Die Arbeiterkammer attackiert die private Penisonsvorsorge und bezeichnet deren Produkte als "Abzocke". Die betroffenen Branchen wehren sich dagegen

   

Den haltlosen und unseriösen Vorwurf der AK weisen die betroffenen Branchen – von den Versicherungen über die Versicherungsmakler und Versicherungsagenten bis hin zu den Finanzdienstleistern − in der Wirtschaftskammer Tirol vehement zurück.

Nicht nur überrascht, sondern auch enttäuscht zeigt sich der Sprecher der Versicherungsunternehmen in der Wirtschaftskammer Tirol, Walter Schieferer, über die jüngsten Angriffe der Arbeiterkammern Wien und Tirol sowie des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) auf das System der privaten Pensionsvorsorge.

Momentaufnahme hinkt im Vergleich

Der VKI hatte im Auftrag der AK Pensionsvorsorgeprodukte getestet und diese als „Abzocke“ bezeichnet. „Diese so genannte Studie ist leider wieder einmal ein Beispiel dafür, wie AK und VKI an ein Thema herangehen, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen“, bedauert Schieferer und meint weiter: „Abgesehen davon, dass die Gestaltung der Vorsorgeprodukte auf dem Verordnungswege geregelt ist und die Versicherungen damit kaum oder keinen Spielraum haben, zeigt dieser Test bewusst nur eine Momentaufnahme und nicht die Realität.“ So werden vom VKI unterschiedlichste Vorsorgeprodukte in einen Topf geworfen und für die Berechnungen nur die Garantiezinsen und keine realistische Gewinnerwartung herangezogen − allein dadurch fallen 50 Prozent der tatsächlichen Rendite unter den Tisch. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dem VKI das Bewusstsein für den Unterschied zwischen Spar- und Vorsorgeprodukten fehlt.

Die Tatsache, dass der Studienautor eine Lebensversicherung mit einer Kfz-Versicherung vergleicht und mehr Wettbewerb fordert, zeugt eher von Ignoranz als von Kompetenz“, sagt Schieferer.

Ungerechte Prügel für Berater - Fehler liegen beim Staat

Auch für Michael Posselt, Sprecher der Tiroler Finanzdienstleister, ist die VKI-Feststellung, die angebotenen Vorsorgeprodukte hätten zu viele Schwächen, aber keine Stärken, unhaltbar. „Man kann die verschiedenen Vorsorgeprodukte nicht über einen Kamm scheren. Alle Produkte haben ihre Berechtigung, wenn sie für den richtigen Zweck eingesetzt werden. Und genau dafür sorgen die unabhängigen Berater, die natürlich immer bestrebt sind, ihren Kunden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten das beste Ergebnis zu bieten.“
 
In diesem Zusammenhang verweist Posselt darauf, dass es in Sachen Vorsorge immer wieder Eingriffe zum Nachteil der Bevölkerung gibt. „Es kann aber sicher nicht sein, dass Versicherungen und unabhängige Berater von selbsternannten Konsumentenschützern für Fehltritte der Regierung und Eingriffe des Staates geprügelt werden“, betont Posselt. 
 

Steuerliche Absetzbarkeit von Prämien für Lebensversicherung gefordert

Der stellvertretende Obmann der Tiroler Versicherungsmakler, Winfried Vescoli, sieht in dem AK-Angriff auf die private Pensionsvorsorge einen Rundumschlag, der vollkommen am Ziel vorbei geht. „Die private Pensionsvorsorge ist eine wichtige Säule dafür, dass das österreichische Pensionssystem auch in Zukunft funktionieren kann. Deshalb wäre es wichtig, dass sie massiv gestärkt und attraktiver gestaltet wird – beispielsweise durch die volle steuerliche Absetzbarkeit von Prämien für Lebensversicherungen. Stattdessen wird die private Vorsorge von der AK schlecht geredet und von staatlichen Eingriffen immer wieder unterminiert“, stellt Vescoli fest.
 

Populismus schafft keine Verbesserungen

In die gleiche Kerbe schlägt auch Helmut Emberger, Obmann der Tiroler Versicherungsagenten: „Die Kritik der AK ist zweifellos unseriös und geht an der Realität vorbei. Dennoch gibt es in Sachen privater Pensionsvorsorge einige Dinge, die es zu verbessern gilt, damit sie eine echte Stütze des Pensionssystems der Zukunft sein kann. Dafür braucht es aber konstruktive Beiträge und keinen Populismus auf Kosten bestimmter Wirtschaftszweige und Berufsgruppen.“
 
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Tirol
Sparte Bank und Versicherung
Fachvertretung der Versicherungsunternehmungen
MMag. Sabine Uitz
T 05 90 90 5-1235
E sabine.uitz@wktirol.at
 
Sparte Information und Consulting
Fachgruppe Finanzdienstleister
Helmuth Schranz
T 05 90 90 5-1281
E helmut.schranz@wktirol.at
 
Sparte Information und Consulting
Fachgruppe Versicherungsmakler und
Berater in Versicherungsangelgenheiten
Mag. Matthias Marth
T 05 90 90 5-1323
E matthias.marth@wktirol.at
 
Sparte Handel
Landesgremium der Versicherungsagenten
Dr. Karolina Holaus
T 05 90 90 5-1432
E karolina.holaus@wktirol.at
 
 
 
 
 
 

 

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