Wirtschaftskammer unterstützt Forderung nach Studiengebühren

07.08.2012
Dr. Klaus Schedler / Mag. Bernhard Salzer

Unis brauchen für den globalen akademischen Bildungswettbewerb Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren und parallel dazu ausgeweitetes Stipendiensystem

   

Die Einhebung von Studiengebühren ist aus der Sicht der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) längst überfällig. „Wie die Berichte zur sozialen Lage der Studierenden zeigen, funktioniert die soziale Durchmischung an den gebührenpflichtigen Fachhochschulen auch wesentlich besser als an den frei zugänglichen Universitäten“, stellt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der WKÖ, hierzu fest.

Nach Landertshammers Meinung sollte die jetzt spürbare Bewegung der SPÖ-Bundespolitiker in der Studiengebührenfrage vor dem Hintergrund vielfältiger aus den Bundesländern kommender Anregungen genutzt werden, um eine umfassende Reform des Hochschulwesens anzugehen. Die Vorstöße aus Salzburg – von der SP-Landeshauptfrau und vom Salzburger SP-Bürgermeister – seien diesbezüglich zu begrüßen und ein positives Zeichen, dass eine konstruktive Diskussion auch in dieser Frage möglich sei. Landertshammer: „So wie es der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden formuliert hat, bieten die unterfinanzierten Massenuniversitäten keine Zukunftsperspektive im globalen akademischen Bildungswettbewerb.“

Keine Beschränkung auf Superreiche

„Aber auch in der Hochschulpolitik geht es uns in der Wirtschaft um die bestmögliche Nutzung aller Begabungsressourcen. Überall dort, wo wir soziale Barrieren im Zugang zur Bildung oder Hindernisse bei der Durchlässigkeit erkennen, arbeiten wir an deren Beseitigung, denn alles andere führt zu Reibungsverlusten, die weder menschlich noch wirtschaftlich vertretbar sind“, so Landertshammer. Mit der Wiedereinführung von Studiengebühren müsse selbstverständlich das Stipendiensystem ausgeweitet werden. Eine Absage erteilt Landertshammer jenen Forderungen, die Studiengebühren auf Superreiche beschränken wollen - deren Kinder studieren ohnehin, nämlich im Ausland.

Die derzeit an die Hochschulen gerichteten Herausforderungen gehen aber weit über die Frage der Studiengebühren hinaus. „Die Gebühren bekommen wir mit ein paar Veränderungen im System der Studienbeihilfe viel leichter in den Griff, als die Bemühungen, unser Hochschulwesen international attraktiv und wettbewerbsfähig zu gestalten. Das wird ohne Zulassungsverfahren wohl kaum gelingen“, so Landertshammer abschließend. (BS)







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