Leitl moniert Anreize für KMU-Finanzierung in Österreich wie auf EU-Ebene

25.07.2012
Dr. Michael Eberhartinger / Mag. Sabine Radl

Rahmenbedingungen für Private Equity und Venture Capital verbessern, Umsetzung von Basel III in der EU KMU-freundlich gestalten

   

Die Ergebnisse der jüngsten Nationalbank-Umfrage über das Kreditgeschäft in Österreich, wonach die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Private tendenziell schwieriger geworden sind, seien „ernst zu nehmen, wenngleich von einer Kreditklemme nach wie vor weit und breit keine Rede sein kann“, so Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. „Die Betriebe, das zeigen unsere regelmäßigen Umfragen, sind mit ihren Hausbanken sehr zufrieden. Klar ist aber, dass Finanzierungen angesichts immer neuer Regulierungen für die Kreditwirtschaft nicht einfacher werden und auch die zunehmende Eintrübung der Wirtschaft ihren Tribut fordert“, betont Leitl und fordert in Richtung OeNB, „gemeinsam und in Abstimmung mit der Wirtschaft hier für bessere Rahmenbedingungen und gezielte Anreize für Finanzierungserleichterungen einzutreten, damit es nicht tatsächlich zu einer Verengung der Finanzierungskapazitäten kommt.“

Jungunternehmerfonds ist erster wichtiger Schritt

Um den kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern, seien sowohl in Österreich als auch auf EU-Ebene gezielte Anreize und bessere Rahmenbedingungen notwendig. „Der kürzlich vorgestellte Jungunternehmerfonds war ein erster wichtiger Schritt, dem weitere Maßnahmen folgen müssen.“ In Österreich gehe es etwa um die Stärkung der Beteiligungsfinanzierung - durch bessere Rahmenbedingungen für Private Equity und Venture Capital ebenso wie die Schaffung eines Freibetrages in Höhe von 50.000 Euro für Beteiligungen privater Investoren.

Basel III darf keine Wachstumsbremse werden

Auf EU-Ebene müsse alles daran gesetzt werden, um die neuen Eigenkapitalregeln Basel III KMU-freundlich zu gestalten. „Basel III darf keine Wachstumsbremse und Kreditbremse für Europa werden. KMU-Kredite müssen bei der Umsetzung von Basel III besser gestellt werden. Das Europäische Parlament mit Othmar Karas an vorderster Front unterstützt diese Forderung der österreichischen Wirtschaft, die auch bei den Regierungen Gehör finden muss.“

Forderung nach europäischem Garantiefonds

Zudem fordert Leitl einmal mehr die Schaffung eines europäischen Garantiefonds im Rahmen des nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmens. Bei einer Dotierung mit nur 5 Milliarden Euro könnten KMU-Garantien von mindestens 50 Mrd. Euro generiert werden. Unternehmensgründer oder Betriebe, die sich entwickeln wollen, könnten so eine Garantie der EU kombiniert mit nationalen Garantien erhalten.

„Zeiten der Verunsicherung, wie wir sie derzeit erleben, sind immer auch Zeiten der Investitionszurückhaltung. Umso wichtiger ist es, jetzt mit gezielten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass kein sinnvolles Projekt nur daran scheitert, weil das Geld dafür nicht aufgestellt werden kann.“ (SR)






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