Märkte „vor unserer Haustüre“ bringen Wachstumsimpulse

   

WKOÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller
„Mittel- und Osteuropa bietet gute Wachstumsperspektiven für die heimische Wirtschaft“

„Die österreichische Exportwirtschaft befindet sich seit 2009 wieder in einem kontinuierlichen Aufschwung: die österreichischen Warenexporte sind von 2009 bis 2011 um 30 Prozent gestiegen. 2011 exportierten rund 40.000 österreichische Betriebe Waren im Wert von 121,8 Milliarden Euro. Die Bedeutung des Außenhandels ist für Österreich unbestritten und sehr groß. Auf der einen Seite steigt die Anzahl der Exportbetriebe mit jedem Jahr, auf der anderen wächst auch mit Ausnahme 2009 das Exportvolumen konstant wie das All-time-high im Jahr 2011 unter Beweis stellt“, sagt WKOÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller.
 
„Im ersten Halbjahr 2012 sind die österreichischen Exporte um 1,6 Prozent gewachsen. Auf den ersten Blick ist dieses Wachstum zwar gering, aber wenn man bedenkt, dass das Exportwachstum im ersten Halbjahr 2011 mit über 17 Prozent überdurchschnittlich hoch war und dass 1,6 Prozent Wachstum für das Jahr 2012 ein neues All-time-high von knapp 124 Milliarden Euro bei den Warenexporten bedeuten würden, ist auf jeden Fall Zuversicht angebracht. Oberösterreich ist das mit Abstand führende Exportbundesland in Österreich. Rund 25 Prozent der gesamtösterreichischen Exporte entfallen auf Oberösterreich. Alleine 7500 Exporteure sind in Oberösterreich angesiedelt. In Oberösterreich beträgt die Warenexportquote knapp 60 Prozent. Die Warenexporte erreichten 2011 einen Wert von 30,5 Milliarden Euro“, berichtet Rabmer-Koller.

Mittel- und Osteuropa wieder auf Wachstumskurs

Im Jahr 2011 wurden rund 18 Prozent des gesamten österreichischen Exportvolumens (121,8 Mrd. Euro) mit den 21 mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) erzielt. Die wirtschaftliche Bedeutung Mittel- und Osteuropas für die heimische Exportwirtschaft ist also sehr groß. Im Jahr 2011 wurden Waren im Wert von 21,7 Mrd. Euro in mittel- und osteuropäische Länder geliefert.
 

Land
Exportanteil 2011 (in %)
Exporte 2011
in Mrd. Euro
EU-27
69,7
84,9
MOEL
17,8
21,7
Asien
9,1
11,1
Amerika
7,6
9,3
Afrika
1,2
1,5
Australien, Ozeanien
0,2
0,2

Für 2012 und 2013 prognostizieren internationale Experten für die Länder Mittel- und Osteuropas generell ein höheres Wachstum als beispielsweise für die Eurozone, die EU-27 oder die USA:
 
Reales BIP-Wachstum, jährliche prozentuelle Veränderung

 
Jahr
Land
2009
2010
2011
2012
2013
Welt
-0,6
+5,1
+3,7
+3,3
+3,7
Asien
+6,3
+9,0
+7,2
+6,9
+7,0
USA
-3,5
+3,0
+1,7
+2,0
+2,1
EU- 27
-4,3
+2,0
+1,5
+/-0
+1,3
Euro Area
-4,3
+1,9
+1,5
-0,3
+1,0
Deutschland
-5,1
+3,7
+3,0
+0,7
+1,7
Österreich
-3,8
+2,3
+3,1
+0,8
+1,7
MOEL
-6,4
+3,2
+3,8
+2,5
+3,1

Mittel- und Osteuropa bietet für oö. Exportwirtschaft viele Potenziale

„Rund 2900 oberösterreichische Unternehmen sind bereits in Mittel- und Osteuropa als Exporteure tätig, was knapp 40 Prozent aller oberösterreichischen Exporteure entspricht. Neben der geografischen Nähe gibt es auch andere Erfolgsfaktoren: Österreich hat aufgrund der kulturellen Verwandtschaft und der gemeinsamen Geschichte eine Funktion als ,Brückenbauer‘ zwischen Ost und West eingenommen und als Wettbewerbsvorteil in Europa genutzt“, ist die WKOÖ-Vizepräsidentin überzeugt.

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