Exporterhebung der WK Salzburg für 2011: Salzburgs Unternehmen sind noch exportfreudiger geworden – Exportvolumen legte im Vergleich zu 2009 um 34,2% zu
„Made in Salzburg“ war 2011 weltweit so gefragt wie noch nie: die soeben von der Wirtschaftskammer Salzburg für das Jahr 2011 fertiggestellte Exporterhebung ergab ein Salzburger Exportvolumen in Höhe von 8,486 Mrd. €. Daraus errechnet sich gegenüber dem Wert des Jahres 2009 mit damals 6,322 Mrd. € ein Anstieg von 34,2%. Damit liegt Salzburg über dem Wachstum der bundesweiten Exporte, die im selben Zeitraum um 30,3% gestiegen sind.
„Zum Vergleich: Der in der Vergangenheit für Salzburgs Exporte erhobene Spitzenwert war mit 8,472 Mrd. € für das Jahr 2007 – also noch vor der jüngsten Krisenperiode – ermittelt worden. Aus Salzburger Sicht kann daher behauptet werden, dass die Rückschläge der vergangenen Jahre wieder wettgemacht werden konnten. Immer mehr Salzburger Unternehmen sind erfolgreich auf vielen Weltmärkten tätig. Besonders erfreulich ist, dass zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen den Schritt ins Ausland wagen und Wachstumspotenziale nutzen.“ Dieses Resümee zog WKS-Vizepräsident Dr. Peter Unterkofler aus der Untersuchung, die er heute, Donnerstag, gemeinsam mit Dr. Christian Möller, dem Leiter der Abteilung für Handelspolitik und Außenhandel der WKS, präsentierte.
Die Exporterhebung wird alle zwei Jahre durchgeführt und basiert auf einer Befragung aller als Exporteure erfassten Mitglieder der WK Salzburg. Die WKS ist die einzige Wirtschaftskammer in Österreich, in der die Exportleistung derart umfassend erhoben wird.
„Made in Salzburg“ weltweit gefragt
Unterkofler: „Salzburgs Exportwirtschaft hat 2010 und 2011 sehr schnell zur alten Stärke zurückgefunden. Eine Analyse der Exportentwicklung von 2009 bis 2011 zeigt, dass Zuwächse in sämtlichen Erdteilen erzielt werden konnten, sich jedoch auch 2011 der schon zuletzt feststellbare und sehr erfreuliche Trend zur überdurchschnittlich gestiegenen Präsenz auf Überseemärkten fortgesetzt hat: im Jahr 2011 betrug der Exportanteil in EU-Länder 62,9% (2009: 64%), in EFTA-Länder 4,2% (2009: 5%), nach Ost und Südost-Europa 6,9% (2009: 6,3%) und in außereuropäische Destinationen 26% (2009: 24,6%). Demgegenüber gingen im Jahr 2001 noch 67,3% der Salzburger Exporte in die EU und nur 14% nach Übersee.
Die wichtigsten Exportländer
Das Ranking der aus Salzburger Sicht wichtigsten Exportländer ist gereiht nach deren Bedeutung: Deutschland (29,4%), USA (13,8%), das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (4,9%) und Italien (4,8%), gefolgt von Frankreich und der Schweiz. An die siebente Stelle sind 2011 die Niederlande aufgerückt, die dadurch Belgien (Platz 12) von dieser Position verdrängt haben. Russland ist vom 10. auf den 8. Rang vorgerückt, wodurch Tschechien und Polen um jeweils einen Rang auf die Plätze 9 und 10 zurückgefallen sind. Mehrere Plätze vorgerückt sind Slowenien (von der 15. auf die 11. Position) und Brasilien (von der 19. auf die 13. Stelle), wodurch Ungarn und Spanien zurückfielen.
Salzburg liefert in 182 Länder
Insgesamt liefert die Salzburger Wirtschaft weltweit in 182 Länder, wobei sich als wichtigste Exportdestinationen außerhalb Europas die USA, Brasilien, Kanada, Australien, China und Japan erwiesen haben. Die Top-5-Länder Asiens sind aus Salzburger Sicht China, Japan, Süd-Korea, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. In Afrika haben als Zielmärkte Südafrika, Angola, Tansania, Algerien und Tunesien die größte Bedeutung für Salzburgs Exportwirtschaft. Die Reihung der wichtigsten Destinationen Lateinamerikas lautet: Brasilien, Mexiko, Chile, Argentinien und Kolumbien. Exportzuwächse um mehr als 50% verzeichnete man vor allem nach Deutschland, die USA, die Niederlande, Finnland, Russland, Slowenien, Kroatien, Bosnien, aber auch nach Brasilien, Chile und Argentinien. Dagegen mussten bei einigen Ländern Exporteinbußen festgestellt werden - wie nach Ungarn, Spanien, Griechenland, Belgien, Italien und Portugal.
