Leitl: Kroatiens EU-Beitritt von Österreichs Wirtschaft immer voll unterstützt

02.07.2012
EU-Öffentlichkeitsarbeit

Kroatischer Wirtschaftsminister Cacic in der WKÖ: Kroatien hat seine Möglichkeiten noch nicht voll ausgeschöpft, ist aber am richtigen Weg

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl betonte in seiner Eröffnungsrede zum heutigen „Europatag – Kroatien“ im Haus der Wirtschaft, „dass der im kommenden Jahr bevorstehende EU-Beitritt Kroatiens von Seiten der österreichischen Wirtschaft immer unterstützt wurde“. Nach dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen und der Unterzeichnung des Beitrittsvertrags im Dezember 2011 wird Kroatien am 1. Juli 2013 als 28. Mitglied der Europäischen Union beitreten. Neben Leitl referierten unter anderem Radimir Cacic, Wirtschaftsminister und erster Vizepremier Kroatiens, sowie der österreichische Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovic.

Österreich sei mit seinem südlichen ‚Nachbarland‘, mit dem es zwar keine gemeinsame Grenze hat, historisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich eng verbunden, so Leitl.  Die österreichische Wirtschaft hat von 1993 (Beginn der Aufzeichnungen) bis Ende 2011 mit rund 6,4 Mrd. Euro ein Viertel aller Auslandsinvestitionen (gesamt ca. 25,6 Mrd. Euro) getätigt. Österreich ist damit der bei weitem größte Auslandsinvestor, vor den Niederlanden mit 3,8 Mrd. Euro, Deutschland mit 3 Mrd. Euro und Ungarn mit 2,4 Mrd. Euro. Etwa 750 österreichische Firmen verfügen über Niederlassungen in fast allen Sektoren. Kroatien sei dadurch ein „erweiterter Heimmarkt“ mit bereits vielen österreichischen Anknüpfungspunkten. „Auch die kommenden Schwerpunkte der kroatischen Regierung – wie Infrastrukturausbau, Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz – werden die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen beflügeln, da Österreich gerade in diesen Bereichen viel bieten kann und die heimischen Banken auch vor Ort sind, um österreichische Firmen auf dem kroatischen Markt zu begleiten“, betonte Leitl abschließend.

Der traditionelle Handelsbilanzüberschuss im bilateralen Handel zu Gunsten Österreichs machte im Vorjahr über 500 Millionen Euro aus und zählt damit zu den höchsten im österreichischen Außenhandel, vor allem wenn man diesen in Relation zur Exportsumme setzt. Die österreichischen Exporte nach Kroatien machten im Vorjahr 1,1 Mrd. Euro aus, die Importe aus Kroatien beliefen sich auf 630 Mio. Euro.

Wirtschaftsminister Cacic erwähnte in seinem Vortrag durchaus selbstkritisch, dass Kroatien seine Möglichkeiten noch nicht zur Gänze ausgeschöpft habe und noch keine voll wettbewerbsfähige Marktwirtschaft sei. Das spiegle sich unter anderem darin wieder, dass die kroatischen Exporte erst die Hälfte der Importe ausmachen. Bezüglich verschiedener bestehender Probleme ausländischer Investoren in Kroatien meinte der Wirtschaftsminister, dass „wir am richtigen Weg sind, diese zu lösen.“  Österreichs Umweltminister Berlakovich, der einerseits die seit Jahrzehnten guten bestehenden Beziehungen zwischen Kroatien und Österreich hervorhob, erwähnte andererseits, dass ausländische Investoren vorrangig mit dem noch aufwendigen Verwaltungsapparat zu kämpfen hätten. Conclusio aller Europatag-Teilnehmer war, wie es der österreichische Wirtschaftsdelegierte aus Zagreb, Roman Rauch, formulierte, dass „Kroatien auf Schiene ist und der Zug in die richtige Richtung fährt, auch wenn einzelne Schwellen der Gleisanlage noch ausgetauscht werden müssen“. (BS)



 

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