Verteuerung wäre kontraproduktiv - Österreichs Arbeitnehmer mit dem Ausmaß ihrer Arbeitszeit zufrieden
Die Wirtschaft lehnt Vorstöße, Überstunden für die Arbeitgeber zu verteuern, klar ab. „Überstunden sind in Österreich schon jetzt im internationalen Vergleich sehr teuer. Zudem sichern Überstunden Arbeitsplätze: Es ist besser, Auftragsschwankungen mit Überstunden aufzufangen als mit kurzfristigem Stellenauf- oder abbau. Jede weitere Verteuerung würde Arbeitsplätze kosten und wäre damit kontraproduktiv“, stellt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), klar. Der in Österreich vorgesehene Überstundenzuschlag von 50%, vielfach sogar 100%, ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Üblich sind im europaweiten Vergleich - etwa mit Deutschland, Frankreich oder der Schweiz - 25%.
„Da Überstunden vielfach pauschal oder mit Zeitausgleich vergütet werden, sind die nun vorgelegten Zahlen über die Überstundenvergütung zu hinterfragen“, gibt Gleitsmann zu bedenken. Demnach würden im öffentlich dominierten Bereich „Erziehung und Unterricht“ anteilig die meisten unbezahlten Überstunden anfallen.
Bei der Diskussion um die Verteuerung der Überstunden erinnert Gleitsmann daran, dass Überstunden für Arbeitnehmer nicht nur aufgrund des hohen Zuschlags lukrativ sind, sondern auch aufgrund der Steuerbefreiung – der Gesetzgeber fördert damit Überstunden. „Klagen zur Arbeitszeit sind fehl am Platz. Denn nach einer Umfrage sind 84% der Arbeitnehmer und sogar 88% der Teilzeitbeschäftigten mit dem Ausmaß ihrer Arbeitszeit zufrieden“, betont Gleitsmann. (PM)
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag.Dr. Rolf Gleißner
Tel 05 90 900 4288
Email: rolf.gleissner@wko.at
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