Wirtschaftskammer fordert „mehr Flexibilität, weniger Gießkanne“
„Die Bildungskarenz ist ein gutes Modell, von dem Unternehmen und Arbeitnehmern profitieren. Angesichts der Kosten von 76 Mio. Euro im Jahr 2011 und der stark steigenden Inanspruchnahme sollte sie aber zielgerichteter und flexibler sein“, begrüßt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Vorschläge von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und ÖAAB-Obfrau und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, eine Teilbildungskarenz zu ermöglichen und gleichzeitig die Bildungskarenz stärker auf den Arbeitsmarkt auszurichten.
Bei der Bildungskarenz vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Ruhen von Arbeit und Entgelt für eine bestimmte Zeit. In dieser Zeit absolviert der Arbeitnehmer eine Ausbildung und erhält das Weiterbildungsgeld vom AMS. Wie auch das IHS in seiner Evaluierung der Bildungskarenz feststellt, wird allerdings derzeit weder der Ausbildungserfolg kontrolliert, noch, ob die Ausbildung den Arbeitsmarktstatus verbessert. Die IHS-Studie zeigt auf, dass sich etwa bei Hochschulausbildungen der Arbeitsmarktstatus nicht verbessert, teilweise sogar verschlechtert.
„Ein effizienter Sozialstaat kontrolliert die Verwendung und die Wirkung von Ausgaben. Der Arbeitsmarkt braucht keine Studienreisen von Akademikern, sondern Fachkräfteausbildungen. Dafür sollte man vom ‚Alles oder Nichts‘-Prinzip abrücken und – wie bei der dualen Berufsausbildung – eine Ausbildung parallel zur Teilzeitarbeit ermöglichen. Wir brauchen mehr Flexibilität, weniger Gießkanne“, schließt Leitl. (SR)
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4288
E-Mail: rolf.gleissner@wko.at
Informationen zum Thema
Ihre Meinung ist gefragt
Geben Sie hier Ihre Bewertung ab.
Möchten Sie den Artikel kommentieren,
melden Sie sich bitte an
.
Ihre Bewertung: