Finale für grenzüberschreitendes Projekt „Energy Future“
Ein neuer Energie-Check für Betriebe, Energieoptimierungsprojekte für Gemeinden, die Errichtung eines mobilen Sanierungslehrpfads und eine Sanierungspartner-Datenbank – das sind einige der Schwerpunkte,
die im Rahmen des Projekts „Energy Future“ entwickelt und umgesetzt wurden. Ziel des dreijährigen Projekts, das im Rahmen des EU-Programms Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ) durchgeführt wurde, war eine nachhaltige Energienutzung in der österreichisch-tschechischen Grenzregion. Im Schloss Haindorf wurde nun im Rahmen des NÖ Baugewerbetags zum Projektabschluss offiziell Bilanz gezogen.
„Energieeffizienz ist gerade jetzt ein wichtiger Impuls für unsere Betriebe, nicht zuletzt in der Bauwirtschaft“, so Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).
„Energie-Fitness bedeutet auch Fitness für den Wettbewerb.“
Projektergebnisse im Detail
Konkret wurden im Wald- und Weinviertel in 15 Muster-Gemeinden Energieoptimierungsprojekte gestartet und umgesetzt. Die Palette reicht von der Installierung von Photovoltaikanlagen auf Gemeindegebäuden
über die Ausarbeitung von Nahwärmeprojekten bis zu Kleinwasserkraftwerken.
Der neu entwickelte mobile Sanierungs-Lehrpfad macht die verschiedenen Möglichkeiten energieeffizienter Gebäudesanierungen erlebbar. Er präsentiert die wesentlichen Komponenten einer Sanierung für
die unterschiedlichen Bauperioden bis hin zu einer Sanierung auf Passivhausstandard. Die Modelle wurden u.a. von Maurer-Lehrlingen des Lehrbauhofs Haindorf und Lehrlingen der LBS Pöchlarn errichtet.
Künftig soll der Lehrpfad bei verschiedenen Messen und Veranstaltungen zum Einsatz kommen können und damit quasi „Sanierung zum Angreifen“ bieten.
Für Unternehmen wurde ein eigener Energie-Check im Internet entwickelt. Mit diesem völlig neuen Check lässt sich über ein ausgeklügeltes Bausteinsystem einfach und schnell ein der eigenen Betriebsstätte
nachempfundenes Modell in übersichtlicher 3D-Animation entwickeln. Dazu gibt es in Sekundenschnelle passende Energiespartipps und Maßnahmenvorschläge.
Beispiele von tatsächlich bereits umgesetzten Projekten zu verschiedenen Betriebsgebäudetypen – vom Hotel über Geschäfte bis zu Werkstätten und Industriebetrieben - bieten darüber hinaus detaillierte Auskünfte
zu den jeweils gesetzten Maßnahmen, Einsparungseffekten, Amortisationszeiten, etc. und sollen so die eigene Entscheidung unterstützen.
Für Private und Unternehmen wurde darüber hinaus eine eigene Sanierungspartner-Datenbank entwickelt, über die mit einem kurzen Klick und der Eingabe der eigenen Postleitzahl das richtige Unternehmen in der Region
für Sanierungsmaßnahmen gefunden werden kann. Rund 1.500 Betriebe sind in der Datenbank registriert. Zu erreichen ist die Datenbank ebenso wie der Energie-Check für Unternehmen unter www.esan.at
Bauwirtschaft und Energieeffizienz gehören zusammen
Die Bauwirtschaft spiele im Bereich der Energieeffizienz eine „Schlüsselrolle“, das Thema sei für die gesamte Bauwirtschaft von „essenzieller Bedeutung“, betonten die Landesinnungsmeister der Bauwirtschaft und der
Bauhilfsgewerbe, Ing. Robert Jägersberger und LAbg. Michaela Hinterholzer.
„Das Projekt „Energy Future“ ist dabei ein weiterer Meilenstein und zwar zum einen als Informations- und Aufklärungsinstrument an die Konsumenten bzw. Kunden und zum anderen, um die Weiterentwicklung
des Energieeffizienzgedankens auch in der technisch/handwerklichen Aus- und Weiterbildung in den Betrieben zu forcieren“, so Jägersberger.
Und Hinterholzer: „In den meisten Energieeffizienzprojekten spielt die Bauwirtschaft eine Schlüsselrolle, sei es beim Neubau oder bei der Sanierung. Daher ist es notwendig, eine Vielzahl von Akteuren zur optimalen
Kooperation und Zusammenarbeit zu bringen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sanierungspartner-Datenbank, die aus dem Projekt hervorgegangen ist und potentiellen Bauherren und Auftraggebern hinkünftig eine wertvolle Hilfe sein soll.“
WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl sieht im Thema Energieeffizienz gleich „einen vierfachen Erfolgsweg: Betriebe und Private können ihre Energiekosten senken, die Umweltbilanz verbessert sich,
unsere Unternehmen bekommen interessante Aufträge, die regionale Wirtschaft wird gestärkt.“
2,3 Millionen Euro für die Nachhaltigkeit
Insgesamt standen rund 2,3 Millionen Euro für das Projekt im Rahmen des EU-Programms Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ) zur Verfügung. 1,55 Millionen, also mehr als zwei Drittel,
entfielen dabei auf Aktivitäten in Niederösterreich. Die Finanzierung erfolgte zu 70 Prozent durch die EU und zu 30 Prozent durch das Land Niederösterreich. Die Projektlaufzeit betrug drei Jahre.
Die Durchführung der Initiative lag federführend bei der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
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