Startschuss für die Bundestagung der Jungen Wirtschaft in Graz.

   

Knapp 900 Jungunternehmer und Führungskräfte sind dem Aufruf "Gemma 2012 to Styria" gefolgt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im traditionsreichen Grazer Congress betonten WK-Steiermark Präsident Josef Herk und WKO-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser sowie die Bundes- und Landesspitzen der Jungen Wirtschaft, Markus Roth und Burkhard Neuper, die Notwendigkeit von Reformen im Bildungsbereich. "Es stehen allein bis zum Jahr 2018 mehr als 7.100 Betriebe in der Steiermark zur Übernahme an. Hier braucht es mehr unternehmerischen Spirit, das muss stärker in den Schulen vermittelt werden", sieht Herk das Bildungssystem gefordert. 

Der WK-Präsident nahm die Tagung aber auch zum Anlass, um die aktuellen Gründerzahlen zu präsentieren: "Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen haben wir im ersten Halbjahr 2012 ein leichtes Plus verzeichnet." Insgesamt gab es 2.473 Neugründungen in der Steiermark, das sind um 80 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Die Steiermark hält damit konstant das hohe Niveau der vergangenen Jahre", freut sich Herk.

Um Unternehmer zu werden muss man aber nicht verpflichtend einen Betrieb neu gründen, man kann auch einen bestehenden übernehmen. Darum hat die WKO Steiermark die Nachfolgeinitiative "Follow me" ins Leben gerufen. Über diese wurden im Vorjahr insgesamt 942 Betriebsübergaben erfolgreich abgewickelt – das ist mit einem Plus von elf Prozent gegenüber 2010 ein neuer Rekord. Herk fordert darum auch eine Gleichstellung von Betriebsnachfolgern und Neugründern, im speziellen eine Ausweitung der Lohnnebenkostenförderung im Rahmen des Neugründungs-Förderungsgesetzes.

In die selbe Kerbe schlägt auch JW-Landesvorsitzender Burkhard Neuper. "Die Jungunternehmer schaffen Jobs, Wachstum und damit unsere Zukunft. Darum braucht es auch dringend eine Erleichterung beim Zugang zu frischem  Wachstumskapital", so Neuper. Dies sei nämlich der größte Hemmschuh für die junge Wirtschaft, die aus diesem Grund auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowd Funding oder Venture Capital forciert. "Ein wesentliches Thema sind für uns Regionalfonds. Anstatt sein Geld irgendwo im Ausland zu investieren muss es ,cool‘ werden, Kapital in regionale Projekte und damit die Zukunft des eigenen Umfelds zu investieren", betont Neuper. Die Steiermark sei jedenfalls bereit etwas anzupacken, das zeige auch das Beispiel der Reformpartnerschaft. An diese richtete WK-Präsident Josef Herk abschließend einen Appell: "Wir stehen zur Konsolidierung des Landeshaushalts. Weiteren Kürzungen im Bereich der Wirtschafts- beziehungsweise der F&E-Förderung stehen wir nach bereits 18-prozentiger Einsparung 2012 allerdings kritisch gegenüber." Herk plädiert, ein Prozent des Landeshaushalts als untersten Schwellenwert für Wirtschaftsförderung zu definieren.

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