„Es geht um hochqualifizierte Technikerinnen und Techniker“
Vorarlberger Pilotprojekt: Elf Vorarlberger und zwei Salzburger Unternehmen reisen kommende Woche auf Initiative der Wirtschaftskammer Vorarlberg nach Spanien. Ziel dieser „Mission“ ist die Suche nach hochqualifizierten Fachkräften, die der Wirtschaftsstandort so dringend benötigt.
Eines ist klar, die Vorarlberger brauchen höchst qualifizierte Mitarbeiter, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Der Fachkräftebedarf der Wirtschaft ist aber kein österreichisches Thema alleine, es ist ein weltweites Problem. Dementsprechend ist der internationale Wettbewerb um die besten Hände und Köpfe im vollen Gange.
Alleine die USA benötigen bis 2030 mehr als 25 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte, um ihr Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten, und in Deutschland stehen in den nächsten 15 Jahren rund 6,5 Millionen weniger Arbeitskräfte zur Verfügung. In Österreich klagt jedes fünfte Kleinunternehmen und jedes zweite Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern darüber, bestimmte fachspezifische Positionen nicht besetzen zu können, weil das Angebot an spezialisierten Fachkräften in Österreich nicht groß genug ist. Insgesamt fehlen Österreichs Unternehmen rund 30.000 Fachkräfte, die der „heimischen Nachwuchs“ nicht qualifiziert besetzen kann.
Mit einem innovativen Pilotprojekt begegnet die Wirtschaftskammer Vorarlberg dieser Problematik. Der Fokus wird dabei auf Spanien gelegt. Warum? „Spanien hat europaweit die höchste Jugendarbeitslosigkeit, ein gutes Ausbildungsniveau im technischen Bereich und eine hohe Mobilitätsbereitschaft junger Ingenieure. Zudem haben einige Vorarlberger Firmen mit spanischen Ingenieuren sehr positive Erfahrungen gemacht“, erklärt Projektleiterin Mag. Christina Marent (Außenwirtschaft WKV).
Vor Ort hat die WKV mit dem „AußenwirtschaftsCenter Madrid“ eine Jobmesse organisiert.
Ablauf der Jobmesse
Auf einer B2B-Website gaben die interessierten Firmen eine Kurzbeschreibung des Unternehmens sowie Jobprofile ein. Die Kandidaten registrierten sich auf der Webseite und konnten bis zu drei österreichische Firmen auswählen. Am 27. Juni treffen die Firmen nun auf diese Bewerber. Insgesamt haben sich 2.100 spanische Ingenieure resgistriert, d.h. bei den Betrieben gingen 50 bis 500 Bewerbungen ein. Ca. zehn Bewerbunsggespräche werden pro Unternehmen auf der Jobmesse in Madrid geführt.
Statements
„Wir sind seit etlichen Monaten auf der Suche nach Konstrukteuren und Digitaltechnikern, finden aber aufgrund des regionalen Fachkräftemangels bei uns keine qualifizierten Mitarbeiter. In Spanien hingegen gibt es viele gut ausgebildete Ingenieure – teils mit Doppelstudienabschlüssen – die aufgrund der angespannten Wirtschaftslage keine adäquate Stelle finden. Wir hoffen deshalb, dass wir einige Spezialisten bewegen können, ins Ländle umzuziehen und ihr Wissen in unser Unternehmen einzubringen.“
Dipl. Ing.(FH) Gerhard Zankl, WolfVision
„Während wir durch gezielte und hochqualitative Lehrlingsausbildung im Bereich der Elektroniker unseren eigenen Nachwuchs ausbilden können, ist es leider schwierig bis unmöglich, genügend qualifizierte Softwareentwickler zu finden. Wir waren bereits bei einem ähnlichen Projekt der WISTO Anfang des Jahres dabei und konnten zwei junge Entwickler aus Spanien gewinnen. Mittlerweile ist auch eine Praktikantin dazu gekommen. Der gute Ausbildungsstandard, die unkomplizierte Abwicklung sowie die einfache Integration ins Team waren für uns motivierend, uns für noch zwei weitere dringend zu besetzende Stellen an der Rekrutierungsaktion zu beteiligen.“
Mag. Elmar Hartmann, Geschäftsführer Gantner electronic GmbH
Jobmesse Madrid: Teilnehmende Firmen
Aus Vorarlberg
- Apricode
- Zumtobel Gruppe (Zumtobel + Tridonic)
- WolfVision GmbH
- ZIMM Maschinenelemente GmbH
- S.I.E.
- Rhomberg Gruppe (Rhomberg Bau + Cree)
- Rhomberg Rail
- Omicron electronics
- Alpla
- Gantner Electronic GmbH
- TIP Technik & Informatik Partner GmbH
Aus Salzburg
- Robert Bosch AG
- Salzburger Aluminium AG
Weitere Teilnehmer
- WISTO
- Fachhochschule Vorarlberg
- Wirtschaftskammer Vorarlberg
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