KV: Fachverband Schienenbahnen begrüßt Einigung mit Gewerkschaft

11.07.2012
Mag. Robert Woppel / Mag. Petra Medek

“ WKÖ-Fachverbandsobmann Scheiber: Keine pauschale Senkung der Arbeitszeit - Arbeitsgruppe als „Weg der Vernunft

   

Der Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßt die am Dienstag erzielte Einigung mit der Gewerkschaft vida zu den Kollektivvertragsverhandlungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Eisenbahnunternehmungen. Die Einigung gilt die nächsten zwei Jahre und tritt rückwirkend per 1. Juli 2012 in Kraft. Die kollektivvertragliche Erhöhung für den Zeitraum 2012/2013 beträgt 2,4 Prozent, dazu kommen 25 Euro als monatlicher Fixbetrag. Für den Zeitraum 2013/14 wird ein Anhebungsmechanismus wirksam; die Gehaltserhöhungen werden sich am Verbraucherpreisindex des ersten Quartal 2013 orientieren, dazu kommt noch eine Anhebung um 1 Prozent.

 
Arbeitszeitverkürzung: „Weg der Vernunft“
 
Fachverbandsobmann Thomas Scheiber: „Wir freuen uns, dass gemeinsam konstruktive Lösungen gefunden werden konnten.“ Bei dem zuletzt von der Arbeitnehmerseite ins Spiel gebrachten Thema der Arbeitszeitverkürzung wird nun ein Weg der Vernunft eingeschlagen: Die von der Gewerkschaft geforderte Verkürzung von 40 auf 38,5 Wochenstunden kommt nicht. Scheiber: „Wir haben in den Verhandlungen nachdrücklich und erfolgreich vor den Gefahren und Schäden gewarnt, die ein  solches Modell der gesamten Wirtschaft bringen könnte.“
 
Um seriös einschätzen zu können, welche Risiken eine Arbeitszeitverkürzung wirklich brächte, wird nun ab Herbst in Abstimmung mit der Gewerkschaft eine Arbeitsgruppe installiert. „Die Expertinnen und Experten in dieser Arbeitsgruppe werden beleuchten, wie sich die Senkung der Regelarbeitszeit auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe im In- und Ausland auswirken würde und was das für die Produktivität der Branche bedeutet. denn man darf nicht außer Acht lassen, dass sich die Eisenbahnbetriebe in doppelter Konkurrenz zu Busunternehmen und Güterbeförderern auf dem Markt bewegen. Die Arbeitsgruppe wird über ihre Erkenntnisse in regelmäßigen Abständen Bericht erstatten“, erläutert der WKÖ-Fachverbandsobmann.
 
Auch die von der Gewerkschaft und den ÖBB zuletzt ins Spiel gebrachte höhere Abgeltung der Nachtarbeit in Form von Freizeit ist nun vom Tisch. „Die Wirtschaft begrüßt, dass wir mit unseren Verhandlungspartnern wieder den Weg der Vernunft einschlagen konnten. Wir haben mit den Arbeitnehmervertretern ganz klar abgesteckt, dass faire Spielregeln bei unseren Gesprächen herrschen sollen. Denn nur so können wir gemeinsam konstruktive Lösungen finden, die im Sinne der Betriebe, der gesamtwirtschaft und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den heimischen Eisenbahnunternehmen sind“. (PM)
 
 
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