Karas: „Pensionssicherungssysteme zukunftsfit machen“

01.10.2012
Dr. Fritz Janda / Mag. Andreas Zakostelsky / Jürge Rupprecht

Ein sicheres und nachhaltiges Pensionssystem muss auf mehreren Säulen aufbauen - Verstärkte Einbindung von Betriebspensionen würde europäische Staatsfinanzen entlasten

   

Der Fachverband der Pensionskassen veranstaltet heute, Montag, ein Symposium im Haus der Europäischen Union, Thema war die Sicherung der Altersvorsorge aus Sicht der EU. Bei diesem Treffen der österreichischen Pensionskassenbranche wurden Beiträge von Othmar Karas, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, und führender Finanzexperten zur Sicherung von angemessenen Pensionen aus Sicht der EU diskutiert und entsprechende Investmentansätze für Pensionskassen vorgestellt.

Die EU-Kommission empfiehlt in ihrem heuer publizierten Weißbuch zur nachhaltigen Altersvorsorge Ländern mit hohem Finanzierungsanteil aus der staatlichen Pensionsversorgung (1. Säule) einen Ausbau der betrieblichen (2. Säule) und individuellen Vorsorge (3. Säule), sowie die vernetzte Betrachtung aller drei Säulen. Vizepräsident Karas formulierte eindringlich: „Ohne eine Reform der Pensionssysteme, gibt es langfristig keine gesunden Staatsfinanzen in Europa. Die demografische Entwicklung in Europa, in Verbindung mit dem niedrigen Pensionsantrittsalter, stellen eine immer größer werdende Belastung für die Staatsfinanzen der Mitgliedsstaaten dar." Der Europapolitiker fordert deshalb eine zweifache Strategie: "Erstens brauchen wir eine Koppelung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung und zweitens eine weitere Diversifizierung der Säulen des Pensionssystems", so Karas. Eine flächendeckende Versorgung mit betrieblichen Zusatzpensionen sei eines von mehreren Element zur Lösung der langfristigen Probleme, erklärt der Parlamentarier.

Novelle des Pesionskassengesetzes bietet viele Möglichkeiten

Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen bestätigte, dass Österreich in diesem Bereich noch grossen Aufholbedarf hat: „In Österreich macht die kapitalgedeckte Altersvorsorge gerade einmal 5 Prozent des BIP aus, der OECD-Schnitt liegt bei 33 Prozent.“ Zakostelsky weiter: „Die vor kurzem in Österreich beschlossene Novelle des Pensionskassengesetzes bietet nun für Unternehmen und Mitarbeiter attraktive Möglichkeiten, die Veranlagung in Betriebspensionen der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens und der Lebensphase der Mitarbeiter flexibel anzupassen und so zwischen Sicherheitsbedürfnis und Ertragswünschen zu justieren. Damit wurden sehr gute Rahmenbedingungen für den Ausbau der 2. Säule in Österreich geschaffen.“

Bei Pensionskassenverträgen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Derzeit haben rund 806.900 Österreicherinnen und Österreicher Anspruch auf eine Firmenpension. Insgesamt veranlagen die 17 Pensionskassen ein Vermögen von 15,47 Milliarden Euro – sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs. (JR)








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