In praktisch allen größeren Unternehmen gibt es ein Prozessmanagement. Mit dem Ergebnis sind viele aber unzufrieden, zeigt eine neue Studie

   

Ein gut funktionierendes Prozessmanagement hat einen positiven Einfluss auf die Qualität, die ein Unternehmen gegenüber Kunden, Lieferanten und Partnern erbringt. So sehen es jedenfalls 90 Prozent der 200 Unternehmen, die vor kurzem von Karmasin Motivforschung zum Umgang mit Prozessen im eigenen Betrieb befragt wurden. Die Umfrage hat das Wiener Beratungsunternehmen BOC beauftragt. So richtig zufrieden sind die befragten Unternehmen mit den Ergebnissen ihres Prozessmanagements aber nicht. Eine breite Die Involvierung der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, dort liegt das Gold begrabenMehrheit ist überzeugt, dass nach wie vor Einsparungspotenziale ungenützt bleiben, vor allem im Bereich der Mitarbeiterorganisation, des Kundenmanagements, im Verkauf und in der IT. Und die Unternehmen kennen auch den Grund dafür: Demnach werde viel Arbeit in die Dokumentration von Prozessen gesteckt, in der Praxis würden sie aber zu wenig gelebt.

Mitarbeiter ins Boot holen

„Viele Unternehmen legen einfach los und beginnen, alles zu dokumentieren – ohne vorherige Schwächenanalyse und Zieldefinition”, sagt dazu BOC-Geschäftsführer Michael Puncochar. Zudem dürfe man nicht alle Bereiche zugleich angehen, sondern müsse sich Schritt für Schritt vorarbeiten. Lieber einzelne Kapiteln mit konkreten Handlungen festlegen und bis in alle Tiefe durchziehen als überall gleichzeitig aktiv werden und im Endeffekt nichts bewegen. Unerlässlich sei, die Ziele im Betrieb zu kommunizieren und die Mitarbeiter ins Boot zu holen. „Die Involvierung der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, dort liegt das Gold begraben”, sagt Co-Geschäftsführer Robert Strobl. Und offenbar gibt es hier noch einiges zu verbessern. Denn laut Umfrage ist der Zugang zu Arbeitsabläufen bei 43 Prozent der Betriebe limitiert.