Gleitsmann zu AK-Kritik: Masse der Unternehmen verhält sich korrekt

27.08.2012
Dr. Rolf Gleißner / Mag. Petra Medek

Heimische Arbeitnehmer besser abgesichert und Unternehmen in Österreich stärker kontrolliert als in anderen Ländern

   

„Die allermeisten Unternehmen in Österreich verhalten sich korrekt, was sich etwa an der hohen Arbeitszufriedenheit heimischer Mitarbeiter und an der fast 100%-igen Einbringungsquote bei Sozialversicherungsbeiträgen zeigt“, weist Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) Pauschalkritik der AK an der Wirtschaft zurück.

Zudem sind, so Gleitsmann, Arbeitnehmer in Österreich weit besser abgesichert, Unternehmen hingegen viel stärker kontrolliert als in anderen Ländern. Er verweist auf die höchste Kollektivvertrags-Abdeckung Europas – 98% der Arbeitnehmer sind hierzulande durch Mindestlöhne geschützt-, flächendeckende Lohnkontrollen durch Gebietskrankenkassen und Finanzämter, empfindliche Verwaltungsstrafen für Unterentlohnung und gleich mehrere Bereiche, in denen Unternehmen für Fehlverhalten ihrer Geschäftspartner haften – von der Ausländerbeschäftigung über den Baubereich, den Betriebsübergang bis zur Arbeitskräfteüberlassung.

Aus diesem Grund setzt der Endbericht zum Sozialbetrug der Universität Wien bei den Maßnahmenempfehlungen den Schwerpunkt auf die Optimierung von Abläufen in Kontrolle und Verwaltung und auf bessere Kooperation von Behörden.

„Vor diesem Hintergrund brauchen wir nicht noch mehr Daumenschrauben für korrekt arbeitende Unternehmen, im Gegenteil: Lohnverrechnung, Arbeitsrecht und Meldepflichten sind zum Teil jetzt schon so komplex, dass sie für kleinere Betriebe kaum ganz durchschaubar sind. Es muss einfacher und günstiger werden, Arbeitnehmer zu beschäftigen“, fordert Gleitsmann insbesondere Vereinfachungen bei Lohnverrechnung, Arbeitsrecht und Arbeitszeitgestaltung ein. (PM)

 


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