Experte warnt vor unkalkulierbarem Risiko bei Verwendung der Sonder-UID-Nummer
Das Zollrecht bietet Spediteuren die Möglichkeit, Zollabfertigungen für Waren, welche für ein anderes EU - Mitgliedsland bestimmt sind, ohne Entrichtung der österreichischen Einfuhrumsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen in Österreich durchzuführen.
Die österreichische Speditionswirtschaft war in den letzten Jahren durch die sich rasch ändernden Logistikprozesse mit großen strukturbedingten Herausforderungen konfrontiert. Dieser Entwicklung begegnete die betroffene Branche mit dem Kompetenzaufbau durch Lagerhaltung für Firmen außerhalb der Europäischen Union und dem Aufbau Österreichs als Zentrum der logistischen Netze in Verbindung mit Dienstleistungsexport durch Fiskalverzollung.
Diese Fiskalverzollung ist besonders attraktiv für Empfänger mit Sitz in einem Mitgliedsland, in dem der Vorsteuerabzug der Einfuhrumsatzsteuer nur sehr zeitverzögert vorgenommen werden kann. Das bringt für sie einen enormen Liquiditätsvorteil mit sich, da die Fiskalverzollung von der Auswirkung der innergemeinschaftlichen Lieferung gleichgestellt ist.
Die damit verbundenen enormen Risken waren allerdings bis vor kurzem kaum oder überhaupt nicht bekannt. Um Klarheit in die zweifelsohne schwierige und komplexe Rechtsmaterie zu bringen, wurde seitens der WKO (Fachverband Spedition- und Logistik) Herr Dr. Peter Haunold von Deloitte Österreich mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens beauftragt.
Die Kernaussage dieses Gutachtens lautet nun, dass mit den Abfertigungen 42xx unter Verwendung der Sonder UID Nummer für Spediteure verbundene Risken/Haftungen exorbitant hoch sind und selbst bei geringen Normabweichungen Ersatzforderungen in Millionenhöhe entstehen können. Zum Teil können Spediteure die Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen aller Beteiligten (zum Beispiel, die korrekte Anmeldung der Erwerbssteuer im Empfangsland durch den Warenempfänger) nicht überprüfen – haften allerdings dafür!!
Österreich fungiert somit bis jetzt als internationale Logistik-Drehscheibe für Zentral-, Südost- und Osteuropa und bedient auch internationale Großkunden durch die Erbringung hochwertiger Leistungen. Die österreichische Speditionswirtschaft mit mehr als 1.500 Unternehmen und rund 21.000 Beschäftigten leistet einen wichtigen Beitrag für die import- und exportaffine österreichische Wirtschaft. Die international agierenden heimischen Logistikunternehmen erwirtschaften direkt und indirekt einen Bruttoproduktionswert von 17,62 Milliarden Euro. Mehr als 148.000 Jahresbeschäftigte werden direkt und indirekt über diese logistischen Dienstleistungen abgesichert.
Diese nach jahrelangen Anstrengungen erwirtschafteten überaus positiven Kennzahlen der betroffenen Branche werden jetzt durch die Haltung der österreichischen Finanzverwaltung massiv bedroht.
UFS-Entscheidung zu "4200"
Mag. Alexander Piekniczek
Fachverband Spedition - Logistik
+43 (0) 5 90 900 - 3252
spediteure@wko.at
Links
zusätzliche Dokumente
Informationen zum Thema
Ihre Meinung ist gefragt
Geben Sie hier Ihre Bewertung ab.
Möchten Sie den Artikel kommentieren,
melden Sie sich bitte an
.
Ihre Bewertung:








