Leitl fordert mehr Tempo bei Pensions-Maßnahmen

20.06.2012
Dr. Rolf Gleissner / Mag. Rupert Haberson

Wenn Reformen für höheres Erwerbsalter weiterhin auf die lange Bank geschoben werden,rückt Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters näher

   

"Schön langsam wird es Zeit, dass die Regierung endlich die im Zug des Sparpakets vereinbarte Reform der Invaliditätspensionen auf den Tisch legt." WKÖ-Präsident Christoph Leitl weist darauf hin, dass die Reform der I-Pension der einzige Punkt des Sparpakets ist, wo noch gar nichts umgesetzt wurde: "Ich frage mich, worauf wir warten. Wir brauchen dringend eine Anhebung des faktischen Pensionsalters von derzeit immer noch rund 58 Jahren. Jedes Jahr an längerer Erwerbstätigkeit spart der Republik über eine Milliarde Euro. Geld, welches wir dringend im Budget brauchen."

Leitl verweist auch - Stichwort: Demographie - auf den zunehmenden Fachkräftebedarf

"Anstatt endlich ein Anreizsystem umzusetzen, lassen wir die älteren Fachkräfte in die Frühpension abwandern." Der WKÖ-Präsident verweist dabei auf das Anreizmodell 25-25-50.  Gemäß diesem Vorschlag soll jemand, der einen theoretischen Pensionsanspruch hat, aber weiterarbeitet, 25 Prozent dieses Pensionsanspruches zu seinem Gehalt bekommen. 25 Prozent bekäme der Betrieb und 50 Prozent verblieben im Pensionssystem.

Leitl fordert jetzt mehr Tempo bei der Pensionsreform

"Seit Jahren reden wir darüber, aber es passiert zu wenig. In den vergangenen 10 Jahren ist das faktische Pensionsalter nur wenig angestiegen, obwohl die demographische Entwicklung für das staatliche Pensionssystem eine tickende Zeitbombe ist. Wenn jetzt weiterhin zu wenig passiert, dann werden wir in relativ kurzer Zeit das umsetzen müssen, was die EU- und OECD-Experten als auch der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer schon jetzt eindringlich fordern: Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre."  (RH)






Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Rolf Gleissner
Tel.: +43 (0)5 90 900 4288
Fax: +43 (0)5 90 900 3588
E-Mail: rolf.gleissner@wko.at