Exportboom nach Übersee
Eine Aufgliederung der Salzburger Übersee-Exporte zeigt die große Bedeutung Amerikas als unangefochten wichtigster Markt außerhalb Europas: 1,529 Mrd. € oder 18% des Gesamt-Exportvolumens. 76% davon gehen in die USA, 5% nach Asien und 1,7% nach Afrika. „Offenbar hat das Wachstum einiger Volkswirtschaften Lateinamerikas auch Salzburgs Exporte stimuliert. Auffällig ist, dass auch der Export von fachspezifischen Dienstleistungen rapide steigt. Unsere Unternehmen etablieren sich zunehmend als Know-how-Zentren. Das zeigt sich im Vorfeld geplanter Sportgroßveranstaltungen, wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Hier zeichnet sich bereits eine Exportnachfrage ab, was Veranstaltungs-Know-how, Infrastruktur und Technik betrifft“, stellte Unterkofler fest. Von den Asien-Exporten Salzburgs (425 Mill. €) machen die Lieferungen nach China mit 73 Mill. € etwa ein Sechstel aus, in die Länder des Golf-Kooperations-Rates (Gulf Cooperation Council „GCC“) wurden Waren im Wert von 105 Mill. € geliefert (rund ein Viertel des Asien-Exportvolumens).
Unterkofler: „All diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie sich die Salzburger Wirtschaft in den vergangenen Jahren speziell auf Überseemärkten engagiert und bewährt hat. Sie stellen insgesamt ein sehr gutes Zeugnis für den mittlerweile sehr hohen Grad der Internationalisierung und Wettbewerbsfähigkeit der Salzburger Unternehmen aus.“
Industrie ist Hauptexporteur
„Im Ranking der exportierenden Sparten der WK Salzburg nimmt erneut die Industrie die Spitzenposition ein. 2011 verzeichnete die Industrie mit einem Anteil von 54,7 % wieder einen deutlichen Anstieg des Beitrags zu den Salzburger Gesamtexporten, nachdem in den Vorperioden dieser Anteil auf bis zu 46% im Jahr 2009 zurückgegangen war. 73 % der Industrieausfuhren gehen dabei in die Länder der EU. Der Anteil der Exporteure aus dem Salzburger Handel rangiert mit 31,9% unverändert an zweiter Stelle. In der Sparte Handel kommt den Übersee-Exporten überdurchschnittliche Bedeutung zu. Die größte prozentuelle Zunahme der Exportaktivitäten verzeichnete die Sparte Gewerbe und Handwerk, wobei mehr als 80% der Exporte des Handwerks innerhalb des EU-Binnenmarktes abgewickelt werden“, schilderte Unterkofler.
Die „Big Player“ am Salzburger Exportmarkt
Zu den Top-Exporteuren in Salzburg zählen (alphabetisch):
- Alpenrind GmbH
- ATOMIC Austria GmbH
- Austria Puma Dassler Gesellschaft m.b.H.
- Eisenwerk Sulzau-Werfen
- Geislinger GmbH
- Johnson Controls Austria GmbH & Co OG
- Kaindl-Gruppe
- Klepsch-Gruppe
- Kuhn-Gruppe
- Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH
- Mayer & Co Beschläge GmbH
- Palfinger Europe GmbH
- Paul Green GmbH
- Red Bull GmbH
- Robert Bosch AG
- SAG-Gruppe
- SIG Combibloc GmbH & Co KG
- SkiData AG
- Sony DADC Austria Aktiengesellschaft
- W & H-Gruppe
64,6% des gesamten Exportvolumens werden durch die zehn größten Exporteure abgewickelt.
