Sery-Froschauer: Österreichs Werbewirtschaft trotz schwierigem Umfeld auf Wachstumskurs

27.07.2012
Mag. Markus Deutsch / Jürgen Rupprecht

WIFO-Werbeklimaindex: Entscheidende Monate für die Werbekonjunktur bis in den Herbst hinein - Weiterer Konjunkturverlauf vor dem Hintergrund der Schuldenkrise unsicher

   

„Die Risiken für eine positive Konjunkturentwicklung steigen, aber Österreichs Werbewirtschaft ist trotz der Belastungen durch die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum vergleichsweise gut aufgestellt. Der vorliegende WIFO-Werbeklimaindex zeigt die sehr zuversichtliche Stimmung in der österreichischen Werbewirtschaft. Die guten Konjunkturdaten dürfen kein Anlass für tatenlose Selbstzufriedenheit sein. Wir müssen die Innovationsführerschaft der Kreativwirtschaft in allen Bereichen forcieren und gleichzeitig auf neue Kommunikationstechnologien und neue Märkte setzen“, so fasst Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Ergebnisse des aktuellen WIFO-Werbeklimaindex‘ zusammen. Diese wurden heute, Freitag, präsentiert.

Stabile Nachfrage nach Werbe-Dienstleistungen im 2. Quartal 2012

Gerhard Schwarz, Wirtschaftsexperte im Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) bringt es auf den Punkt: „Die Erwartungen liegen weit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Werbung hat sich im 2. Quartal 2012 gut entwickelt. 33 % der befragten Unternehmen berichten von einem Anstieg der Nachfrage im 2. Quartal 2012, gegenüber 11 %, die sich mit rückläufiger Nachfrage konfrontiert sahen. Auch die Geschäftslage der Kommunikationswirtschaft entwickelt sich positiv. Rund 28 % der befragten Unternehmer berichten von einer verbesserten Geschäftslage. Dem stehen 11 % gegenüber, deren Geschäftslage sich im 2. Quartal 2012 verschlechtert hat.

Die Auftragslage ist weiterhin stabil: 76 % der Unternehmen melden ausreichende oder sogar mehr als ausreichende Auftragsbestände. Ihre Kapazitäten sieht die Werbebranche mit 87 % gut ausgelastet.

Entscheidende Monate für die Werbekonjunktur bis in den Herbst hinein

„Die größten Konjunktur-Risiken liegen nicht bei zu ambitionierten Konsolidierungsmaßnahmen in der Euro-Zone, sondern bei einer Ausweitung der Schuldenkrise einiger Euro-Zonen-Mitglieder. Die Politik muss für glaubwürdigen und ausgabenseitigen Schuldenabbau sowie für Vertrauen durch wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen“, so Sery-Froschauer.

Der gegenwärtige Konjunkturabschwung schlägt derzeit nicht auf die Konjunkturausblicke der heimischen Werbewirtschaft durch. Für das 3. Quartal 2012 bleibt die Werbebranche weiterhin optimistisch. 29 % der Unternehmen rechnen mit einem Anziehen der Nachfrage und 27 % mit einer verbesserten Geschäftslage. Damit überwiegen die Optimisten deutlich gegenüber jenen 7 % bzw. 8 %, die eine sinkende Nachfrage bzw. sinkende Geschäftslage im 3. Quartal 2012 erwarten.

Werbekonjunktur wird in Wien deutlich pessimistischer beurteilt als im Westen

In einer regionalen Analyse des Werbeklimaindex zeigt sich, dass die Unternehmen der Werbung und Marktkommunikation in Ostösterreich deutlich weniger optimistisch sind als im Westen. „Ich vermute dahinter auch  Unsicherheiten öffentlicher Auftraggeber durch Transparenz-Gesetze und Anti-Korruptionsbestimmungen sowie das schwieriger werdende wirtschaftliche Umfeld für den Medienstandort Wien“, so Sery-Froschauer.

Weiterhin kein „Aufnahmestopp“ in der Werbung?

Trotz des unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes planen 12 % der Werbeunternehmen in den kommenden Monaten Personal aufzunehmen. Im Vorquartal rechnete noch jedes fünfte Unternehmen mit einem Beschäftigungs-Plus. Es zeigt sich, dass nach wie vor Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften besteht. 5 % der Werbeunternehmen geben an, dass sie primär durch einen Mangel an Arbeitskräften in ihrer Geschäftstätigkeit behindert werden. Der Anteil der Unternehmer, die sich vor einem Personalabbau sehen, ist aber im Vergleich zum Vorquartal um 4 % auf 10 % gestiegen.

Die rot-weiß-rote Werbekonjunktur im EU-Vergleich: Der „Österreich-Bonus“ hält

Der Vergleich der österreichischen Werbekonjunktur mit jener in anderen EU-Ländern zeigt, dass die Kluft zwischen den EU-Ländern in Südeuropa einerseits, sowie Deutschland und Österreich andererseits, wohl weiter größer werden wird. Die allgemeine Wirtschaftslage in exportorientierten Volkswirtschaften profitiert auch von den Wachstumsimpulsen aus Asien und Übersee. „Der Österreich-Bonus hält. Wir zählen in einem sehr schwierigen Umfeld zu den Wachstumsbranchen des Euro-Raums“, so Sery-Froschauer.

Interessenpolitische Offensive: Was liegt der Werbewirtschaft am Herzen? Wo drückt der Schuh?

Abschließend kündigt Sery-Froschauer ab Herbst 2012 eine interessenpolitische Offensive an: „Bis Herbst 2012 arbeiten wir einen detaillierten Forderungskatalog aus. Dieser wird im Vorfeld der Nationalratswahl 2013 auch der heimischen Politik übergeben. Die Erhaltung und Stärkung eines modernen und innovativen Medien- und Kommunikationsstandortes Österreich muss jedenfalls Eingang in das Regierungsprogramm für die kommende Legislaturperiode 2013 bis 2018 finden!“ (JR)







Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung und Marktkommunikation
Geschäftsführer Mag. Markus Deutsch
Tel.: 05 90 900-3541
E-Mail: werbung@wko.at
 

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