UBS-Einkommens-Studie widerspricht Hausverstand

31.08.2012
Mag. Herbert Motter

Kommentar von Dr. Helmut Steurer, Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg

   

 

Die in allen Medien zitierte Studie der Schweizer Großbank zur Einkommensentwicklung in Österreich wird von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) und anderen Banken stark in Zweifel gezogen. Die UBS-Studie widerspricht ihren eigenen Daten, so die OeNB. Tatsächlich sei das Realeinkommen der österreichischen Haushalte von 2000 bis 2010 um über 12 Prozent gewachsen. Ebenfalls von „definitiv falschen“ Ergebnissen spricht die Bank Austria/UniCredit.

„Welche Ziele die Schweizer Großbank mit der Studie verfolgte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Besonders ärgert mich aber die kritiklose Übernahme der inzwischen widerlegten Zahlen von verschiedenen Seiten“, erklärt WKV-Direktor Dr. Helmut Steurer. Bei genauerer Betrachung der der Studie hätte die Unsinnigkeit der Ergebnisse auffallen müssen. Denn, dass gerade in den Krisenländer Griechenland und Spanien laut Studie die größten Einkommenzuwäche zu verzeichnen waren, hätte  einen skeptisch machen müssen, so Steurer. „Ein solches Ergebnis verkennt völlig die realen Tatsachen in diesen Ländern.“

In Zeiten größter Verunsicherung über die weitere Entwicklung in Europa sei es verantwortungslos, derart unreflektiert einen künstlichen Konflikt herbeizureden, so Steurer weiter. Ein bisschen Hausverstand hätte, so der WKV-Direktor, gut getan, um zu erkennen, dass wir nicht auf das Niveau der 70er Jahre zurückgefallen sind.