WKÖ-Gleitsmann zu AK OÖ: An Realitäten orientieren statt krankreden

07.09.2012
Dr. Martin Gleitsmann / Mag. Petra Medek

Hohe Zufriedenheit der Erwerbstätigen mit ihrer Arbeitsplatzsituation

   

„Die jüngsten Auswertungen der AK Oberösterreich verzerren die Realität der österreichischen Arbeitswelt“, hält Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der jüngsten AK-Aussendung fest. „Fakt ist: Österreichs ArbeitnehmerInnen sind mit ihrem Arbeitsumfeld zufrieden“, betont Gleitsmann und verweist auf eine Studie, die die WKÖ beim Market Institut in Auftrag gegeben hat. Demnach sind 65 Prozent der heimischen Erwerbstätigen mit ihrer Verdienstsituation ziemlich oder sehr zufrieden. Insgesamt sind 87 Prozent der unselbständig Erwerbstätigen sehr oder ziemlich zufrieden mit den Arbeitsbedingungen im Hauptberuf. Mit der aktuellen Verteilung der Arbeitszeit sind 88 Prozent sehr oder ziemlich zufrieden – und dies gilt gleichermaßen für Teilzeitbeschäftige, Vollzeitbeschäftigte, Frauen und Männer.

800.000 Teilzeitarbeitsplätze mehr

Der immer wieder kehrende Hinweis darauf, dass Teilzeitmodelle nicht von den Erwerbstätigen selbst gewählt beziehungsweise gewünscht würden, gehe daher an der Realität vorbei, so der WKÖ-Experte. "Teilzeit ist ein Beitrag der Wirtschaft zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit der Mär, dass Frauen mit einem Teilzeitjob generell unzufrieden seien und daher mit allen Mitteln in Vollzeitstellen gedrängt werden, müsse endlich Schluss sein. Vielmehr zeige sich, dass die Zahl von Frauen mit Teilzeitwunsch fast zehn Mal so groß ist wie die Zahl der offenen Teilzeitstellen. Und die Kluft zwischen dem Wunsch nach Teilzeit und der Realisierbarkeit wird immer größer", so Gleitsmann. Nicht zuletzt habe die Wirtschaft auf die erhöhte Nachfrage nach Teilzeitarbeitsplätzen reagiert und in den vergangenen Jahren 800.000 Teilzeitarbeitsplätze zur Verfügung gestellt.
Wenn Teilzeitstellen angenommen werden, weil fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen dazu zwingen, so sei die öffentliche Hand in die Pflicht zu nehmen, so Gleitsmann. „Die Wirtschaft weist daher immer wieder darauf hin, dass ein Ausbau der Kinderbetreuung gemäß den Anforderungen der Arbeitswelt dringend notwendig ist. Dies ist im Sinne der ArbeitnehmerInnen ebenso wie im Sinne der Unternehmer.“

Gleitsmann zusammenfassend: „Das gebetsmühlenartige Krankreden der Arbeitssituation in Österreich ist unangebracht und schadet dem Standort.“ (PM)




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E-Mail: martin.gleitsmann@wko.at