Dominierende Produkte im Salzburger Export sind:
- Kfz-Teile und -Ausrüstungen
- Baumaterialien, Baumaschinen
- Ausstattung, Einrichtung von Gebäuden
- Spezialmaschinen, Anlagen
- Holz und Produkte aus Holz
- Lebensmittel und Getränke
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„Jedes Unternehmen, das in den Export einsteigen will, erhält Unterstützung durch die Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer, die Außenwirtschaft Austria. Diese ist weltweit mit über 115 Stützpunkten in mehr als 70 Ländern vertreten“, erläuterte der Leiter der Abteilung für Handelspolitik und Außenhandel der WKS, Dr. Christian Möller.
„Es ist ein großes Anliegen der Wirtschaftskammer Salzburg, mehr Betriebe durch Förderungen und Beratungen zum Export zu bewegen. Wir wollen Unternehmen neue Absatzchancen aufzeigen und sie bei den ersten Schritten auf der internationalen Bühne unterstützen. Das WKS-Service-Angebot umfasst Beratungen über Export-Know-how, Exportfinanzierungen oder rechtliche Rahmenbedingungen ebenso wie Exportseminare über Auslandsdokumente, Zahlungstechniken oder Zollrecht sowie Kontaktmeetings mit ausländischen Firmendelegationen, Länderseminare oder Sprechtage mit Außenhandelsdelegierten. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt aber vor allem darin, die Salzburger Exporteure durch den Bürokratiedschungel zu lotsen. Dazu zählt insbesondere die Ausstellung von Exportdokumenten und Warenbegleitpapieren. Wir haben 2011 mehr als 10.874 Ursprungszeugnisse und Fakturenbeglaubigungen ausgestellt. Zudem wurden im vergangenen Jahr 185 Intensivberatungen durchgeführt. An 95 Salzburger Unternehmen wurden rund 140 Direktförderungen aus der Internationalisierungs-Förderaktion ‚go international‘ ausbezahlt“, berichtete Möller. Für die erfolgreiche Exportförderoffensive ‚go international‘ stellt das Wirtschaftsministerium der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer für den Zeitraum von April 2011 bis März 2013 insgesamt 35 Mill. € zur Verfügung.“
Von Salzburg in die ganze Welt
Ein Unternehmen, das die Chancen im Export bereits erkannt und genutzt hat, ist die Firma „iRoom GmbH“ mit Sitz in Oberndorf und in der Bayerhamerstraße in der Stadt Salzburg. Das junge Unternehmen hat sich auf Dienstleistungen im Bereich Haustechniksteuerung via iPhone und iPad spezialisiert. Darüber hinaus werden „iDocks“ –automatisierte Wandhalterungen für iPads zum Laden und sicheren Aufbewahren - produziert und weltweit vertrieben. iRoom ist bereits in 80 Ländern aktiv und kann im vergangenen Geschäftsjahr auf ein Exportvolumen von 1,5 Mill. € verweisen. Bei der weltgrößten Messe für Elektronikgeräte in den USA wurde das Salzburger Unternehmen heuer zu einem der Gewinner des amerikanischen Innovationspreises „CES Innovations Award 2012“ gekürt.
Der Geschäftsführer von iRoom, Marc Hofer, hat für sein Unternehmen im Rahmen von „go international“ Förderungen genutzt, um sich auf ausländischen Märkten zu positionieren. Hofer: „Mit der Entwicklung unseres ‚iDocks‘ war von Anfang an klar, dass wir rasch einen internationalen Weg bestreiten müssen. Das starke Netz der Wirtschaftskammer mit ihren vielen Stützpunkten hat uns in der raschen internationalen Vermarktung immens geholfen.“ Auch Managing Partner Dominik Greiner betont: „Wir waren im ersten Jahr unseres Bestehens bereits auf zehn Messen und vier Kontinenten vertreten – ohne die Unterstützung der Wirtschaftskammer wäre das undenkbar gewesen. Es sind aber nicht nur die Förderungen und das Know-how der WKÖ-AußenwirtschaftsCenter, die uns angetrieben haben, sondern vor allem unsere Vision, eine internationale Marke aufzubauen.“
Bildtext:
WKS-Vizepräsident Dr. Peter Unterkofler, Mag. Dominik Greiner und Marc Günther Hofer von der iRoom GmbH mit Dr. Christian Möller, Leiter Handelspolitik und Außenhandel in der WKS (v. l.).
Foto: WKS
Rückfragen:
Fachbereich Handelspolitik und Außenhandel in der Wirtschaftskammer Salzburg
Dr. Christian Möller
Tel. 0662/8888-306, E-Mail: cmoeller@wks.at
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