Mentoringprogramm für MigrantInnen von WKS, AMS und ÖIF schafft Chancen für Zuwanderer und wirkt gegen den Fachkräftemangel
Rjadh Jasim kommt aus dem Irak und ist Diplomingenieur für Maschinenbau. Seitdem das Unternehmen, bei dem er als Maschinentechniker gearbeitet hat, 2007 in die Insolvenz geschlittert ist, ist er auf Arbeitssuche. Jetzt hofft er, durch das Mentoringprogramm von Wirtschaftskammer Salzburg, Arbeitsmarktservice Salzburg (AMS) und den Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) einen neuen Job zu finden. Sein Mentor DI Augustin Heuberger wird ihm dabei behilflich sein. „Ich möchte mit meiner langjährigen unternehmerischen Erfahrung Herrn Jasim zu einem geeigneten Arbeitsplatz und einer erfüllten Beschäftigung verhelfen“, sagt Heuberger nach dem ersten Gespräch mit seinem Mentee.
Die beiden sind eines von 15 Mentoring-Paaren, die Montagabend im Plenarsaal der Wirtschaftskammer zusammengeführt wurden. Dabei wurde darauf geachtet, dass Mentor und Mentee nach Möglichkeit einen ähnlichen beruflichen Hintergrund aufweisen. Im kommenden halben Jahr sollen die Mentoren ihren Schützlingen behilflich sein, einen ihrer Ausbildung entsprechenden Arbeitsplatz zu finden.
Für WKS-Präsident KommR Julius Schmalz stellen die MigrantInnen ein großes Potenzial im Kampf gegen den Fachkräftemangel dar: „Ich erlebe bei meinen Betriebsbesuchen oft, wie viele Ideen die Zuwanderer in die heimischen Unternehmen einbringen. Diese Vielfalt ist eine Bereicherung und in Zeiten der Globalisierung notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Deshalb müssen wir diese Chancen nützen, die die Integration bringt.“
Das Programm, das bereits in anderen Bundesländern umgesetzt und sogar international ausgezeichnet wurde, ist ein voller Erfolg. 65% der Mentees konnten auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. „Die produktive Zusammenarbeit von qualifizierten MigrantInnen und erfahrenen Personen aus der Wirtschaft verdeutlicht, dass Integration nur als zweiseitiger Prozess funktioniert. Wenn wir die Potenziale von MigrantInnen bewusster wahrnehmen und diese aktiv ihre Qualifikationen einbringen, profitiert die ganze Gesellschaft“, erklärt Doris Staudinger vom Österreichischen Integrationsfonds.
Salzburg habe hinter Wien und Vorarlberg den größten Anteil an MigrantInnen in der Be-schäftigten- und in der Wohnbevölkerung, erläuterte AMS-Landesgeschäftsführer Siegfried Steinlechner. „Die Mentees, die sich in der ersten Runde gemeldet haben, bringen aufgrund ihrer Ausbildung ein großes Potenzial mit. Allerdings ist es oft schwierig, einen adäquaten Job zu finden. Deshalb ist es wichtig, für diese Menschen Mentoren aus der Wirtschaft zu haben, die beim Einstieg in angestrebte Berufsfelder helfen“, ergänzte Steinlechner.
Die für Integration zuständige Landesrätin Dr. Tina Widmann hat bereits vor ihrem Wechsel in die Politik mit dem Projekt „Mut machen“ ein Mentoringprogramm für Pinzgauer Jugendliche in schwierigen Situationen aufgebaut und geleitet. Ihrer Erfahrung nach entsteht bei derartigen Modellen oft eine Win-win-Situation: „Ich habe bei meinem Programm immer wieder kleine Wunder erlebt, wenn es Mentoren gelungen ist, für ihre Schützlinge einen wichtigen Meilenstein zu erreichen. Oft sind aus diesem Mentoringprogramm Freundschaften hervorgegangen, die bis heute bestehen.“
Bildtext:
Die Mentoren mit ihren Mentees, Vertretern der Trägerorganisationen WKS, AMS und ÖIF und Landesrätin Dr. Tina Widmann (2. v. r.).
Foto: WKS/Neumayr
Rückfragen:
Mag. Ulrich Humer
Leiter der Bezirksstelle Salzburg Stadt der Wirtschaftskammer Salzburg
Tel. 0662/8888-555
E-Mail: uhumer@wks.at
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