Hürden für Lkw-Großtransporte auf Brennerautobahn beseitigen

20.06.2012

Aus Sicht der WK Tirol gibt es auf der Tiroler Seite der Brennerautobahn nicht nachvollziehbare Hürden bei Lkw-Großtransporten

   

Während auf Tiroler Seite nur 70 Tonnen erlaubt sind, sind auf Südtiroler Seite der gleichen Autobahn 110 Tonnen erlaubt. Dadurch kommt es zu unnötigen Lkw-Umwegverkehren über die Reschenstraße. WK-Präsident Jürgen Bodenseer fordert die ASFINAG auf, diese Schikanen zu beseitigen, da derartige Transporte schon aus Sicht der Risikominimierung auf die Autobahn gehören.

Großtransporte währen der Nacht

Der Transport von großen, schweren oder breiten Geräten ist notwendig: Generatoren, Turbinen, Windkraftanlagen, Groß-Maschinen u. ä. müssen über lange Strecken transportiert werden. Dies geschieht meistens in den verkehrsarmen Nachtzeiten und unter Begleitung von Straßenaufsichtsorganen. Solche Transporte müssen minutiös geplant werden und bedürfen einer Vielzahl von Genehmigungen durch die Behörden. Routen, Zeiten, Begleitfahrzeuge und dergleichen werden genau vorgeschrieben, damit die Unfallgefahr minimiert und der laufende Verkehr tunlichst nicht behindert wird.
 

Bodenseer: ASFINAG soll unsinnige Beschränkung aufheben

„Dass solche Transporte so weit als möglich auf Autobahnen geführt werden, ist selbstverständlich. Nicht jedoch auf der Brennerautobahn“, schüttelt WK-Präsident Bodenseer den Kopf. Dort gibt es nämlich ein Gewichtslimit von 70 Tonnen pro Fahrzeug. „Das ist ein Witz“, so Bodenseer und er begründet seine Aussage damit: „Zwei Sattelzug-Lkw, die es auf 80 Tonnen bringen, dürfen problemlos fahren. Ich fordere deshalb die ASFINAG als Autobahnbetreiber auf, diese verkehrspolitisch unsinnige Beschränkung aufzuheben bzw. an die tatsächlich vorhandenen Belastungsgrenzen anzupassen. Sondertransporte über Bundesstraßen sind jedenfalls zu vermeiden.“
 

Großräumige Umwege 

Die Gewichtsbeschränkung wird mit den vielen Brückenbauzeiten auf der Brennerautobahn begründet und führt nun dazu, dass überschwere Sondertransporte, die ihr Ziel in Italien haben, über die Reschenstraße und durch das Vinschgau geführt werden müssen. Durch die derzeitigen Baumaßnahmen an der Tschingels-Galerie sind die Transporte auf eine Breite von 3,5 Meter beschränkt, sodass großräumige Umwege in Kauf genommen werden müssen.
 

Auf Südtiroler Seite geht's auch anders 

Dass es auch anders geht, zeigt die Brennerautobahn auf Südtiroler Seite. Obwohl hier genauso viele Brückenbauwerke notwendig sind, können Transporte bis 108 Tonnen problemlos durchgeführt werden. Im Fall von Sondertransporten in Tirol seien dann eben besondere Vorkehrungen zu treffen, damit die Brücken keinen Schaden erleiden. Beispielweise sei durch Straßenaufsichtsorgane sicherzustellen, dass sich nur der Schwertransport auf der Brücke befindet oder ähnliches.

 

 

 

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