Betriebliche Vorsorgekassen (BVK) sind 10 Jahre jung und feiern den ersten runden Geburtstag - Plattform der BVK lud anlässlich des 10jährigen Bestehens zu einer Feier
„Das alte Abfertigungssystem war für viele Unternehmen geradezu eine Falle. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen waren davon dramatisch betroffen und in Mitleidenschaft gezogen: Etliche mussten nach drei, vier Jahrzehnten wertvoller wirtschaftlicher Tätigkeit Insolvenz anmelden oder gerieten in finanzielle Probleme, wenn sie in kurzer Zeit mehrere Abfertigungen an langjährige Mitarbeiter zu zahlen hatten, etwa an solche, die in Pension gingen. Und zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sind nie in den Genuss einer Abfertigung gekommen. Außerdem war sie – Stichwort Jobwechsel – ein echtes Mobilitätshemmnis“, führte WKÖ-Präsident Christoph Leitl in der Begrüßung zur Festveranstaltung anlässlich „10 Jahre Plattform Betriebliche Vorsorgekassen (BVK)“ am Mittwochabend aus. Dazu hatte die Plattform mit Vorstandsvorsitzendem Andreas Csurda und Generalsekretär Fritz Janda geladen.
„Abfertigung Neu“ seit September 2002
Vor den genannten Hintergründen war die Reform und damit die Modernisierung des Modells „Abfertigung Alt“, eines österreichischen Unikums, dringend notwendig. Nachdem dieses Thema Eingang in das Regierungsprogramm des Jahres 2000 fand, ging es Schlag auf Schlag, im Jahr 2001 gab es eine grundsätzliche Sozialpartner-Einigung zum Modell „Abfertigung Neu“, im September 2002 erhielten die ersten der damals noch so genannten „Mitarbeitervorsorgekassen“ die Konzession durch die Finanzmarktaufsicht (FMA). Endgültiger Start war am 1. Jänner 2003.
„Und daher feiern wir mit dem 10. den ersten runden Geburtstag der betrieblich finanzierten Vorsorge“, so Leitl, der als weiteren wichtigen Meilenstein die Einbeziehung der Selbständigen mit 1. Jänner 2008 in die betriebliche Vorsorge nannte: „Seitdem haben auch diejenigen, die am Wachstumsprozess aktiv mitarbeiten, die Möglichkeit, bei der 2. Säule, der betrieblichen Vorsorge, dabei zu sein. Damit ist es gelungen, für die Selbständigen in Sachen Daseins- und Zukunftsvorsorge in Sachen Förderung durch den Staat sowie steuerliche Behandlung dasselbe wie für angestellte Arbeitnehmer zu erreichen“, unterstrich Leitl.
Modell gehört europaweit zu den Best Practices
Den österreichischen Weg der betrieblichen Vorsorge bezeichnete er als ein „gutes Modell, das europaweit zu den Best Practices gehört.“ Angesichts des 10jährigen Jubiläums der Betrieblichen Vorsorgekassen (BVK) rief der WKÖ-Chef jedoch auch in Erinnerung: „Das System der betrieblichen Vorsorge ist jedoch mittel- und langfristig - nämlich auf mehrere Jahrzehnte - ausgelegt, nicht nur auf eines und damit nicht kurzfristig angelegt“.
Und Leitl plädierte dafür, „die 3-Jahres-Frist für Auszahlungen zu überdenken, „um dem Sinn und Zweck der Daseins- und Zukunftsvorsorge besser gerecht zu werden“. Eine Erhöhung des Beitragssatzes steht für den WKÖ-Chef nicht zur Diskussion.
Schließlich gelte es, der Wirtschaft Vertrauen und Zuversicht zu geben, damit die Unternehmen weiter Wachstum und Beschäftigung generieren können: „Denn wir werden auch weiterhin Wachstum haben, und Europa und damit Österreich können aktiv dabei sein“, hob Leitl hervor: „Dabei ist unsere Innovationskraft gefordert; der Wandel hat aber auch eine Wachstumstriebfeder eingebaut, deren Kraft es zu nutzen gilt“.
Zwischenbilanz zum aktuellen Stand der Betrieblichen Vorsorgekassen
Andreas Csurda, Vorstandsvorsitzender der Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen, zog eine Zwischenbilanz zum aktuellen Stand der Tätigkeit der Betrieblichen Vorsorgekassen: „Die Höhe der laufenden Beiträge liegt bei 877,25 Millionen Euro. Aktuell verwalten die 10 Vorsorgekassen Vermögen im Wert von 4,3 Milliarden Euro für fast 2,7 Mio. Personen, darunter 330.000 Selbständige: Damit zählen 3 von 4 Erwerbstätigen in Österreich zu unseren Kunden.“ Als vordinglichste aktuelle Aufgabe nannte Csurda die Herausforderung anstehender legistischer Änderungen und Umbauten: „Damit sollen einige Kinderkrankheiten beseitigt werden“, so der Vorsitzende der Plattform der BVK. (JR)
Rückfragen:
Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen
Tel.: 05 90 900-4095
E-Mail: bvk@wko.at
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