Schulterschluss für eine bessere (Verkehrs-) Infrastruktur

23.12.2011
Mag. Ulrich Humer

WK Oberösterreich und WK Salzburg machen sich stark für neue Salzachbrücke, bessere Verkehrswege und den 380-kV-Ringleitungsschluss

Salzburg, 23. April 2009. „Die wirtschaftliche Entwicklung von Salzburg und Oberösterreich hängt entscheidend von einer vernünftigen Verkehrsinfrastruktur ab. Dies betrifft insbesondere den Flachgau und die angrenzenden oberösterreichischen Bezirke. Gemeinsam bilden sie einen starken Wirtschaftsraum mit wichtigen Industriebetrieben und zahlreichen Pendlern in beide Richtungen“, stellt WKS-Präsident KommR Julius Schmalz in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem oberösterreichischen WK-Präsidenten KommR Dr. Rudolf Trauner, dem Vizepräsidenten der WK Oberösterreich, KommR Ing. Hermann Haslauer, und dem Obmann der Bezirksstelle Flachgau, KommR Hannes Pögl, fest.
 
Schmalz ließ keinen Zweifel daran, dass es insbesondere auf Salzburger Seite ein starkes Defizit an Infrastrukturinvestitionen im Verkehrsbereich gibt, das aufgelöst werden muss. Vielfach sind diese Projekte aber auch für oberösterreichische Betriebe von Bedeutung. „Gemeinsam weisen wir daher einmal mehr die Politik darauf hin, dass eine Verkehrsinfrastruktur aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht und Neues angegangen werden muss“, so Schmalz. Heute verlaufen - ungeachtet der Wirtschaftskrise - Güterströme und Verkehrsströme wesentlich intensiver, die Wirtschaftsräume sind enger verflochten. „Umso schädlicher sind daher künstliche Hindernisse wie populistische Fahrverbote oder Dauereinsprüche von Anrainern, denen die Politik nur allzu leicht folgt, auch wenn für alle bessere Lösungen machbar wären“, so Schmalz. Beide Wirtschaftskammern haben sich daher in einem Abstimmungsprozess auf wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekte verständigt, die für die Wirtschaftsregionen insbesondere entlang der Landesgrenze besonders wichtig sind.
 
Gemeinsame verkehrspolitische Schwerpunkte
 
Zur Verbesserung bzw. Entschärfung der Verkehrssituation wurde bei dem Koordinationsgespräch eine Prioritätenliste mit gemeinsam wichtigen Projekten auf Salzburger Seite festgelegt, die möglichst rasch umgesetzt werden sollen, berichtete Bezirksstellenobmann Hannes Pögl. Dem entspricht auch eine Liste an Projekten auf oberösterreichischer Seite, welche die Verkehrsanbindung nach Salzburg stärken sollen, über die Vizepräsident Haslauer berichtete. Die Projekte auf Salzburger Seite:
 
 Individualverkehr:
 
   - Forcierung des Autobahnanschlusses Hagenau mit Baubeginn 2011, Entlastung der
     Ortsdurchfahrt Bergheim,
   - Verwirklichung der West-Umfahrung von Straßwalchen zur Entlastung der Verkehrssituation
   - Verbindung der Wiener Straße (B1) mit der Braunauer Straße (B147) mit Baubeginn 2011,
   - eine zusätzliche Autobahn-Auffahrt in Eugendorf. Bis diese errichtet ist, fordert die WKS die
     Öffnung der Busspur und den vierspurigen Ausbau der B1 durch Eugendorf.
 
• Öffentlicher Verkehr:
 
  - Umsetzung des S-Bahn-Projektes NAVIS zwischen Salzburg und Straßwalchen
    und Weiterführung in den oberösterreichischen Raum,
  - Trassenführung der Magistrale von Paris nach Budapest über Salzburg,
  - Verlängerung der Salzburger Lokalbahn bis Ostermiething – Chemiedreieck Burghausen.
 
Zusätzliche Salzachbrücke für den nördlichen Flachgau
 
Beide Wirtschaftskammern treten für eine seit Jahren von der Wirtschaft geforderte leistungsfähige Salzachbrücke zwischen Salzburg und der Brücke bei Simbach am Inn ein. Ein im Vorjahr von der WKS verhindertes Lkw-Fahrverbot für die Zufahrt über die Oberndorfer Brücke, die selbst noch einmal beschränkt ist, macht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Salzachbrücke für den nördlichen Flachgau sichtbar. Darüber hinaus würde eine für den Wirtschaftsverkehr geeignete Brücke nicht nur den Zentralraum entlasten, sondern auch Umwegkilometer und Emissionen einsparen, ist Bezirksstellenobmann Pögl überzeugt.
 

 

Gemeinsam Lösung für das Lkw-Fahrverbot auf der B1 durchgesetzt:

 
Schrittweise Rückführung des Lkw-Fahrverbotes auf der B1
 
Vehement haben die beiden Wirtschaftskammern das Fahrverbot für Lkw auf der B1 im Raum Frankenmarkt bekämpft. Dieses stellt nicht nur für die angrenzenden Wirtschaftsräume in den Bezirken Vöcklabruck, Braunau und Salzburg-Umgebung eine wesentliche Einschränkung der Unternehmen, sondern insgesamt ein Behinderung sowohl für die Verkehrswirtschaft als auch für die Wirtschaft dar. „Es geht nicht an, wenn die höchstrangige Bundesstraße in Österreich nicht mehr für die Bestimmung genutzt werden kann, für die sie gebaut wurde“, betonte WKOÖ-Vizepräsident Haslauer.
 
Die Öffnung für den Ziel- und Quellverkehr für den Bezirk war eine kleine Erleichterung, löste aber nur das Problem im Osten des gesperrten Straßenstückes, nicht jedoch im Westen, insbesondere im Raum Straßwalchen. Gleichzeitig konnte das Nachtfahrverbot für Lkw auf der Mondseer Bundesstraße B154 abgewendet werden, was zu einer gänzlichen Einschränkung der Transportwege im Flachgau geführt hätte.
 
In gemeinsamen Anstrengungen zwischen der WKS und der WKOÖ ist es nunmehr gelungen, das Lkw-Fahrverbot für die Gemeinden Straßwalchen und Neumarkt sowie die Gemeinden Lochen und Lengau aufzuheben. „Dies ist ein weiterer Schritt zur gänzlichen Aufhebung des Lkw-Fahrverbotes auf der B1“, so Haslauer. Die WKOÖ wird sich gemeinsam mit der WKS auch in diesem Bereich für die besten Rahmenbedingungen der Unternehmen beider Länder einsetzen.
 
WK Oberösterreich und WK Salzburg fordern raschen Bau der 380-kV-Leitung ein
 
Der Schulterschluss der beiden Wirtschaftskammern in Sachen Infrastruktur umfasst aber auch die Energie. Beide Wirtschaftskammern treten vehement für den raschen und kostengünstigen Bau der 380-kV-Leitung in Österreich ein. „Ich bin Präsident Trauner sehr dankbar für sein starkes Beharren auf den für Österreichs Wirtschaft unverzichtbaren 380-kV-Ringleitungsschluss. Beide fordern wir das Land Salzburg auf, den Bau der Freileitung auf Salzburger Seite nicht weiter zu behindern. Beide fordern wir aber auch den Bund auf, hier wieder seine ordnende Kompetenz stärker ins Spiel zu bringen!“, so WKS-Präsident Schmalz abschließend.

 

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