Österreichische Unternehmen schufen in Ungarn rund 70.000 Jobs – Bilaterales Handelsvolumen liegt bei rund 7 Mrd. Euro
Im Rahmen seines offiziellen Österreich-Besuchs hielt der ungarische Premier Viktor Orban diese Woche (Dienstag) vor österreichischen Unternehmens- und Medienvertretern eine Rede im Haus der Wirtschaft zur aktuellen Lage Ungarns sowie zu den wirtschaftlichen Beziehungen zu Österreich. In seinem Eröffnungsstatement wies Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl auf die grundsätzlich guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten hin. Das bilaterale Handelsvolumen machte im Vorjahr rund 7 Mrd. Euro aus, wobei die Exporte beider Länder in etwa bei 3,5 Mrd. Euro lagen. Leitl betonte, dass Österreichs Unternehmen im Ausland Sicherheit und Verlässlichkeit für ihre Investitionen erwarten und im Gegenzug dafür keine Abcasher seien, sondern langfristige Investments tätigen. Österreichs Firmen waren auch die Pioniere nach dem Umbruch in Ungarn und haben mit ihrem Engagement den Wandel des Landes aktiv mitgestaltet.
Orban ging in seiner Rede auf seine Vorstellung, wie Ungarn nach der Krise ausschauen solle, ein und rechtfertigte damit einige umstrittene kurzfristigen Maßnahmen, wie die Einführung von Krisensteuern für bestimmte Branchen. Dazu kündigte er an, dass die kritisierte Bankenabgabe ab 1. Jänner 2013 durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ersetzt werde. Auch die befristete Krisensteuer für den Handel solle auslaufen. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich das Engagement von Spar-Österreich in Ungarn. Die Handelskette Spar, mit rund 11.500 Mitarbeitern in Ungarn, sei im Land sehr hoch angesehen - vor allem auch deshalb, weil sie einen Schwerpunkt auf den Vertrieb von lokalen Produkten lege. Wirtschaftspolitisch hat sich die ungarische Regierung zum Ziel gesetzt, die Staatsverschuldung von derzeit 78% des BIP auf 50% zu senken, die Zahl der Beschäftigten von 2,6 Mio. (2010) auf 5 Mio. anzuheben – ein Teilerfolg sei diesbezüglich schon zu vermelden, da die Zahl der Beschäftigten bereits auf 3,8 Mio. gestiegen sei. Abschließend bedankte sich Orban generell für das gute Engagement der bis zu 2.000 österreichischen Unternehmen in Ungarn, die über 70.000 Ungarn sichere Arbeitsplätze bieten. (BS)
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AWO-Zentraleuropa und Baltikum
Mag. Christian Gessl
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