Wirtschaftskammer, AMS und Integrationsfonds schaffen Chancen für Zuwanderer – bisher über 700 Mentoring-Paare – positive 1-Jahres-Bilanz zu Rot-Weiß-Rot-Karte
Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Programm „Mentoring für MigrantInnen“ von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Arbeitsmarktservice (AMS) und Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) wird nunmehr erstmals in allen österreichischen Bundesländern angeboten. Das gaben WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser, die stv. Geschäftsführerin des ÖIF, Beatrix Lewandowski, und AMS-Vorstand Johannes Kopf in einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Das Programm, das 2008 ins Leben gerufen und im Vorjahr von der EU als Vorzeigeprojekt ausgezeichnet wurde, unterstützt gut qualifizierte MigrantInnen dabei, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Fokus auf Rahmenbedingungen
„Wir müssen an allen möglichen Schrauben drehen, um dem immer größer werdenden Problem des Fachkräftemangels beizukommen – im Inland durch Reformen etwa im Bildungs- und Pensionsystem und indem wir die Ressourcen bei Personen mit Migrationshintergrund besser nutzen. Das Mentoring-Programm ist dazu eine konkrete und praxistaugliche Maßnahme“, betont WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser. Gefordert sei zudem eine pro-aktive Migrationspolitik mit dem Ziel, im Ausland nach den besten „Talenten“ zu fischen. Die Rot-Weiß-Rot-Karte sei hier „ein wichtiges Element, das sich bereits gut bewährt hat – und das, obwohl für Fachkräfte in den Mangelberufen das erleichterte Zuwanderungsverfahren erst seit Mitte Juni gilt.“ Hochhauser: „Nach der Rot-Weiß-Rot-Karte muss der Fokus nun auf die Rahmenbedingungen gesetzt werden. Gefordert sind etwa eine gezielte Bewerbung der Karte, eine ‚attraktive Willkommenskultur‘ sowie konkrete Unterstützung für Zuwanderer z.B. durch Schnuppertage in den Betrieben und den stärkeren Einsatz betriebsnaher Ausbildungen.“
MigrantInnen fehlen die beruflichen Netzwerke
„Viele ZuwanderInnen bringen wertvolle Qualifikationen und Fähigkeiten nach Österreich mit. Leider bleiben diese oft ungenutzt, da MigrantInnen die beruflichen Netzwerke fehlen, um einen Job zu finden, der ihrer Ausbildung entspricht. Hier setzen wir mit dem Mentoring-Programm an: Die Mentees profitieren von der Erfahrung der MentorInnen und finden in der Folge deutlich häufiger eine adäquate Beschäftigung“, betont die stellvertretende ÖIF-Geschäftsführerin Beatrix Lewandowski. „Für uns bedeutet ‚Integration durch Leistung‘ nicht nur, Engagement und Leistungsbereitschaft einzufordern. Ebenso wichtig ist es, leistungsbereite MigrantInnen zu fördern und ihnen den ersten Schritt zu erleichtern. Wenn sie ihre mitgebrachten Fähigkeiten hier optimal einsetzen können, profitiert letztlich die gesamte Gesellschaft“, fasst Lewandowski zusammen.
MentorInnen helfen bei Arbeitsmarktintegration
„MigrantInnen sind deutlich öfter von Arbeitslosigkeit betroffen als ÖsterreicherInnen. Während die Arbeitslosenquote von Personen ohne Migrationshintergrund im Vorjahr bei 6,3 Prozent lag, so lag sie bei Personen mit Migrationshintergrund mit 11,3 Prozent deutlich höher“, betont AMS-Vorstand Johannes Kopf. Die Gründe dafür seien vielfältig. „Neben mangelnden Sprachkenntnissen sind sehr oft auch das Fehlen des persönlichen Netzwerks und der informellen Kenntnisse über den Arbeitsmarkt Ursache für die geringe Arbeitsmarktintegration. Das Projekt ‚Mentoring für MigrantInnen‘ setzt daher genau am richtigen Punkt an: Durch die Hilfe von engagierten MentorInnen gelingt es oftmals, MigrantInnen die Tür zu einem Vorstellungsgespräch zu öffnen und damit die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“ Als Beispiele nannte Kopf, der selber auch als Mentor aktiv war, zwei besondere Erfolgsgeschichten: So hat eine 37jährige Migrantin aus Polen, die an der Wirtschaftsuni in Polen ein Marketing und Managementstudium absolviert hat, mithilfe des Mentoringprojektes rasch eine adäquate Arbeitsstelle in einer internationalen Hotelkette in Oberösterreich gefunden. Ebenso hat eine 40jährige Migrantin aus China, die den Master of Business Administration in International Management in China und Frankreich absolviert hat, über das Mentoring-Projekt einen Vollzeitjob beim Austrian Institut of Technology (AIT) gefunden und ist jetzt für die Ausweitung der Firma in den chinesischen Markt zuständig.
Ab heuer in ganz Österreich
Das Programm Mentoring für MigrantInnen richtet sich an Personen mit Migrationshintergrund, die mindestens einen Lehrabschluss oder eine höhere Ausbildung haben, ausreichend Deutsch können und Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt haben.
Ab heuer wird das Projekt erstmals in ganz Österreich angeboten: Im Frühjahr dieses Jahres startete zum ersten Mal ein Durchgang in Salzburg (neben Tirol und der Steiermark), ab dem Herbst wird das Programm nunmehr zusätzlich auch in Kärnten angeboten. In den 19 abgeschlossenen und 3 laufenden Projektdurchgängen konnten über 700 Mentoring-Paare gebildet werden. Der Bewerbungsschluss für die nächste Programmrunde in Wien und Niederösterreich endet am 7. September 2012.
Das Projekt Mentoring für MigrantInnen wird von go international, der gemeinsamen Internationalisierungsoffensive von Wirtschaftsministerium und WKÖ, unterstützt. (SR)
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Stabsabteilung Presse
Mag. Sabine Radl
Tel.: +43 (0)5 90 900 3590
Fax: +43 (0)5 90 900 263
E-Mail:sabine.radl@wko.at
Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich
Pressesprecherin Dr. Beate Sprenger
Tel.: 01 / 33 178 DW 522
Fax: 01 / 33 178 DW 151
E-Mail: beate.sprenger@ams.at
Österreichischer Integrationsfonds
Team Kommunikation
Mag. Julian Unger, MA
Tel.: +43 (0)1 710 12 03-136
Fax: +43 (0)1 710 12 03-533
E-Mail: julian.unger@integrationsfonds.at
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