Österreichische Forscher an Weiterentwicklung der Marsmission beteiligt

07.08.2012
Dr. Rudolf Thaler / Mag. Bernhard Salzer

Weltraumforum und die Universität Innsbruck forschen mit NASA-Jet Propulsion Laboratory (JPL) an bemanntem Marsflug

   

Die perfekte Landung von Marsrover Curiosity am 5. August um 22:31 Pacific Time (6. August, 7:31 Uhr MEZ) erfüllte die brillant entworfene Choreografie dieses höchst komplexen Vorganges. Die Wissenschafter des NASA-Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena schrieben damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Weltraumforschung. Nach einer Flugstrecke von über 567 Millionen Kilometer und einer Flugdauer von 254 Tagen erreichte der Mars-Roboter seinen Lande- und zukünftigen Arbeitsplatz im Gale Krater. „Die Genauigkeit der Landung ist mit einem Flug von Florida nach Pasadena samt Landung auf einem Frisbee im Rose Bowl-Stadion vergleichbar“, bringt es Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Los Angeles, auf den Punkt.

Auch österreichische Forscher sind am Erfolg der jetzigen und künftiger Marsmissionen beteiligt. Thaler: „Das österreichische Weltraumforum und die Universität Innsbruck sind bei einer Arbeitsgruppe am JPL bereits am ‚übernächsten Schritt‘ eingebunden. Untersucht wird unter möglichst realistischen Bedingungen das Risiko, Bodenproben auf dem Mars bei bemannten Operationen unabsichtlich zu kontaminieren.“ Es wurde dazu z.B. ein Pilotversuch in den Riesenhöhlen in Österreich auf dem Dachstein durchgeführt. Die Universität Innsbruck beherbergt auch das Marsraumanzug-Labor des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF), das sich der Weiterentwicklung des Analog-Marsanzuges ‚Aounda.X‘ widmet.

Bei der aktuellen Marsexpedition hätte jeder noch so kleine Fehler zum Scheitern der zwei Milliarden US-Dollar Mission geführt. Marsrover Curiosity traf mit einer Geschwindigkeit von 20.921 km/h auf die dünne Marsatmosphäre auf, wobei eine spezielle Technologie für den Eintauchvorgang entwickelt wurde, um den Bremseffekt zu erhöhen und ein Steuern zu ermöglichen. Der größte Ultraschall-Fallschirm bislang reduzierte die Geschwindigkeit auf 1.448 km/h. Ein Landekran setzte den Marsrover an Seilen ab  und vermied damit schwerwiegende Beeinträchtigungen durch von Bremsraketen aufgewirbelte Staubpartikel. Das knapp eine Tonne schwere höchstentwickelte Marslabor ist atomgetrieben und wurde im NASA-JPL des California Institute of Technology in Pasadena entwickelt und getestet.

 



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