WKÖ-Hochhauser: „Nicht Quote macht den Unterschied, sondern bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“

18.07.2012
Mag. Dr. Rolf Gleißner / Mag. Sabine Radl

Wirtschaftskammer: Chancengleichheit durch bessere Rahmenbedingungen und Abkehr von alten Rollenklischees

   

„Die Tendenz bei Frauen in Führungspositionen ist steigend – und zwar ganz ohne Quote. Jedes dritte Unternehmen in Österreich wird von einer Chefin geleitet, in den Aufsichtsräten steigt der Frauenanteil und bei Unternehmensgründungen entfallen sogar um die 40 Prozent auf Frauen. Das ständige Schwingen der Frauenministerin mit der Gesetzeskeule in Richtung Betriebe halte ich daher in der Sache für nicht angebracht und es geht auch inhaltlich ins Leere“, betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser. „Statt mit der gesetzlichen Brechstange zu agieren, muss bei den Wurzeln des Problems angesetzt werden. Was soll eine Quote bringen, wenn Frauen nicht alle Chancen und Wahlfreiheiten für ihre Karriere- und Lebensplanung haben?“

                                  
Zwar gelte es auch aus Sicht der Wirtschaft, bei der Verankerung von Frauen auf allen betrieblichen Ebenen künftig noch besser zu werden. „Aber hier macht nicht die Einführung einer Quote den Unterschied, sondern die Frage, ob und wie Frauen ihre Vorstellungen in puncto Familie und Beruf besser vereinbaren können“, betont Hochhauser. Die Forderungen nach einem flächendeckenden, hoch qualitativen und den Anforderungen der beruflichen Realität entsprechenden Kinderbetreuungsnetzes sei „leider“ nach wie vor hoch oben auf der Tagesordnung.
 
Gefordert seien auch ein Umdenken in den Köpfen und die Abkehr von tradierten Rollenklischees. „Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind schon jetzt an allen Ecken und Enden zu bemerken. Frauen gehören zu den Schlüsselkräften der Zukunft. Wir müssen sie daher noch stärker etwa für technische Berufe begeistern, die im Übrigen auch besser bezahlt sind.“ (SR)
 
 
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