Aktuelle OECD-Studie geht laut Industrie-Spartenobmann Christoph Hinteregger von falschen Voraussetzungen aus: „Die Akademikerquote hat keine Relevanz für den Erfolg eines Wirtschaftsstandortes.“
Aus Sicht der Wirtschaftskammer gehen die öffentlichen Reaktionen auf die aktuell OECD-Studie bezüglich der Hochschulabsolventenquote am Kern des Problems vorbei. „Die Tatsache, dass wir hierzulande im internationalen Vergleich mit unserer berufsbildenden Sekundarbildung Spitze sind, gehört ebenso dazu wie die Lehrlingsausbildung, die für den Großteil der Unternehmen nicht nur das Rückgrat der Fachkräfterekrutierung darstellt, sondern auch die Grundlage vielfältiger Unternehmensneugründungen bietet“, so DI Christoph Hinteregger, Spartenobmann Industrie. In der Studie werde, so Hinteregger, Falsches mit Falschem verglichen. Ein HTL-Absolvent, der teilweise über eine höhere Qualifikation als so mancher Uni-Absolvent verfügt, wird in der Studie gar nicht berücksichtigt. „Die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft hängt nicht von der Akademikerquote ab, sonst würde Vorarlberg nicht zu den Top-Standorten zählen.“ Dementsprechend habe die Studie für Vorarlberg diesbezüglich keine Aussagekraft. Natürlich gebe es aber immer noch eine Menge zu tun und die OECD weist, so der Spartenobmann, zu Recht auch auf gravierende Effizienzprobleme im Bereich des Schulwesens hin. Beträchtliche Mittel würden im Bildungswesen derzeit wirkungslos verpuffen, denn fast 28 Prozent der heimischen Schüler haben eine hohe Leseschwäche. Und das, obwohl Österreich in der OECD-Studie bei Klassengröße und Betreuungsverhältnis im Vergleich mit anderen Ländern punkten konnte.
Bildung erhält Wettbewerbsfähigkeit
Laut Studie schafft in Österreich nur jeder Vierte einen Bildungsaufstieg, obwohl die Bildungsausgaben pro Schüler über dem OECD-Schnitt, die Schulstunden der Schüler und Lehrer jedoch darunter liegen. Will Österreich Innovationsstandort bleiben, um langfristig international wettbewerbsfähig zu sein, muss das Missverhältnis zwischen In- und Output des Bildungssystems dringend beseitigt werden.
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