WKOÖ-Präsident Trauner: Auseinanderbrechen der Eurozone würde oö. Wirtschaft nachhaltig schädigen - Panikmache ist fehl am Platz

   
Einmal mehr bekräftigt WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner die Unverzichtbarkeit einer gemeinsamen Währung in Europa. „Dadurch können wir uns im internationalen Wettbewerb erfolgreich behaupten, wie die Exporterfolge und die damit zusammenhängenden positiven Effekte für die Unternehmen und ihre Beschäftigten in Oberösterreich zeigen. Eine Re-Dimensionierung der Eurozone um die Staaten Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern hätte auch für Oberösterreich fatale Folgen“, so Trauner in einer ersten Reaktion auf ein aktuelles Szenario von Oxford Economics zu den Auswirkungen einer Verkleinerung der Eurozone, welches unter der Mitwirkung des österreichischen WIFO erstellt wurde.
 
Gerade als Industrie- und Exportbundesland Nr. 1 hat Oberösterreich enorm von der gemeinsamen Währung profitiert. Seit 1995 hat sich das oö. Exportvolumen mehr als verdreifacht. 2011 haben die oö. Warenexporte um 12 Prozent zugenommen und 30,5 Mrd. Euro erreicht. In der gesamtösterreichischen Außenhandelsstatistik schlagen sich diese Zuwächse seit Einführung des Euro auch in den von der Studie erfassten Absatzmärkten in Südeuropa nieder, allerdings nur bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Man sieht aber am Beispiel unseres zweitwichtigsten Handelspartners Italien, dass es nach dem krisenbedingten Einbruch zu einer deutlichen Erholung gekommen ist. Ein Euro-Ausstieg dieser Länder, die sich insgesamt für mehr als 10 Prozent der österreichischen Exporte verantwortlich zeigen, würde für die heimische Wirtschaft schwere Nachteile mit sich bringen, interpretiert Trauner die Daten der Außenhandelsstatistik.
 

Warenexporte nach:
(in Mio. €)
1999
2005
2007
2010
2011
Griechenland
294
456
708
512
435
Italien
5065
8187
10231
8576
9345
Irland
168
221
317
198
209
Portugal
268
350
475
339
313
Spanien
1750
2615
3280
2003
1958
Zypern
29
46
63
97
124
Gesamt
7574
11.875
15.074
11.725
12.384

Trauner ist jedoch überzeugt, dass dieses Szenario nicht eintreten wird, weil damit für ganz Europa — so auch das zentrale Ergebnis der Studie — tiefgreifende Folgen bis hin zu einer schweren Rezession verbunden wären. Vielmehr sollte dieses Szenario als weiterer Aufruf an alle Verantwortlichen auf EU-, Bundes- und Landesebene gesehen werden, alles zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise zu unternehmen. In diesem Zusammenhang stellt Trauner diesem — aus seiner Sicht unwahrscheinlichen — Szenario die wichtigsten Fakten gegenüber. Und diese sprechen ganz klar für den Euro und den gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum in Europa.
  • 80 % der heimischen Exporte gehen in die EU.
  • 5 von 10 Euro erwirtschaften die heimischen Unternehmen durch Exporte in den europäischen Wirtschaftsraum.                                                                                                        
  • Die Exportquote Österreichs ist seit 1995 von 27,75 Prozent auf 40,64 Prozent (2011) gestiegen.
  • Oberösterreich ist seit dem EU-Beitritt, insbesondere aber seit der Euro-Einführung überdurchschnittlich stark gewachsen, 2011 verzeichnete man ein Rekordwachstum von 4,5 Prozent, gemessen an der Bruttowertschöpfung.
  • Damit war eine Zunahme der Beschäftigten seit 1995 um 108.000 Personen verbunden, wobei im Juli mit 628.000 unselbstständig Beschäftigten ein neuer oö. Beschäftigungsrekord erzielt wurde.