Aus Anlass des Bautages 2012 präsentierte die ARGE Bau eine brandneue Studie, die nun wissenschaftlich untermauert, was bisher schon zur ökonomischen All-gemeinbildung zählte: Die Bauwirtschaft ist der wichtigste Konjunkturmotor.
5000 Betriebe, 37.000 Beschäftigte, 2,5 Mrd. Euro jährlicher Bauproduktionswert: Diese beeindruckenden Zahlen untermauern die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kärntner Bauwirtschaft, die neben dem typischen Hoch- und Tiefbau auch sämtliche vor- und nachgelagerten Leistungsbereiche umfasst. Dazu zählen auch die planenden Baumeister und Ziviltechniker, die Baustoffhersteller, die Betriebe für vorbereitende Baustellenarbeiten, für Bauinstallationen und das Ausbaugewerbe. Insgesamt leben 90.000 Menschen in Kärnten direkt und indirekt vom Bau.
Vorsicht, Sparfalle!
Dass das so bleibt, hat sich die ARGE Bau als Gemeinschaft aller mit dem Bau befassten Gewerke zum Ziel gesetzt. Denn die Zeiten sind aus Sicht ihres Obmannes, des Landesin-nungsmeisters Stefan Hasse, schwierig: "Falsches Sparen hat massiv negative Folgen, nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die vielen Menschen, die am Bau arbeiten." Mit der Studie im Rücken wirbt er für das Verständnis – und die Bauaufträge - der Politik.
"Bauen ist sexy!"
Und rennt damit bei Landeshauptmann Gerhard Dörfler offene Türen ein: "Der Bau ist der Zehnkampf der Arbeit", würdigte dieser die Leistungen der Branche. Er selbst setze sich mit seiner Initiative "Kärnten baut!" für mehr Verständnis für den Bau ein: "Jeder will eine gute Straße, aber keiner will die Bauarbeiten." Seine Baubilanz ist positiv: Mit dem Semmering-Basistunnel und dem Koralmtunnel im Zuge der baltisch-adriatischen Achse entstehe das größte Bauvorhaben der zweiten Republik, in Kärnten sei mit Reißeck II das größte Kraftwerksprojekt Österreichs mit einem Volumen von 400 Millionen Euro im Gang, Infineon investiere 200 Millionen, die Therme Villach und Mondi in Frantschach jeweils 60 Millionen Euro, dazu kämen die Umfahrung St. Leonhard, das Tibet-Hotel, das neue Hotelprojekt auf der Flattach, die KAC-Eishalle, der neue Turm auf dem Pyramidenkogel und die Fertigstellung des Klagenfurter Stadions, zählt Dörfler auf und macht Kärnten Lust auf Baustelle: "Bauen ist sexy - und ein Land, das nicht baut, ist ein altes Land."
Bau als Impulsgeber
Das kann auch Studienautorin Maria Bogensberger vom Quantum-Institut belegen: Keine Branche ist für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung so wichtig wie der Bau. Mit einer Bauinvestition von einer Million Euro werden über die Multiplikatorwirkung heimische Pro-duktionswerte von 1,48 Millionen Euro ausgelöst. Weil die Importquote sehr niedrig ist, führt die Bauinvestition zu einem direkten Wirtschaftswachstum von 780.000 Euro, damit verbunden sind auch Arbeitnehmerentgelte von 420.000 Euro (der sogenannte Arbeitnehmer-multiplikator aufgrund von Konsumausgaben) sowie extrem hohe Fiskaleffekte von bis zu 600.000 Euro. Bogensberger: "Man kann getrost sagen: Die Bauwirtschaft ist die Kärntner Schlüsselbranche."
Gegen "Unkenrufe"
Manfred Weiss, stellvertretender Obmann der ARGE Bauwirtschaft und im Zivilberuf techni-scher Unternehmensbereichsleiter für den Verkehrswegebau bei der STRABAG, sieht sich durch die Ergebnisse der Studie bestätigt und hofft auf mehr Akzeptanz: "Die Unkenrufe gegen die Bauwirtschaft könnten jetzt eingestellt werden." Amtskollege Heimo Suntinger, Landesinnungsmeister im Holzbau, freut sich über die starke Position der Bauwirtschaft, weist aber darauf hin, dass viele Unternehmen dazu gezwungen sein, außerhalb von Kärnten zu arbeiten: "Da geht viel Arbeitszeit verloren."
Schau auf den Bau
Dörfler ist jedenfalls optimistisch, dass die öffentliche Hand auch künftig einer der wesent-lichsten Auftraggeber der heimischen Baubranche bleiben wird: "Wir wollen schließlich nicht Arbeitslosigkeit und Trostlosigkeit finanzieren, sondern Werte und Beschäftigung schaffen!"
Informationen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Öffentlichkeitsarbeit
T 05 90 904 – 660
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