Die Wirtschaftskammer Wien kritisiert die angekündigte Verzögerung bei der Einführung der Zentralmatura. Die standarisierte Reifeprüfung ist zur bildungspolitischen Qualitätssicherung zügig umzusetzen.

   

Das Bildungsministerium hat die Umsetzung der Zentralmatura um ein Jahr verschoben. Die Qualität des Bildungssystems ist jedenfalls auch extern zu sichern und zu evaluieren, daher spricht sich die Wirtschaftskammer Wien klar gegen eine Verzögerung der Zentralmatura aus. Unternehmen erwarten, dass Schulnoten und Prüfungserfolge aussagekräftige Rückschlüsse bei Stellenbewerbungen zulassen, auch als „Nachweis der Reife” sowie als Die WK Wien fordert eine intensive Orientierung in Hinblick auf Berufs- und Bildungswege, die Erstellung eines individuellen Stärkenprofils und den Nachweis von Mindeststandards in den KernfächernBefähigung zum Hochschulstudium muss die Matura diese Qualitätsstandards erfüllen. Dazu soll die Zentralmatura einen entscheidenden Beitrag leisten.

Umsetzung in weiter Ferne

Weitere bildungspolitische Forderungen der WK Wien umfassen ein einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht für Lehrkräfte mit leistungsorientierten Gehaltsbestandteilen und ein modernes Schulmanagement mit umfassender Schulautonomie. Die Verschiebung der Zentralmatura lässt befürchten, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen nun in noch weitere Ferne gerückt ist. Eine weitere Baustelle des heimischen Bildungssystems ist die überfällige Reform der neunten Schulstufe. Derzeit müssen Schüler die Entscheidung über ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg ein Jahr vor dem Ende der Schulpflicht treffen. Sie stehen dabei vor der Wahl zwischen mehr als 20 Schularten, sind aber oft unzureichend über die unterschiedlichen Angebote informiert.

Unterricht am einzelnen Schüler orientieren

Das hat zur Folge, dass manche Schüler ihr letztes Pflichtschuljahr in einer für sie ungeeigneten Schule absitzen, obwohl sie vielleicht schon besser auf eine Lehrausbildung vorbereitet werden könnten. Daher fordert die WK Wien eine intensive Orientierung in Hinblick auf Berufs- und Bildungswege, die Erstellung eines individuellen Stärkenprofils und den Nachweis von Mindeststandards in den Kernfächern. Voraussetzung dafür ist ein individualisierter Unterricht, der sich am einzelnen Schüler orientiert.