Elektrohandels-Obmann Krejcik: „Rund 3.500 mal/Tag fällt in ganz Österreich mit der Kaufentscheidung für Elektrogeräte die Entscheidung zum Energiesparen“ – Beratung hilft
Im zeitlichen Vorfeld der Futura, der Fachmesse für Unterhaltungselektronik, Haushaltstechnik und Telekommunikation, zieht Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der WKÖ, eine Zwischenbilanz: „1.850 Geschäfte mit 9.800 Beschäftigten gibt es in ganz Österreich, die Verkaufsfläche beträgt insgesamt 480.000 Quadratmeter. Der Geschäftsverlauf entwickelt sich „zufriedenstellend“. Krejciks Prognose für das Gesamtjahr 2012: Der Gesamtjahresumsatz 2012 dürfte sich bei rund 5 Milliarden Euro einpendeln. Das entspricht einem Wachstum von zirka 4 bis 5 Prozent gegenüber 2011, da lag der Gesamtjahresumsatz bei 4,7 Milliarden Euro (2010: 4,5 Milliarden Euro).
Mit Blick auf Marktanteile im Elektrohandel sieht der Elektrohandels-Branchensprecher eine leichte Zunahme der Anteile des Fachhandels.
Energiesparmöglichkeiten
Besonderes Augenmerk will Krejcik auf die Möglichkeit, Energie zu sparen, legen: Neben der Heizung sind Haushaltsgeräte die größten Energieverbraucher im Haushalt. Und immerhin werden in Österreich pro Jahr rund 1 Million elektrische Haushaltsgeräte verkauft: 2011 waren es insgesamt 400.000 Kühlgeräte, 330.000 Waschautomaten, 210.000 Geschirrspüler sowie 60.000 Wäschetrockner. „Das heißt: 3.500 mal pro Tag fällt mit der Kaufentscheidung für Elektrogeräte die Entscheidung zum Energiesparen.“ Mit modernen Elektrogeräten sind Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent möglich. Krejcik: „Über die Jahre summieren sich schon kleine Unterschiede im Stromverbrauch zu großen Beträgen. In etwa 308 Euro beträgt die Ersparnis zwischen einem Gerät der Energieklasse C und einem Gerät der besten Energieeffizienzklasse A+++ bei einer Nutzungsdauer von sieben Jahren. Daher kann professionelle Beratung im Vorfeld eines Gerätekaufs langfristig beim Sparen helfen“, unterstreicht er.
Wachstum nach Produktkategorien
Nach Produktkategorien betrachtet, dürfte der im Gesamtjahr am stärksten wachsende Bereich jener der Telekommunikationselektronik sein. Besonders nachgefragt sind Smartphones in allen Leistungs- und Preisklassen. Krejcik rechnet im Telekombereich für 2012 mit einem Plus von 22 Prozent auf dann rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz.
Dicht gefolgt ist diese Kategorie vom Bereich Zahnhygiene: 2011 wurden in Österreich ganze 650.000 elektrische Zahnbürsten verkauft, für heuer wird eine Steigerungsrate im zweistelligen Bereich erwartet: „Damit sind wir vom Elektrohandel nach den Zahnärzten diejenigen, die am meisten auf die Zähne schauen“, so Krejcik.
Ein weiterer, eindeutiger Trend herrscht im Marktsegment Fernseher vor: Der geht in Richtung größerer Bildschirme. Das zeigen auch die Absatzzahlen: Am stärksten legen Fernsehgeräte mit einer Bildschirmdiagonale von 152 cm oder 60 Zoll zu. Die durchschnittliche Bildschirmgröße der Fernseher in österreichischen Haushalten beträgt aktuell übrigens 106 cm oder 42 Zoll Bildschirmdiagonale. „In Verbindung mit hochauflösenden Fernsehbildern - Stichwort High Definition/HD – bringen große TV-Bildschirme auch bei weniger Entfernung zum Zuseher - etwa auf Grund von knappen räumlichen Verhältnissen – durchaus einen beachtlichen optischen Mehrwert“, weiß Krejcik.
In der Kategorie Kommunikationselektronik weiter zum Bereich Haushalts-Kleingeräte: Da rechnet Krejcik für das gesamte Jahr 2012 mit einem Plus von 7 Prozent auf einen Umsatz von dann 570 Millionen Euro. Eine Unterkategorie dieses Segmentes sticht besonders heraus: „Österreich ist Weltmeister bei Kaffeemaschinen: 2011 wurden ganze 400.000 Stück verkauft.“ Von Staubsaugern – einer nicht als wahnsinnig sexy geltenden Gerätekategorie – wurden in Österreich im abgelaufenen Gesamtjahr 2011 gar rund 600.000 Stück verkauft.
Die Trends im Fotobereich – der Umsatz für 2012 wird mit -5 Prozent bei dann 315 Millionen Euro leicht rückläufig eingeschätzt – gehen in Richtung drahtloser Vernetzung mit TV und Drucker und hoher Zoomleistung. Stark nachgefragt sind auch spiegellose Kameras mit Wechselobjektiv.
Festplattenabgabe
Interessenspolitisch schlägt der Branchensprecher für den Elektrohandel in Sachen Urheberrechtsabgabe Alarm: „Die aktuell diskutierte so genannte Festplattenabgabe, also eine Abgabe auf digitale Speichermedien wie externe Festplatten oder USB-Sticks, würde die Falschen treffen: Unterm Strich würde die Einführung einer solchen Abgabe zu Lasten der Konsumenten gehen und deren Geldbörsen unnötig belasten, „und zwar ohne erkennbare Gegenleistung oder gar einen Mehrwert. Das kann die heimische Politik mit der Einführung einer solchen neuen Abgabe nicht wollen.“
Elektroschrottsammlung
Sehr positiv verläuft die Elektroschrottsammlung in Österreich: „Wir liegen im europäischen Spitzenfeld: Jährlich werden in Österreich pro Kopf und Nase ganze 9 Kilogramm Elektroschrott gesammelt und einer Wiederverwertung bzw. fachgerechten Entsorgung zugeführt“, hebt Krejcik die hohe Sammelmoral hervor.
Die Fachmesse Futura findet in diesem Jahr übrigens wieder an 4 Tagen, nämlich von 13. bis 16. September, in Messezentrum Salzburg statt. (JR)
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandels
Tel.: 05 90 900-3352
E-Mail: elektroundeinrichtung@wko.at
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