Leitl: Trotz schwieriger Lage schafft Wirtschaft 41.000 zusätzliche Jobs für Personen über 50

03.08.2012
Mag. Dr. Rolf Gleißner / Mag. Sabine Radl

Zusätzliche Belastungen im Zusammenhang mit der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer sind daher unnötig und abzulehnen

   

„Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen, dass die österreichische Wirtschaft ihrer Verantwortung für ältere Arbeitnehmer hervorragend nachkommt. Trotz der  schwierigen Wirtschaftslage gibt es bei den über 50-jährigen 41.000 zusätzliche Arbeitsplätze im Vergleich zum Juli 2011 und damit ein Plus von 5,8 Prozent“, kommentiert Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl die heute vom AMS veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Juli 2012. „Zusätzliche Belastungen der Unternehmen im Zusammenhang mit der Beschäftigung Älterer sind somit unnötig und abzulehnen.“

Der Wirtschaftskammer-Präsident verweist zudem darauf, dass ältere Arbeitnehmer einen höheren Kündigungsschutz genießen und sie die Betriebe aufgrund der höheren Löhne und sonstiger Ansprüche teurer zu stehen kommen als jüngere, was auch an der Politik liegt: Zuletzt hat das Sparpaket nicht nur Arbeitslosenversicherungsbeiträge für Ältere wieder eingeführt, sondern auch die Auflösungsabgabe, die ab 2013 bei den meisten Beendigungen von Dienstverhältnissen in Höhe von 110 Euro fällig wird.

„Die Auflösungsabgabe ist wie der alte, 2009 abgeschaffte Malus an die Beendigung eine Dienstverhältnisses geknüpft“, so Leitl. „Während es also eine Strafzahlung bei Kündigungen auch von älteren Menschen schon gibt, fehlt bis heute ein echtes Anreizsystem, damit die Menschen länger arbeiten, statt sich bei erstbester Gelegenheit in die Pension zu verabschieden“, kritisiert Leitl. „Was Schweden mit massiven Abschlägen bei frühzeitiger Pension und ordentlichen Zuschlägen bei längerem Arbeiten gelingt, muss auch bei uns möglich sein.“

Im Hinblick auf jüngst erhobene Forderung in Richtung einer Wiedereinführung eines Bonus-Malus-Systems stellt der WKÖ-Präsident klar: „Ich bin offen für intelligente Alternativen zur Auflösungsabgabe und für einen Bonus. Eine doppelte Belastung der Wirtschaft durch die neue Auflösungsabgabe UND die Wiedereinführung eines Bonus-Malus-Modells kommt für die Wirtschaft aber nicht in Frage.“ Zudem sollte die Abflachung der Lebenseinkommenskurve noch intensiver thematisiert werden. (SR)




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