Politik muss heimischen Luftfahrtstandort entlasten
Diese Woche erfolgte die Präsentation der Statistik zur Zivilluftfahrt für 2011, welche eine Steigerung der Passagierzahlen im letzten Jahr ausweist. Diese grundsätzlich positive Entwicklung muss jedoch kritisch hinterfragt werden, da die Passagierzahlen eine weitaus bessere Entwicklung genommen hätten, wäre nicht per 1.4.2011 die Flugabgabe eingeführt worden. Die Flugabgabe führt zu einer zusätzlichen Belastung von Reisenden und fördert dadurch ein Ausweichen auf ausländische Flughäfen.
Die europäischen Flughäfen in der selben Größenklasse wie der Flughafen Wien konnten 2011 ein Wachstum von durchschnittlich 7,5% verzeichnen, Wien lag darunter mit 7,2%. Dies ergibt ein geringeres Wachstum um 0,3%. Dieser Wert ist auf den ersten Blick nicht besorgniserregend, alarmiert jedoch, wenn man sich vor Augen führt, dass vor der Einführung der Flugabgabe Wien ein um 3,6% höheres Passagierwachstum erzielte als die europäische Vergleichsgruppe.
Betrachtet man das Ergebnis der anderen Flughäfen, zeigt sich ein umso dramatischeres Bild: Der Flughafen Salzburg konnte zwar um 4,6% zum Vorjahr zulegen, alle anderen Flughäfen mussten einen Rückgang verzeichnen. Allerdings lagen alle österreichischen Bundesländerflughäfen in der vergleichbaren Größenklasse (unter 5 Millionen Passagiere pro Jahr) unter dem Zuwachsniveau auf europäischer Ebene von 7,6%.
Daraus wird deutlich ersichtlich, dass die Flugabgabe kontraproduktiv ist und dem Luftfahrtstandort Österreich massiven Schaden zufügt. Im Hinblick auf die anstehende Evaluierung der Abgabe fordert die Luftfahrtbranche die Flugabgabe abzuschaffen. Nachdem die Luftfahrt seit Jahresanfang auch in das europäische Emissionshandelssystem einbezogen wurde, sind nun zwei Abgaben mit einem ökologischen Hintergrund zu leisten.
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