Politik hat mehr mit Unternehmertum zu tun, als vielen Politikern recht ist
Die Politik hat derzeit keinen guten Lauf. Die Politikverdrossenheit erreicht neue Höchstwerte – die katastrophalen Wahlbeteiligungen sind der gelebte Ausdruck dieses Misstrauens. Was würden Unternehmer in dieser Situation tun? Sie würden sich fragen, wo der Wurm liegt. Sie würden beispielsweise Personal, das nur Ärger macht, vor die Türe setzen. Leider versagen hier die Parteien völlig: Anstatt sich von korrupten, unfähigen Politikern aus den eigenen Reihen zu distanzieren, wird so lange die Mauer gemacht, bis der öffentliche Druck so groß wird, dass es nicht mehr anders geht. Dann aber ist es schon zu spät und der Schaden bereits angerichtet.
Wie es Unternehmer machen würden
Und so passiert es immer wieder, dass einzelne Absahner die vielen fleißigen und engagierten Landes- und Bundespolitiker mit ins Stimmungsloch ziehen. Betriebe würden sich auch ansehen, ob die Produkte (= die politischen Themen) passen und sie notfalls aus dem Sortiment nehmen. Oft genug hat man das Gefühl, dass gar nicht darauf geschaut wird, was denn die Kunden (= die Wähler) eigentlich haben wollen, sondern auf den Markt geworfen wird, was gerade auf Lager ist. Das kann sich kein Unternehmen leisten – und die Politik auch nicht, denn ohne Nachfrage ist jedes Angebot sinnlos.
Angebot und Nachfrage in der Politik
Nachgefragt werden übrigens Lösungen und nicht Probleme, denn davon hat jeder Wähler bereits genug. Was auch nicht geht: Ständig Lust auf ein Produkt zu machen, eine Neuerung anzukündigen, eine Verbesserung anzupreisen – dann aber bei der Umsetzung in der Mitte stecken zu bleiben. Wähler sind in diesem Fall genauso erbarmungslos wie Konsumenten: Wenn die Firma nicht hält, was sie verspricht, dann geht man eben zur Konkurrenz.
Völliges No-Go: Laufend rote Zahlen schreiben
Kein Betrieb kann auf Dauer mehr ausgeben als er einnimmt. Diese Binsenweisheit gilt für das Staatsbudget genauso, hat sich aber offenbar noch nicht bis zum politischen Personal durchgesprochen. Vor allem aber würden Betriebe mit der Verkaufs-Strategie der Politik rettungslos untergehen. Von den politischen Parteien ist nämlich vor allem zu hören, was die anderen falsch machen. Ein Betrieb, dessen Marketing sich darauf beschränkt, immer zu sagen, was an den Konkurrenz-Firmen mies ist, hätte eine kurze Lebensdauer. Denn das ist unsympathisch, wenig glaubhaft und endet immer bei der Frage, ob denn die eigenen Produkte nicht gut genug sind, um sie direkt zu vermarkten.
Nur wer selbstbewusst und in Eigenverantwortung auf seine eigenen Stärken zählt, hat die Nase vorn, in der Wirtschaft wie in der Politik.
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