Integrationsprojekt „Mentoring für Migranten“ nutzt allen Beteiligten

08.10.2012
Medienabteilung

Win-win-win für Migranten, Unternehmen und Gesellschaft

   
Wirtschaft und Gesellschaft werden zunehmend internationaler. In Oberösterreich werden bereits 60 Prozent aller Waren exportiert, bis 2015 sollen es 65 Prozent werden. Diese Entwicklung macht auch vor der Personenmobilität nicht halt und hat Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Oberösterreich.
 
„Der Wirtschaftsstandort Oberösterreich lebt besonders von seinen gut ausgebildeten Arbeitnehmern. Es ist daher notwendig, das Know-how aller im Land lebenden Menschen zu nutzen. Gleichzeitig stammen viele in Österreich lebende Zuwanderer gerade aus den für die österreichischen Exporte bedeutsamen Regionen. Und was liegt näher, als diese Potenziale zu nutzen“, unterstreicht WKOÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller.
 
Gerade für international agierende Unternehmen sind Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung und Mobilität wichtige Kriterien bei der Besetzung von offenen Stellen. „Migrantinnen und Migranten erfüllen viele dieser Voraussetzungen und helfen somit den Unternehmen, neue Märkte und Produkte zu erschließen, womit sie indirekt wesentlich zur Aufwertung des Standortes Österreich beitragen“, so Rabmer-Koller. Zudem kann der Einsatz von Personen mit Migrationshintergrund auch die Akzeptanz des österreichischen Unternehmens in den jeweiligen Zielländern steigern.

Know-how, Fähigkeiten und Potenziale von Migranten nutzen

Die WKO Oberösterreich sieht es als ihre Aufgabe an, im Sinne eines Bewusstseinsbildungsprozesses in Zukunft verstärkt über die Kompetenzen und besonderen Fähigkeiten, die Personen mit Migrationshintergrund mit sich bringen, zu informieren. „Aus diesem Grund engagieren wir uns auch gemeinsam mit dem AMS Oberösterreich und dem Österreichischen Integrationsfonds im Projekt ,Mentoring für MigrantInnen’, und dies bereits seit 4 Jahren“, so Rabmer-Koller. Ziel bleibt nach wie vor, erfahrene Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens (MentorInnen) und Personen mit Migrationshintergrund (Mentees) zusammenzubringen und diese bei der Integration am österreichischen Arbeitsmarkt zu unterstützen.
 
Als sich im Oktober 2008 die ersten Mentoringpaare trafen, ahnte noch niemand, welche Erfolgsgeschichte dies werden würde. Das zeigt auch die Anerkennung, als das Projekt 2010 für den Österreichischen Integrationspreis nominiert wurde. Schließlich gewann „Mentoring für MigrantInnen“ 2011 den europäischen Unternehmerpreis in der Kategorie „Responsible und Inclusive Entrepreneurship“.

76 Mentoren haben sich engagiert

Seit Beginn engagierten sich 76 Mentoren aus der Unternehmerschaft — viele davon Funktionäre —, aus der Erwachsenenbildung, aus Vereinen und öffentlichen Institutionen und Einrichtungen, brachten Zeit und Engagement ein und bewiesen gesellschaftliche Verantwortung. 31 Prozent der Mentoren waren Frauen, 8 Prozent hatten selbst einen Migrationshintergrund und konnten so authentisch ihre Erfahrungen ins Programm einbringen. „Ohne das enorme Engagement der Mentoren, die Know-how und Freizeit investieren, um mit den Mentees an der Verwirklichung ihrer Zukunftspläne zu arbeiten, wäre der Erfolg dieses Projekts nicht gegeben“, dankt Rabmer-Koller.
 
Nicht nur mangelnde Sprachkenntnisse und lückenhafte Anerkennung von ausländischen Qualifikationen stellen Hürden für Migranten dar, sondern vor allem die Tatsache, dass informelle Netzwerke und spezielle Informationen über die österreichische Wirtschafts- und Arbeitswelt für sie schwerer zugänglich sind. Die fehlenden Kontakte ziehen daher auch schlechtere Startchancen am Arbeitsmarkt nach sich. Daher ist dieses Mentoringprojekt ein sehr wichtiger Schritt um den teilnehmenden Mentees bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu helfen.

Programm macht für beide Seiten Sinn

Die Art der Unterstützung, die Mentoren leisten, kann vielfältig sein. Vom Herstellen von Kontakten bzw. Einführen in Netzwerke über Motivation und Unterstützung bis hin zur Hilfe im Bewerbungsprozess. Auch das Vertrautmachen mit der österreichischen Arbeitskultur und die Abstimmung der Erwartungshaltung der Mentees kann Inhalt des Mentorings sein.
 
„Nicht nur die Mentees profitieren von diesem Projekt. Die Mentoren geben regelmäßig Feedback und sehen ihrerseits Vorteile in der Vernetzung und im Erfahrungsaustausch mit anderen Mentoren“, erläutert die WKOÖ-Vizepräsidentin. Zum Nutzen für die bisher 76 Mentoren zählen auch die Weiterentwicklung der Kommunikations-, Führungs- und Coachingaktivitäten, Sammeln von Erfahrungen mit Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund, Austausch und Perspektivenwechsel, gesteigerte Selbstreflexion, Verbreiterung des eigenen Wissens über Arbeitsmarkt und Wirtschaftstrends.

Befragung Mentoren, 2008 – 2012

Am 9. Oktober startet das Mentoring in Oberösterreich mit der Auftaktveranstaltung und 15 Paaren in den 5. Durchgang. „Wir erwarten uns interessante und erfolgreiche Begegnungen und das Beste für die berufliche Zukunft der Mentees und somit eine Win-Win-Situation für beide Partner, Mentoren und Mentees. Vom Mentoring-Programm profitiert somit die ganze Gesellschaft!“, betont Rabmer-Koller.

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