu gehörenden Workshops waren für die Teilnehmer sehr interessant.
Vom 26.-27- September 2007 fand unter dem Titel „Jenseits von Austria“ ein Symposium in Brünn statt. Der nachbarschaftliche Erfahrungsaustausch zwischen tschechischen und österreichischen IT-Consultants am Symposium der ARGE Planungs- und Beratungsexport in Brno brachte erfreuliche Ergebnisse internationaler Kooperationen ebenso zu Tage wie interessante und teils erstaunliche Unterschiede im Umgang mit den Herausforderungen moderner IT-Lösungen.
Die vom ARGE-Team in Zusammenarbeit mit der österreichischen Außenhandelsstelle Prag und in Kooperation mit dem Fachverband UBIT organisierte Marktsondierungsreise lieferte darüber hinaus mehr als 60 österreichischen und tschechischen Consultants Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen über mögliche gemeinsame Projekte.
Mit 1. Jänner 2007 ist das neue Bilanzbuchhaltungsgesetz (BibuG) in Kraft getreten. Ziel der neuen Regelung ist es, einen einheitlichen, qualifizierten Bilanzbuchhaltungsberuf zu schaffen, der vor allem Österreichs kleine und mittlere Unternehmen umfassend und ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützen kann. Eine Übergangsregelung welche bis 31.12.2007 bestanden hat sichert die Rechte bestehender gewerblicher und selbstständiger Buchhalter und ermöglichte den Umstieg zum Bilanzbuchhalter. Diese Übergangsbestimmung haben 15 Mitglieder im Burgenland genutzt um sich zum Bilanzbuchhalter upgraden zu lassen. Erstmalig können die Berufsberechtigten zwischen verschiedenen Interessenvertretungen wählen. Je nach individuellen Plänen können die Bilanzbuchhalter sich für die Wirtschaftskammer oder für die Kammer der Wirtschaftstreuhänder entscheiden.
Fachgruppe Technische Büros/Ingenieurbüros
Die Mitgliederzahl der Fachgruppe Ingenieurbüros steigt kontinuierlich und zählt mit Ende 2007 bereits rd. 190 Mitglieder. Es gab heuer einen Wechsel an der Spitze der Fachgruppe. KommR Ing. Alfred Scheibenpflug hat nach langer Tätigkeit als Obmann seine Funktion zurückgelegt. Als neuer Obmann übernahm Ing. Johannes Ernst diese Funktion. Ing. Johannes Ernst war schon bisher als Fachgruppenobmann-Stv. tätig. Am 20. September fand eine Fachgruppentagung in Bad Tatzmannsdorf statt, bei der zwei interessante Fachvorträge durch Repräsentanten der Firmen Geberit und Pichler gehalten wurden.
Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ist eine gleichmäßig wachsende Branche. So zählt die Fachgruppe Ende 2007 bereits rd. 170 Mitglieder. Am stärksten nach Mitgliederzahlen ist die Berufsgruppe der Immobilienmakler gefolgt von den Verwaltern und Bauträgern gewachsen.
Fachvertretung Druck
Heuer fand der Niederösterreich/Burgenländischer Druckertag in Laa/Thaya in Niederösterreich statt. Im Rahmen des Druckertages wurde auch die Jahreshauptversammlung der Landesgruppe Niederösterreich/Burgenland des Verbandes Druck mit interessanten Fachvorträgen abgehalten. Über 3 Tage konnten die Mitglieder der Fachvertretung Burgenland und der Fachgruppe Niederösterreich ihre Erfahrungen austauschen und diverse Fachthemen diskutieren.
Fachvertretung Buch- und Medienwirtschaft
Eine neue Vertragsperiode im Schulbuchbereich beginnt mit dem kommenden Schuljahr 2008/09. Zu diesem Zwecke fand am 9. November 2007 in Eisenstadt eine Informationsveranstaltung zum Thema Schulbuchverlängerung statt, bei dem sich Fachverbandsobmann Prof. KommR Michael Kernstock und Fachverbandsgeschäftsführer Mag. Karl Herzberger den Fragen zum neuen Schulbuchvertrag stellten.
Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten
Das ganze Jahr über hat das Thema Marketing, insbesondere die Frage der Finanzierung einer Werbekampagne der Versicherungsmakler die Fachvertretung beschäftigt. In einer Mitgliederversammlung am 24. September wurde eine völlige Neugestaltung der Grundumlage auf Basis der Sozialversicherungsbeiträge je Firma beschlossen. Mit der geplanten Werbekampagne – Start voraussichtlich März 2008 - wird einer der wesentlichsten Wünsche der Versicherungsmakler erfüllt. Dies haben zahlreiche Umfragen ergeben. Sie soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Marktanteile der Versicherungsmakler im Vergleich zum angestellten Außendienst, den Versicherungsagenten und sonstigen Marktbegleitern auszubauen.
Anfang Dezember 2007 hat der Nationalrat eine Novelle zur Gewerbeordnung beschlossen, die unter anderem auch Versicherungsmakler betrifft. Durch die Novelle wird die nebengewerbliche Ausübung des Versicherungsmakler-Berufes vorläufig soweit eingeschränkt, wie es die Rechtslage vor dem 15.01.2005 war. Ab 2009 ist es dann völlig verboten, ein neues Nebengewerbe zu begründen. Damit wurde erreicht, dass das „Nebengewerbe“ Versicherungsmakler weitgehend abgeschafft wird. Die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle (RSS) besteht mittlerweile rund ein Jahr. Durch diese Einrichtung konnten zahlreiche Schadenfälle und Provisionsstreitigkeiten geschlichtet oder verhindert werden, zumindest wurde für mehr Rechtssicherheit gesorgt.
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