Bürokratische Pflichten binden zu viel Unternehmergeist. Eine Entbürokratisierungs-Offensive soll das verbessern

   

Bürokratie kostet – und zwar Geld und Nerven. Das wissen Unternehmer aus eigener Erfahrung. Mit der Gesetzes- und Verordnungsflut der letzten Jahre sind auch die bürokratischen Belastungen für die Tiroler Betriebe laufend gestiegen. Die Wirtschaft hat Verständnis für eine gewisse Regulierung, aber: Unternehmer brauchen ihre Energie für ihren Betrieb können nicht die Hälfte ihrer Arbeitszeit damit zubringen, Hilfsdienste für Behörden zu leisten.

Weniger Bürokratie ist mehr 

Die Wirtschaftskammer Tirol zieht jetzt die Notbremse. Mit dem Land starten wir eine gemeinsame Offensive zur Entbürokratisierung. Denn: Weniger Bürokratie ist mehr! Und zwar mehr Projekte, mehr Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze. Unternehmer brauchen Luft zum Atmen und Bewegungsfreiheit, um Ideen umzusetzen und Investitionen Realität werden zu lassen.
 

Forderungs- und Vorschlagkatalog der WK Tirol 

Die WK Tirol kommt nicht mit leeren Händen und ist in Vorlage gegangen: mit einer Auflistung von Maßnahmen in verschiedenen Verwaltungsbereichen, mit denen sich ohne großen Aufwand und ohne negative Auswirkungen Gesetze und Verordnungen vereinfachen, verbessern oder ganz aufheben lassen. Es geht darum, Verwaltungsaufwand ganz zu beseitigen, wo das ohne den geringsten Nachteil für Mensch, Natur und Umwelt möglich ist. Und selbst dort, wo Regulierungen unabdingbar sind, lassen sich diese straffen und von nötigem Ballast befreien. Unsere Vorschläge reichen von den Bereichen Bildung, Steuern, Förderungen und Anlagenrecht bis hin zu Umwelt, Verkehr sowie Bau- und Raumordnung.
 

Stolpersteine beseitigen

Schon so mancher Unternehmer hat sich beispielsweise kopfschüttelnd die Frage gestellt, wofür Gemeinde, Land oder Bund schon wieder Daten für eine der zahlreichen Erhebungen benötigen. Auch die Betriebsanlagengenehmigungen nehmen mehr Platz ein, als ihnen zusteht. Warum soll es in Tirol nicht wie in anderen Bundesländern auch möglich sein, Kleinstbetriebsanlagen von der Genehmigungspflicht auszunehmen? Es darf auch nicht weiter als selbstverständlich hingenommen werden, dass wir eines der kompliziertesten Steuergesetze haben und jede Steuererklärung zu einer regelrechten Diplomarbeit auswächst.
 
Das alles muss nicht sein. Bürokratie ist kein Selbstzweck und muss wieder auf den ursprünglichen Zweck zurückgeführt werden: so viel Verwaltung unbedingt nötig, so wenig Verwaltung wie möglich.