Wie weit ist die Digitalisierung des Radios in Österreich fortgeschritten?

30.08.2010
Mag. René Tritscher

Der Technologieschritt im Radio von analog auf digital wird aus heutiger Sicht zwar kommen, jedoch nicht kurzfristig – erste gesetzliche Grundlagen für Pilotprojekte und die Ausschreibung der Multiplex-Plattform bereits geschaffen

Digitales Radio steckt europaweit noch in den Kinderschuhen. International wird seit mehreren Jahren kontrovers die Frage diskutiert, unter welchen Rahmenbedingungen das terrestrisch analog ausgestrahlte Radio im UKW Format digitalisiert werden soll.

Im Jahr 2008 hat die RTR-GmbH im Rahmen der „Arbeitsgemeinschaft Digitaler Hörfunk“ zwei Studien zum Thema "Chancen und Risken des digitalen Hörfunks in Österreich".

Um die Rahmenbedingungen der Digitalisierung des Hörfunks zu definieren wurde am 23.3.2010 in der RTR-GmbH die Interessengemeinschaft „Digitaler Hörfunk in Österreich“ gegründet. Der FV TKR ist sowohl in der Arbeitsgemeinschaft als auch in der Interessengemeinschaft vertreten.

Vom 3.2.2009 bis 10.9.2009 fand im Rahmen einer Workshop-Reihe die Überprüfung einer möglichen Einführung des Digitalen Hörfunks statt. Im Endbericht vom 9.12.2009 werden die wesentlichen Punkte bei der Einführung von Digitalradio beleuchtet.

Im Rahmen von Arbeitsgruppen wurden im Jahr 2009 Empfehlungen für Rahmenbedingungen zur Digitalisierung an die Politik formuliert. Folgende Grundsätze sind dabei wesentlich:

  1. eine Harmonisierung der Technologien und Vorgangsweisen in Europa ist wünschenswert;
  2. DAB/DAB+ ist derzeit die beste Variante der großflächigen Verbreitung;
  3. die Anpassung des gesetzlichen Rahmens ist für die Einführung von Digitalradio erforderlich;
  4. Ja zum Digitalen Hörfunk, aber keine Verpflichtung zur Abschaltung von UKW;
  5. ein mehrjähriger Simulcastbetrieb wird bei der Einführung notwendig sein.

Diese Schlussfolgerungen und der Stand der Diskussionen sind auch im Digitalisierungsbericht 2009 der RTR-GmbH enthalten.

Das Privatradiogesetz bietet seit dem 1.10.2010 die Möglichkeiten, folgende Aktivitäten im digitalen Radio zu setzen:

  • Durchführung von Pilotversuchen durch die Erprobung digitaler Übertragungstechniken und Programmentwicklungen durch den ORF, private (kommerzielle und nichtkommerzielle) Radioveranstalter und Multiplex-Betreiber und
  • Ausschreibung der Planung, des technischen Ausbaus und des Betriebs einer Multiplex-Plattform für digital terrestrischen Hörfunk durch die Regulierungsbehörde.