TOP-Tirol Konjunkturbarometer zeigt positive Erwartungen mit Plus bei Export und Personalplanung
Das TOP-Tirol Konjunkturbarometer zeigt nach oben, die Tiroler Unternehmen schöpfen wieder Zuversicht, der Geschäftsklimawert (als Mittelwert von aktueller Lage und Erwartung) ist seit Dezember 2011 um 11 Prozent-Punkte gestiegen.
Unsicherheit und Einbruch im Dezember 2011
„Unser Geschäftsklimawert ist im Dezember 2011 um die Hälfte auf 17 Prozentpunkte eingebrochen“, erinnert der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Jürgen Bodenseer, an die Situation vor vier Monaten. „Die Geschäfte gehen heute zwar ungefähr gleich gut oder schlecht wie im Winter. Die Unternehmen sind heute aber viel optimistischer, was sich am aktuellen Geschäftsklimawert von 28 Punkten ablesen lässt“.
Geschäftslage weitgehend stabil
Die vielfach negativen Erwartungen bezüglich Auftrags- und Geschäftslage der Unternehmen haben sich dank stabiler Geschäftslage nicht erfüllt. „Stabil bedeutet in der momentanen Lage soviel: 34 Prozent beurteilen die Geschäftslage aktuell als gut, 61 Prozent als zufriedenstellend und 5 Prozent sprechen von schlechten Geschäften“, zitiert Bodenseer aus dem aktuellen TOP-Tirol Konjunkturbarometer. Eine ausgesprochen positive Geschäftslage vermeldet zum wiederholten Male der Dienstleistungsbereich, allen voran der Handel, gefolgt vom Tourismus.
Erwartungen haben sich gebessert
„Wirtschaft hat sehr viel mit Psychologie zu tun“, sagt Präsident Bodenseer, „die Eurokrise hat im Moment jedenfalls eine Auszeit, die Auswirkungen des Sparpakets sind bekannt und kalkulierbar, der Konsum ist stabil und es sieht auch auf unseren Exportmärkten wieder ganz gut aus und deshalb sollte – auch wenn die Regierung echte Reformen schuldig geblieben ist und sie noch einen ganzen Berg an Hausaufgaben zu erledigen hat - einer weiteren Erholung fast nichts im Weg stehen“.
Aussicht auf gute Geschäftslage überwiegt
Rund ein Drittel der Leitbetriebe erwartet gute Geschäftslage, 62 Prozent eine zufriedenstellende Entwicklung und nur fünf Prozent sind pessimistisch. Eine gute Geschäftsentwicklung erwarten insbesondere der Handel (65 Prozent) und die Bauwirtschaft (46 Prozent). In der Tiroler Industrie geht man mehrheitlich von einer zufriedenstellenden Geschäftslage bis zum Sommer aus (78 Prozent). Auch im Gewerbe geht die große Mehrheit von einer stabilen Entwicklung aus, 30 Prozent erwarten eine gute Geschäftsentwicklung.
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
„Im ersten Quartal wurden in Tirol im Durchschnitt 311.449 Mitarbeiter beschäftigt; das sind zwei Prozent oder 5.922 mehr als im Vorjahr und wir sind damit auf dem Weg zu einem neuen Beschäftigtenrekord“, berichtet der WK-Präsident und verweist gleichzeitig auf die weiter sinkende Arbeitslosigkeit, die aktuell bei 5,5 Prozent liegt (vgl. 5,9 Prozent 2011).
Für Bodenseer ein eindeutiger Beleg dafür, „dass unsere Unternehmen zu ihren Mitarbeitern und zu ihrer Verantwortung stehen und auch den Erfolg mit ihnen teilen“. Nicht anders ist es zu erklären, dass ein Viertel der Unternehmen den Personalstand bis zum Sommer erhöhen will - insbesondere der Handel (34 Prozent), das Gewerbe (32 Prozent) und die Industrie (28 Prozent) wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen.
Bereitschaft für Investitionen gestiegen
„Auch angesichts des herrschenden Optimismus bleiben die Unternehmen dennoch vorsichtig“, sagt Bodenseer und weist auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen hin, die noch immer von Zurückhaltung geprägt ist. „Was ein klares Signal für die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung ist “, erklärt Bodenseer, die Rahmenbedingungen für Investitionen seien nicht optimal. Ein Viertel der Unternehmen werden in den kommenden sechs Monaten mehr investieren als zuletzt (Dezember 2011: 15%), 28 Prozent weniger (gegenüber zuletzt 30 Prozent), 46 Prozent in etwa gleich viel.
Wirtschaftliche Situation nach I. Quartal 2012
„Die Unternehmen strecken sich nach der Decke, stehen zu ihrer Verantwortung und nutzen das frische Lüfterl so gut sie können,“ interpretiert Präsident Bodenseer die aktuelle wirtschaftliche Lage in Tirol: "Tugenden, die die Politik nach wie vor schuldig bleibt. Denn hinter der Budgetkonsolidierung steht nach wie vor ein großes Fragezeichen. Echte Reformen für Verwaltung oder Bildung sind ausgeblieben und nicht einmal die kalte Progression, die jede Lohnerhöhung der Mitarbeiter in die Kassa des Finanzministers umleitet, wurde abgeschafft“.
Zur Erinnerung: Eine Lohnerhöhung von vier Prozent kostet den Betrieb sechs Prozent, wovon letztlich aber nur ein Prozent beim Mitarbeiter ankommt. Den Hauptanteil streift der Staat ein.
Eine Kurzfassung der Ergebnisse zur Top Tirol Konjunkturumfrage finden Sie hier.

„Die Geschäfte gehen heute zwar ungefähr gleich gut oder schlecht wie im Winter,
die Unternehmen sind aber optimistischer“, fassen WK-Präsident Jürgen Bodenseer
und Direktor Horst Wallner (links) zusammen.
Foto: WKT
Foto: WKT
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Tirol
Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie
Mag. Stefan Garbislander
T 05 90 90 5-1304
E stefan.garbislander@wktirol.at
Wirtschaftskammer Tirol
Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie
Mag. Stefan Garbislander
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