Aktuelle Entwicklungen im Bankenbereich - Von der Finanzkrise zur Staatsschuldenkrise

01.06.2012
Sparte Bank und Versicherung

DIALOG_Veranstaltung vom 22.05.2012

   

Zum „Dialog“ in die Wirtschaftskammer-Zentrale in St. Pölten lud wieder die NÖ Sparte Bank und Versicherung. Der scheidende WKÖ Syndikus Prof. Dr. Herbert Pichler beleuchtete die jüngsten internationalen Entwicklungen im Bankenbereich. Gleich zu Beginn seines Referates stellte Pichler klar, dass die internationale Finanz- und Schuldenkrise weder dem Euro noch den Banken angelastet werden könne: „Über Jahre hindurch wurden auf politischer Ebene Fehler gemacht.“ Diese würden sich jetzt rächen. So seien etwa frühzeitige Warnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hinsichtlich einer Aufnahme Griechenlands in den Wind geschlagen worden. Nun, wo sich das ganze Ausmaß des Disasters für Europa offenbare, stehe man „vor der Wahl zwischen Pest und Cholera“.

Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass die internationalen Finanzmärkte ein derart hohes Ausmaß bei den Staatsverschuldungen schlicht und einfach nicht mehr akzeptieren. Daher gelte es auch im Bankenbereich Antworten auf die Finanzkrise zu finden. Eine davon heißt Basel III. Dieses Regelwerk ist formal betrachtet zwar nur eine Empfehlung des Baseler Ausschusses und richtet sich an die international tätigen Banken: „Allerdings wird Basel III über EU-Verordnung und Richtlinie für alle Banken verbindlich!“ Und darüber hinaus werde sich Basel III, so der Syndikus, Basel III auf die gesamte Wirtschaft auswirken.
Im Kern sieht Basel III deutlich höhere Mindestkapitalvorschriften und eine Erhöhung der Kapitalqualität vor. Pichler schilderte, wie heftig derzeit hinter den Kulissen über Art und Ausmaß der Liquiditätsregeln gerungen werde. Der Syndikus machte dabei unmissverständlich klar, dass unser Land seiner Größe entsprechend im internationalen Konzert mit den europäischen Finanzriesen wie England oder Frankreich nur die zweite Geige spielen könne. Umso geschlossener müsse daher die Einbringung der österreichischen Interessen im internationalen Prozess geschehen. Im Klartext: „Für etwaige sektorale Sonderwünsche kann es da keinen Platz geben!“ Um sich entsprechend Gehör zu verschaffen, konzentriere sich die gemeinsame österreichische Position auf einige Kernziele, wie etwa Erleichterungen für KMU bei der Kreditvergabe. 

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