Ausbilderstammtisch - von Achselmopeds und Zwergenadaptern

04.02.2013
Sparte Industrie

Jugendkultur und Jugendsprache

   

Beim Ausbilderstammtisch Mitte Juni im WIFI ging es um Jugendkultur und Jugendsprache.

Rund 20 Ausbilderinnen und Ausbilder waren diesmal ins WIFI Wien gekommen, um sich beim halbjährlichen Stammtisch über „Jugendkultur und -sprache: eine fremde Welt?“ zu informieren. Erwartet hat sie mit Mag. Michael Hamberger ein Unternehmensberater und Psychologe, der für einen erfrischend anderen Vortrag gesorgt hat.
Anfangs ging es noch um die Erfahrungen, die die Ausbilderinnen und Ausbilder in ihrer eigenen Jugend gemacht hatten. Damals sei alles politischer gewesen als heute, hieß es zum Beispiel. Und Statussymbole, wie bestimmte Kleidungsstücke für spezielle Gruppen, seien genauso begehrt wie schwer zu bekommen gewesen. Jede Szene hatte so ihre eigene Identität.


Gestern wie heute

Aber schon damals haben Jugendliche ihre Sprache dazu benutzt, um sich von den Erwachsenen abzunabeln. Das betrifft insbesondere die Eltern. Mit einer eigenen Sprache versuchen Jugendliche, die Welt zu begreifen und sich gleichzeitig eine eigene Identität zuzulegen.

 
Für Erwachsene ist das nicht immer leicht nachzuvollziehen, wie Hambergers aktuelle Beispiele zeigen. Wie viele Nicht-Jugendliche wissen schon, was mit einem Achselmoped oder einem Zwergenadapter gemeint ist? Mit ironischen, übertreibenden, sich abgrenzenden oder einfach nur lustigen Bezeichnungen werden oft alltäglichen Gegenständen neue Namen verpasst. In diesem Fall dem Deoroller und dem Kindersitz.


Bunte Jugendwelt

Die Zahl der unterschiedlichen Szenen ist inzwischen fast unüberschaubar geworden, und jede hat ihren eigenen Kodex. Hamberger hat die Unterschiede sehr eindrücklich anhand von Snowboardern, Emos, Krocha oder Hip-Hoppern dargestellt. Die jeweils typische Musik war ebenfalls Thema und hat vermutlich bei der einen Teilnehmerin und dem anderen Teilnehmer den musikalischen Horizont erweitert. Hamberger ist zusätzlich die Gefahren der verschiedenen Szenen eingegangen. So gibt es beispielsweise bei „jungen Männern mit Fitness-Wahn“ inzwischen immer häufiger Ess-Störungen. Wie man damit umgehen kann, hat er ebenfalls verraten.


Generell plädiert Hamberger, dass die Ausbilderinnen und Ausbilder ihre Schützlinge ernst nehmen. „Viel sprechen“ lautet eine weitere Devise. Nur wer sich mit den Jugendlichen beschäftigt und aktiv auf sie zugeht, kann sie beim Weiterkommen unterstützen. „Man soll immer daran denken, dass man auf diesem ersten Schritt der Berufslaufbahn für die jungen Mädchen und Burschen ein wichtiges Vorbild ist“, ergänzt der Psychologe.


Rückblick und Ausblick

Nach der Reise in die Welt der Jugendkultur und Jugendsprache hat Mag. Ralf Artner von der Sparte Industrie der WK Wien eine Zwischenbilanz über die Industrielehre-Kampagne 2012 gezogen. Gleichzeitig hat er die geplanten weiteren Aktivitäten punkto Aus- und Weiterbildung vorgestellt. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von „Ausbildung“.

 

mein.wko.at

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