Alles bio - ab Herbst auch der Treibstoff?

31.05.2013

Dass der Biotreibstoff E10 eine sinnvolle Sache für umweltbewusste Autofahrer sein könnte sieht die Tiroler Tankstellenbranche kritisch

   

Nein danke lautete die Antwort unserer Nachbarn in Deutschland zur Einführung des Bio-Treibstoffes E10 im Februar 2011. Im Zuge dessen wurden dort die Preise der konventionellen Treibstoffe angehoben, was nicht zum vermehrten Tanken von E10 führte. Der Hauptgrund lag darin, dass einige Fahrzeuge den neuen "Superbenzin" nicht vertrugen. Bis heute betankt nur jeder zehnte Deutsche sein Auto mit E10-Treibstoff.

E10 ab Herbst an Österreichs Zapfsäulen

Geht es nun nach Umweltminister Niki Berlakovich, soll der Bio-Treibstoff E10 bereits im Herbst diesen Jahres auch an den österreichischen Zapfsäulen getankt werden können. Hintergrund dieser Maßnahme ist die von der EU-Kommission geplante CO2-Reduktion bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent. Durch den Verkauf von Bio-Treibstoff soll dieses Ziel erreicht bzw. vorangetrieben werden.

Was heißt E10 überhaupt?

Hinter dem nach einem Nahrungsmittelzusatz klingenden Kürzel steckt nichts anderes als ein Bio-Ethanol-Anteil von zehn Prozent, der dem Treibstoff beigemengt werden soll. Gewonnen wird E-10-Bio-Ethanol aus Getreide. Ähnliche Reaktionen wie in Deutschland sind auch in Österreich zu erwarten, sollte Umweltminister Berlakovich die Einführung des Bio-Treibstoffes vorantreiben: steigende Treibstoffpreise, verunsicherte Lenker und ein Aufschrei von Organisationen, die gegen die Verwendung von Lebensmitteln im Treibstoff demonstrieren.

Steigende Kosten und mehr Verwaltung

„Neben erhöhtem Informationsbedarf für die Kunden wird auf die Tankstellenbetreiber vor allem ein erhöhter Kosten- und Verwaltungsaufwand zukommen“, hält Rebecca Neuner, Obfrau der Tiroler Tankstellen fest und erklärt weiter: „Auch die Haftungsfrage im Falle der Unverträglichkeit von E10 bei einzelnen Motoren kann zu massiven Problemen führen, das hat uns das Beispiel Deutschland gezeigt. Nicht absehbar ist zudem, ob aufgrund der Beimengung von E10 zusätzliche Kosten z.B. im Bereich der Lagerung, Sicherheit, etc. für unsere Branche entstehen“, befürchtet Neuner.

 
Rückfragen:
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Sparte Transport und Verkehr
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