Salzburger Fleischer feiern 500 Jahre Fahnenrecht mit Ausstellung im Volkskunde Museum – Initiative „Fleisch – what else?“ wirbt um Fachkräftenachwuchs

   

Das Salzburg Museum lädt gemeinsam mit den Salzburger Fleischern ab 5. Mai zur Ausstellung „Die Salzburger Metzger – Handwerk und Brauchtum“ ins Volkskunde Museum in Hellbrunn ein. Anlass für die Ausstellung und die begleitenden Aktionen wie die Lehrlingsoffensive „Fleisch – what else?“ ist das Jubiläum „500 Jahre Fahnenrecht“ für die Salzburger Fleischer. Nach einer volkstümlichen Überlieferung hat sich die Metzgerinnung unter Erzbischof Leonhard von Keutschach im Jahr 1512 durch „besondere Treue und Anhänglichkeit“ ausgezeichnet. Zum Zeichen dafür wurde der Zunft erlaubt, eine eigene Fahne mit entsprechendem Bezug auf ihr Handwerk anfertigen zu lassen und alljährlich bei ihrem Jahrtag auszuhängen. Bei der Ausstellung sind unter anderem wertvolle historische Objekte (wie beispielsweise Zunfttruhe und Zunftkette), Schaubilder, Filme über die Lehrlingsausbildung im Fleischerhandwerk und den alljährlichen Fleischerjahrtag sowie alte und moderne Verarbeitungsmaschinen im Vergleich zu sehen. 

Sonderausstellung im Monatsschlössl

 
5. Mai bis 31. Oktober 2012
Die Salzburger Metzger – Handwerk und Brauchtum
 
Das Jubiläum umfasst auch vier Veranstaltungen im Monatsschlössl:
 
5. Mai 2012, 15 Uhr: Ausstellungseröffnung im Volkskunde Museum Hellbrunn (Monatsschlössl).
 
2. Juni 2012, 14 Uhr:  „Feuer frei zur Grillerei“ mit den beiden selbstständigen Metzgermeistern DI Helmut Karl und Hans Walter.
 
26., 27. September, 8. bis 12. Oktober 2012, 10 bis 17:30 Uhr: Lehrlingsinitiative „Fleisch – what else?”
 
20. Oktober 2012, 15 Uhr: Finissage.

Hochwertige regionale Versorgung

 
 „Mit dieser Ausstellung, die das Handwerk im Wandel der Zeit darstellt, möchten wir den Salzburger Konsumenten noch stärker als bisher Salzburger Lebensmittel - und dabei speziell Fleisch und Wurst - ans Herz legen. Denn bei unseren Produkten handelt es sich um Lebensmittel höchster Qualität, die in der Region erzeugt werden und nicht um Produkte, die tausende Kilometer quer durch Europa oder noch weiter transportiert wurden. Das stärkt nicht nur unsere Bauern, sondern auch den Lebensmittelhandel und unsere Verarbeitungsbetriebe, die sich allesamt im Wettbewerb mit internationalen Großproduzenten befinden“, unterstreicht Innungsmeister Otto Filippi den Stellenwert der Salzburger Fleischer.
 
Die geschichtliche Entwicklung des Metzgerberufes ist durch Dokumente und archiviertes Quellenmaterial recht umfassend nachvollziehbar. Über Fleisch ist von der Obrigkeit so viel festgesetzt worden, wie über kaum  ein anderes Lebensmittel. Die besondere Positionierung des Metzgers - auch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen - festigte sich über Jahrhunderte. Eigene Bräuche und ein ausgeprägtes Zunftbewusstsein zeichneten die Metzger seit jeher aus. „Letztendlich ist es das Handwerk selbst, das Schlachten von Tieren, mit dem sich die Metzger immer wieder als künstlerisches Motiv eignen – sei es in der Bildenden Kunst, in der Karikatur oder auch im Kunsthandwerk. Wir haben in dieser Ausstellung einen etwas anderen, sehr spannenden Zugang rund um die Metzger gewählt“, so Ausstellungskuratorin Dr. Ernestine Hutter. 

Sonderausstellung: Die Salzburger Metzger – Handwerk und Brauchtum

 
Durch die Ausstellung im Volkskunde Museum wird bewusst das Interesse der Öffentlichkeit auf diesen traditionellen Handwerkszweig und die Schwierigkeiten seines Weiterbestandes gelenkt. Sie nähert sich nicht auf gewohnt alltägliche Art dem Thema, sondern lässt den Fleischer im Kontext mit Werken der bildenden Kunst, mit Zunftgeschichte und Brauchtum treten und widmet sich auch dem modernen Berufsbild, das einen radikalen Wandel erlebt.
 
Rückfragen:
Dr. Ursula Michl-Schwertl
Berufsgruppe der Fleischer in der WKS
Tel.: 0662/628888-281
E-Mail: umichl@wks.at