Dänemark beschließt ambitioniertes Energieabkommen

26.03.2012
Maria Erbschwendtner

Energiesparen und Ausbau erneuerbarer Energien sind wichtigste Ziele

   

 

Der Energieplan regelt die Energiemaßnahmen des Landes bis zum Jahr 2020 und umfasst rund 3,5 Mrd. DKK. Die zwei wichtigsten Punkte des Abkommens: die dänische Bevölkerung soll zum Energiesparen angespornt werden und der Ausbau von erneuerbaren Energien soll stark unterstützt werden.
 
Das Packet ist ein wichtiger Meilenstein für das Ziel der dänischen Politik, bis 2050 den gesamten Energieverbauch in Dänemark rein aus erneuerbaren Energiequellen zu decken und fossile Energiequellen vollständig aus der Energieversorgung zu streichen. 2012 wurden 40% des dänischen Energiebedarfs von fossilen Brennstoffen abgedeckt. 2050 soll der Energiebedarf Dänemarks zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Dieser Beschluss ist ein wichtiges Signal für grünes Wachstum in Dänemark, besonders die Konkurrenzfähigkeit dänischer Unternehmen soll durch die Förderungen der Branche ausgebaut werden. Ein wichtiges Faktum für die dänische Politik ist außerdem die Versorgungssicherheit mit Energie.
 
Die Maßnahmen im Energiepacket sind ambitioniert. Speziell der Ausbau der Windenergie sowie der Biogas- und Biomasseanlagen ist im dänischen Energieabkommen festgeschrieben. Der dänische Energie- und Klimaminister Martin Lidegaard sprach vom breitesten, grünsten und langfristigsten Energiepacket, dass es in Dänemark je gegeben hat. Doch auch kritische Stimmen werden laut. Dänemark hat im europäischen Vergleich bereits jetzt sehr hohe Energiepreise – durch die Umstellung auf erneuerbare Energieträger werden zusätzliche Kosten auf die Konsumenten zukommen. Das Energiepacket wird, so die Kritiker, auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen.
 
Die wichtigsten Fakten aus dem Energieabkommen sind:
 
Ausbau von Wind- und Wasserkraft
 
  • bis 2020 sollen 2 Off-Shore Windparks eröffnen, Kriegers Flak mit 600 MW und Horns Rev mit 400 MW Leistung und landesweit weitere Windräder mit einem Leistungsumfang von 500 MW 
  • 100 Mio. DKK für die Entwicklung und den Ausbau neuer Technologien für die Elektrizitätsproduktion –davon gehen 25 Mio. DKK in den Ausbau von Wellenkraftwerken
Wärmeproduktion & Biogasanlagen
 
  • Umstellung der zentralen Kraftwerke von Kohle auf Biomasse
  • Ausbau der Biogasanlagen, höhere Förderungen im Bereich Biomasse
  • Task-Force zur Unterstützung konkreter Projekte
 
Energieeffizienz bei Gebäuden fördern
 
  • ab 2013 dürfen keine Öl- und Naturgasheizungen in neue Gebäude eingebaut werden, ab 2016 fallen auch bereits existierende Gebäude unter diese Regelung
  • 42 Mio. DKK sind für die Umstellung bereitgestellt
Freie Wirtschaft soll zu grünem Wachstum beitragen
 
  • die dänische Wirtschaft soll effizientere Energiepläne entwickeln und die Produktionsprozesse nachhaltiger gestalten
  • 500 Mio. DKK sind für die Förderung der Betriebe in diesem Bereich dafür pro Jahr bis 2020 vorgesehen
Smart Grid
 
  • Ausarbeitung eines intelligenten Energienetzes in Zusammenarbeit mit den dänischen Energieunternehmen
Transportsektor
 
  • radikale Umstellung im Transportsektor von fossilen Treibstoffen auf Elektro- oder Biomasseantrieb
  • Ausbau der Infrastruktur